Theatergruppe der Malteser attackiert das Zwerchfell

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 Anton (Frank Krall) will seine bequeme Jogginghose anziehen. Just in dem Augenblick kommt die mannstolle Berta (Vera Friedrich)
Anton (Frank Krall) will seine bequeme Jogginghose anziehen. Just in dem Augenblick kommt die mannstolle Berta (Vera Friedrich) zu einem Besuch vorbei. (Foto: Anthia Schmitt)
Anthia Schmitt

Die Ortsgruppe des Malteser Hilfsdienstes hat sich am Wochenende über zwei ausverkaufte Theaterabende gefreut. Freude kam allerdings nicht nur auf Seiten der Akteure auf, sondern auch beim Publikum.

Die Komödie „Meine Frau, die Wechseljahre und ich“ von Betti und Karl-Heinz Lind erwies sich als ein Frontalangriff auf die Lachmuskeln. Vor allem, weil sie von Regisseurin Silvia Scholl und der Theatergruppe hinreißend in Szene gesetzt wurde und die Rollen durchweg perfekt besetzt waren. Alle Akteure stellten mit Mimik, Gestik, Witz und viel Spielfreude nicht nur ihre schauspielerischen Qualitäten bestens unter Beweis, sondern auch ihr großes komödiantisches Talent. Die jeweils rund 400 Zuschauer am Freitag und am Samstag honorierten das mehr als dreistündige Vergnügen mit viel Szenenapplaus und am Ende mit langem kräftigem Beifall, sodass die Akteure immer wieder auf die Bühne zurückkehrten. Von spontanen Lachsalven konnte während der Aufführung wahrlich nicht mehr geredet werden: Es war ein Dauerlachen im Saal, ein Wechsel von erwartungsvollem Kichern bei einer vorhersehbaren Pointe und geradezu brüllendem Gelächter, wenn sie eintraf oder die Schauspieler ihre Rollen mit besonderer Komik versahen.

Besonders im zweiten Akt nahm das Gelächter kein Ende, als Kommissar Blond (Robin Fox) mit seinem Assistenten Hirsch (Stefan Rumpel) den Hausherrn Anton (Frank Krall) nach der entführten Person befragen. Alle drei setzten umwerfend witzig – und nur für jene Schelme knapp unterhalb der Gürtellinie, die Schlechtes dabei dachten – die Verwechslung um Antons geliebter Klara in Szene. Keine junge Gespielin des alternden Mannes, sondern eine wohlgeformte Trompete mit „drei Nippeln“. Auch Anika Maier als Antons hormonschwankende Frau Helga, die das beschauliche und wenig gesundheitsbewusste Leben ihres Gatten umkrempeln will, und Vera Friedrich als Helgas mannstolle Freundin Berta erwiesen sich als komödiantische Idealbesetzung. Ebenso wie Corinna Haug in der Rolle von Tochter Sophie, der einzigen, die in den ganzen Irrungen und Wirrungen um die Wechseljahre und die entführte Trompete einen kühlen Kopf bewahrte, und Thomas Resem als Sophies ebenso verliebter wie verdruckter Kommilitone Hans-Peter. Er war am Ende eines Abends mit bester Unterhaltung die tragischste aller Figuren, denn für ihn blieb nichts, außer seinem Informatikstudium und der Hoffnung, dass die Richtige schon noch kommen wird.

Berta indes hatte sich bereits den Kommissar geangelt, für Sophie und den Assistenten Hirsch war es Liebe auf den ersten Blick und bei Knopfs zog mit herzhaftem Essen statt „Grünfutter“ auch wieder der eheliche Friede ein. „Ende gut, alles gut“, freute sich also Anton zum Schluss und warnte alle Ehemänner: „Seien Sie auf der Hut, wenn Ihre Frau oft Wir sagt, dann will sie nämlich, dass Sie etwas tun, was Sie gar nicht tun wollen.“

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