Stegstrecker erwarten 8500 Hästräger und Musikanten

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Oliver Müller von der Schnellergilde, die Narrenräte Cristof Ritter und Markus Roßknecht, Zunftmeister Andreas Narr und sein Ste
Oliver Müller von der Schnellergilde, die Narrenräte Cristof Ritter und Markus Roßknecht, Zunftmeister Andreas Narr und sein Stellvertreter Oliver Ritter (von links) haben viel vor: Die Narrenzunft Stegstrecker veranstaltet ein Landschaftstreffen, zu dem 8500 Hästräger und bis zu 15000 Zuschauer erwartet werden. (Foto: Anthia Schmitt)
Anthia Schmitt

Die Pfullendorfer Bürger und alle Freunde der Fasnet in der Region dürfen sich auf ein grandioses Ereignis freuen: Die Narrenzunft Stegstrecker richtet anlässlich des 800-jährigen Jubiläums der Stadt am Wochenende vom 1. und 2. Februar unter dem Motto „In dulci Jubilo“ das Landschaftstreffen Bodensee-Linzgau-Schweiz in der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte aus. Nach dem traditionellen Einschnellen der Fasnet am Dreikönigstag haben Zunftmeister Andreas Narr und einige Narrenräte in einem Pressegespräch vorgestellt, was die Narren und Zuschauer erwartet.

„Es ist eine Riesengeschichte, die wir vorhaben“, sagte Andreas Narr. Er ist überwältigt von der gewaltigen Resonanz, die die Einladung aus Pfullendorf hervorgerufen hat. Über 50 Zünfte aus der Vereinigung und damit weit mehr als erwartet, haben ihre Teilnahme zugesagt. Dazu gesellen sich noch einige befreundete Narrenvereine aus dem Umland, sodass die Stegstrecker mit über 7000 Hästrägern und etwa 1500 Musikern rechnen. „An unserem normalen Rosenmontagsumzug nehmen etwa 2500 Narren teil“, zeigte Narr die Dimension des Narrentreffens auf, die alles bisherige in Pfullendorf in den Schatten stellt. Dazu werden – abhängig von der Wetterlage – noch 12 000 bis 15 000 Zuschauer beim großen Umzug am Sonntag erwartet.

Eine riesige organisatorische Herausforderung

Für die Stegstrecker eine riesige organisatorische Herausforderung, mit der sie seit zwei Jahren intensiv beschäftigt sind. So wurden sämtliche Hotelzimmer zwischen Sigmaringen und Überlingen für die Gäste reserviert. 800 weitere Übernachtungsmöglichkeiten werden in Massenlagern eingerichtet. Rund um die Stadt werden 4300 Parkplätze ausgewiesen, in die die Besucherströme geleitet werden. 130 Parkplätze stehen für Omnibusse zur Verfügung.

Ein paar weitere Zahlen: 19 Besenwirtschaften, 18 Bewirtungszelte, 20 Verpflegungswagen und 50 – auch barrierefreie Toiletten in und am Rand der Altstadt. Dazu öffnen sämtliche Gastronomiebetriebe in der Stadt ihre Pforten. Wer in Gemeinden entlang der Buslinie zwischen Überlingen und Sigmaringen wohnt oder dort sein Auto abstellt, hat die Möglichkeit, mit der Linie 500 anzureisen. Das Verkehrsunternehmen bietet als Sonderservice größere Omnibusse und einen erweiterten Fahrplan mit stündlichen Zusatzfahrten bis 1 Uhr in der Nacht zum Sonntag. Acht Sonderlinien bringen die Gäste außerdem in ihre Hotels zurück.

„Wir machen eine Straßenfasnet“, sagte Andreas Narr. Deshalb gibt es weder ein Riesenzelt, noch finden Programmpunkte in irgendwelchen Hallen statt. Los geht es mit der Schnellerweltmeisterschaft, die am Samstag ab 10 Uhr auf dem großen öffentlichen Parkplatz zwischen Linzgau Center und Riku Hotel ausgetragen wird. Rund 300 Teilnehmer aus 30 Schnellergruppen, darunter auch Schneller aus Österreich, Italien, Südtirol und der Schweiz, ermitteln in verschiedenen Kategorien ihre Besten. Um 15 Uhr wird der Narrenbaum auf dem Marktplatz gestellt. Der Hemdglonkerumzug, der um 18.30 Uhr am Obertor startet, bildet den Auftakt zu verschiedenen Brauchtumsvorführungen, darunter der Felbentanz der Cannstatter Narrenzunft oder die Meckererverbrennung, eine Fasnetstradition aus Furtwangen, und närrischem Treiben bis 3 Uhr in der Nacht. „Es ist uns ein Anliegen, dass die Kinder der Stadt am Hemdglonkerumzug teilnehmen, nicht nur die Kinder der Zunftmitglieder“, gilt Narrs ausdrückliche Einladung allen Kindern in Pfullendorf.

Der Sonntag beginnt um 10 Uhr mit einer ökumenischen Narrenmesse in der Stadtkirche. Um 11 Uhr schließt sich der Zunftmeisterempfang im Rats- und Bürgersaal an. Der große Umzug startet um 12.30 Uhr in der Franz-Xaver-Heilig-Straße. Er dauert etwa vier Stunden und führt durch die Heiligenberger Straße und die Alte Postgasse hinauf zum Obertor und von dort weiter über den Marktplatz und die untere Hauptstraße zum Stadtsee, wo er sich auflöst. Nach dem Umzug geht die Veranstaltung mit närrischem Treiben zu Ende.

Natürlich können die Stegstrecker eine solche Mammutveranstaltung nicht allein stemmen. Sie haben sich Hilfe bei den Vereinen und Geschäftsleuten in der Stadt gesucht und stießen auf offene Ohren. Zahlreiche Vereine sind in die Logistik und die Bewirtung eingebunden und ein großzügiges Sponsoring sorgt dafür, dass die Stegstrecker mit den immensen Kosten nicht allein gelassen sind.

Fachmann erstellt ein Sicherheitskonzept

Sicherheit steht übrigens im Vordergrund, denn das Narrentreffen soll ein Fest ohne unschöne Zwischenfälle werden. Deshalb haben die Stegstrecker einen Fachmann beauftragt, ein Sicherheitskonzept zu erstellen. Rotes Kreuz, Feuerwehr und Polizei sind ebenfalls involviert und Punkte mit besonderem Gefahrenpotential wie der Stadtsee werden eingezäunt. Die Zufahrt zur Innenstadt ist schon am Samstag nur bedingt möglich. Am Sonntag ist die Innenstadt komplett für den Verkehr gesperrt. Die Bürger der Stadt werden ausdrücklich gebeten, ihre Fahrzeuge zuhause zu lassen und zu Fuß in die Innenstadt zu gehen.

„Wir haben alles so gut wie möglich geplant“, sagte Andreas Narr. Er und seine Mitstreiter hoffen nun auf ein harmonisches Fest, das ganz im Zeichen der Tradition, des Brauchtums und der Freundschaft steht. „Wir wollen eine Fasnet mit Herz machen, an der alle ihre Freude haben“, sagte er.

Die traditionelle Pfullendorfer Fasnet vom Schmotzigen Donnerstag, 20. Februar, bis Fasnetsdienstag, 25. Februar, findet übrigens trotz der Großveranstaltung mit allen Programmpunkten statt.

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