Stadtmauer: Im Februar wird entschieden

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Wenn der Putz abspringt:Jahrzehntelanges Desinteresse legt die Substanz der über die Jahrhunderte oftmals geflickte Grundsubstan (Foto: Volker Knab)
Schwäbische Zeitung

Wie es mit dem Stadtmauerrest direkt an der Landstraße weitergeht, wird sich im Februar klären. Seit einem Hausabbruch steht an dieser Stelle ein in die Stadtmauer verwobener Fassadenrest eines Hauses aus dem 19. Jahrhundert. Das Haus war nicht zwingend denkmalgeschützt. Es musste abgebrochen werden. Der Eigentümer konnte oder wollte die Investitionen in die verbrauchte Substanz nicht leisten, bis ein Abbruch aufgrund der Gesetzeslage möglich wurde. Die Eigentümer der Liegenschaften, die Erbengemeinschaft Mauch, verweigern sich aber grundsätzlich nicht Investitionen. Das angrenzende Gebäude direkt an der Ampel haben sie sanieren lassen.

Angrenzendes Gebäude ist inzwischen längst saniert

Das angrenzende Gelände mit dem Stadtmauerrest hat die Stadt bekanntlich noch vor der Sanierung des angrenzenden Gebäudes erworben. Die ist inzwischen längst abgeschlossen – der im hinteren Teil richtig hässliche Mauerest aber blieb weiter bestehen.

Im Februar gibt es jetzt einen Termin mit dem Landesdenkmalamt, bei dem die Zukunft dieses Objekts zur Sprache kommt. Die Stadtverwaltung will nach Auskunft von Bürgermeister Thomas Kugler bei diesem Ortstermin mehrere denkmalrechtliche Fragen klären. Bei der Stadtmauer lautet die schwierige Frage: Was lässt sich einreißen, um innerstädtische Entwicklungsmöglichkeiten nicht zu blockieren und dabei möglichst viel historische Substanz zu erhalten?

Denkmalrechtlich ist auch ein Abriss möglich

Denkmalrechtlich gehört eine historische Stadtmauer zu den höchsten Einstufungen. Was darunter liegt, obliegt Prüfungen. Denkmalrechtlich kann nach Wahrung bestimmter Fristen gegebenenfalls auch abgerissen werden.

Was den Gemeinderat anbelangt, ist dieser über den Termin mit dem Denkmalamt bis gestern zumindest nicht informiert worden. „Das Thema steht auf unserer Agenda“, sagte der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler (FW) Pfullendorf, Thomas Jacob, und nennt die Außenfassade der Stadtmauer von der Seite Ortseingang Richtung Ravensburg. Da sieht’s baulich richtig düster aus.

Aber auch an der anderen Seite, direkt mit Blick auf den Pulverturm von der Überlingerstraße her, tun sich inzwischen Mängel auf. Das sind zwar eher kosmetische Angelegenheiten, aber diese Außenfassade stellt ein besonders schönes Ensemble der Stadtansicht dar.

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