Stadtführer zeigen Relikte aus der Vergangenheit

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Stadtführerin Silvia Rückert zeigt den Teilnehmern ihrer Führung die alte Stadtmauer am Kolpinghaus.
Stadtführerin Silvia Rückert zeigt den Teilnehmern ihrer Führung die alte Stadtmauer am Kolpinghaus. (Foto: Cäcilia Krönert)
Schwäbische Zeitung
Cäcilia Krönert

Anlässlich des bundesweiten Tages des offenen Denkmals hat die Stadt Pfullendorf am Sonntag mehrere interessante Führungen durch die Stadt und ihre Geschichte angeboten. Jeweils eine Handvoll Kultur- und Denkmalbegeisterte nahmen an den Führungen um 10, 14 und 16 Uhr teil. Im Fokus des Aktionstages steht die Rettung und Bewahrung des kulturellen Erbes der teilnehmenden Kommunen.

Seit 1993 richtet die Deutsche Stiftung Denkmalschutz im September einen Tag des offenen Denkmals aus. Am Wochenende öffnete Stadt Pfullendorf in Kooperation mit dem Heimat- und Museumsverein ihre Tore für Besucher und bot Stadtführungen entlang der Stadtmauer an. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der Erhaltung historischer Bauten und Stätten. Dazu gehört auch die Stadtmauer, die einst um ganz Pfullendorf herumführte und 1230 Meter lang war.

„Man sollte sehen, dass die Stadtmauer erhalten bleibt“, sagte Stadtführerin Silvia Rückert, die um 14 Uhr eine kleine Gruppe von Interessierten mit auf eine Reise in die Vergangenheit und entlang der alten Pfullendorfer Stadtmauer nahm. Los ging es am Alten Haus gegenüber dem Kolpinghaus, das wie das Heimatmuseum im Bindhaus ebenfalls zu besichtigen war. „Von der Mauer sind nur noch 696 Meter übrig geblieben, die beim Denkmalamt an höchster Stelle eingestuft sind“, sagte Rückert. Es gehe darum, dieses historische Relikt aus der Vergangenheit zu schützen und für die Zukunft zu erhalten.

Auch etliche Häuser im Privatbesitz, beispielsweise das „Putzmacherhaus“, stehen unter Denkmalschutz. Zu erfahren war außerdem, dass sich die Stadt Pfullendorf auf einem Molassehang befindet und dass die Stadtmauer ebenfalls direkt auf dem Molassehügel errichtet worden war. Der Begriff Molasse wurde 1779 von Horace-Bénédict de Saussure in die wissenschaftliche Literatur eingeführt und leitet sich womöglich von dem gleichlautenden französisch-schweizerischen Wort „mollis“ für sehr weich ab.

Interessiert lauschte die kleine Gruppe Silvia Rückerts Ausführungen und ging den Schützengraben hinunter in Richtung Uttengasse, vorbei am Laden „Wolf Optik“, wo im Jahre 1337 ungefähr auf gleicher Höhe das Engelinstor stand. Parallel zum Stadtsee führte der Weg durch das „Baierstörle“, vorbei am Wehrgang Spitalgasse Richtung Seelhofgasse und bis zum Hillergraben. Immer wieder stellten die Teilnehmer interessante Fragen, auf die Silvia Rückert stets eine gut verständliche Antwort parat hatte. Oben am Salmannsweiler Hof Richtung Obertor endete die zweistündige Wanderung rund um Pfullendorf.

„Jetzt wohne ich schon 50 Jahre in Pfullendorf und habe heute doch noch für mich Neues erfahren und gesehen“, sagte Maria Rossknecht, die an der Führung teilgenommen hatte. Mit einem guten Gefühl und um viel Wissen reicher gingen vier von fünf Teilnehmern zu Fuß nach Hause.

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