Stadt will Pflegeheim bis 2019 umbauen

Lesedauer: 5 Min

Mit einer Einzelzimmervorgabe will die Landesregierung den Bewohnern von Pflegeheimen eine geschützte Privat- und Intimsphäre g
(Foto: Sebastian Kahnert/dpa)

Die Stadt Pfullendorf will in diesem Jahr Umbaumaßnahmen im Alten- und Pflegeheim auf den Weg bringen. Einem Beschluss des baden-württembergischen Sozialministeriums entsprechend darf die Einrichtung ab September 2019 nur noch Einzelzimmer anbieten. „Wir müssen jetzt unter anderem ein Konzept erstellen, wie das Pflegeheim dann aussehen könnte, und einen Kostenvoranschlag ausarbeiten“, sagt Hauptamtsleiter Hans-Jürgen Rupp. Unterm Strich wird das Pflegeheim nach den Umbauarbeiten etwa 20 Vollstationäre- und Kurzzeitpflegeplätze weniger anbieten können.

Hintergrund des erforderlichen Umbaus ist eine von der damaligen Landesregierung beschlossene Änderung der Landesheimbauverordnung, die 2009 in Kraft getreten war. Die Einzelzimmervorgabe soll Bewohnern von Pflegeheimen eine geschützte Privat- und Intimsphäre garantieren. „Wir werden nicht daran vorbeikommen, diese Vorgabe umzusetzen. Und die Einzelzimmer braucht man auch“, sagt Hans-Jürgen Rupp. Die Zimmer müssen unter anderem mindestens 14 Quadratmeter groß sowie rollstuhl- und rolatorgerecht sein.

Gebäude unter Denkmalschutz

„Wir sind zwar noch ganz am Anfang, aber wir müssen das Projekt jetzt in Angriff nehmen“, sagt Hans-Jürgen Rupp. Schließlich könne das Alten- und Pflegeheim während des Umbaus nicht komplett geräumt werden. „Wir müssen Stockwerk für Stockwerk abarbeiten“, sagt der Hauptamtsleiter. Hinzu kommt, dass das 1846 erbaute ehemalige Krankenhaus unter Denkmalschutz steht. Seit 1963 wird das Gebäude als Pflegeheim genutzt. „Bei der Sanierung so alter Gebäude tauchen häufig Probleme auf – und das macht es oft auch teuer“, sagt Rupp. Grundsätzlich befinde sich das Heim aber in einem guten Zustand.

Wie der Umbau konkret umgesetzt wird und wie die Räume im Pflegeheim am Ende aussehen, ist noch offen. „Wir müssen jetzt erst einmal die Grundlagen ermitteln und dann mit der Heimaufsicht besprechen“, sagt Wolfgang Scheitler, Leiter Einrichtung. Zunächst müsse jeder einzelne Raum ausgemessen werden. „Dann können wir ermitteln, was machbar ist und was nicht“, sagt Scheitler. Auch über die Größe hinaus müssten die Zimmer bestimmte Standards erfüllen. „Wir können nicht aus allen Doppelzimmern zwei Einzelzimmer machen“, sagt Scheitler. Die vorhandenen 27 Einzelzimmer blieben vermutlich aber bestehen.

Die Vorgaben des Sozialministeriums erlauben pro Stockwerk maximal 15 Zimmer. Für das Pfullendorfer Alten- und Pflegeheim mit seinen drei Stockwerken ergeben sich damit maximal 45 Wohneinheiten. Zurzeit verfügt die Einrichtung noch über 66 Plätze. 21 davon müssten also wegfallen. Dabei sind derzeit alle Plätze belegt. Doch das Angebot des Alten- und Pflegeheims geht darüber hinaus.

Zahlreiche Angebote

Zusätzlich gibt es einen ambulanten Pflegedienst, eine Tagespflege-Einrichtung und eine Anlage für betreutes Wohnen. Für die gut 30 seniorengerechten Wohnungen, die die Gesellschaft für Siedlungs- und Wohnungsbau (GSW) am Stadtsee plant, ist ebenfalls eine Betreuung durch den ambulanten Dienst im Gespräch.

Der ambulante Dienst betreut 60 pflegebedürftige Menschen, die Seniorenresidenz für betreutes Wohnen beim Krankenhaus umfasst 25 Wohnungen und an der Pfarrhofgasse stehen zehn Tagespflege-Plätze zur Verfügung. Für das Jahr 2014 verzeichneten Tagespflege und ambulanter Dienst leichte Verluste, insgesamt lag das Defizit des Eigenbetriebs bei 58500 Euro. 2013 war das Minus mit 189000 Euro noch fast dreimal so hoch ausgefallen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen