Stadt verzeichnet Rekord an Zuzügen

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Viele Familien, auch aus dem Umland, erfüllen sich in Pfullendorf den Traum vom Eigenheim.
Viele Familien, auch aus dem Umland, erfüllen sich in Pfullendorf den Traum vom Eigenheim. (Foto: Sebastian Korinth)
Redakteur Alb/Lauchert und Pfullendorf

Fast 700 Erwachsene sowie knapp 180 Kinder und Jugendliche sind in den vergangenen zwölf Monaten nach Pfullendorf gezogen – Rekord. „Das ist schon eine gigantische Zahl“, sagt Bürgermeister Thomas Kugler. Dabei gehört seine Stadt schon seit einigen Jahren zu den Kommunen im Landkreis, deren Einwohnerzahl steigt. Die Baugebiete boomen, auch private Initiativen sorgen für Wachstum.

Seit einigen Jahren empfängt die Stadt Pfullendorf ihre neuen Einwohner gemeinsam mit der katholischen und der evangelischen Gemeinde bei einem Neubürger-Treff. Der nächste findet am Sonntag, 15. September, von 9 bis 12 Uhr auf dem Marktplatz statt. Die Erfahrung zeigt, dass zwar nur ein eher geringer Teil der Zugezogenen dieses Angebot wahrnimmt – doch diese sind dafür umso interessierter. Dementsprechend steigt auch die Zahl der Vereine und Institutionen, die diese Möglichkeit nutzen, um sich zu präsentieren. „Der Neubürger-Empfang hat sich zu einem netten Treffpunkt entwickelt“, sagt Thomas Kugler.

Bauboom wegen niedriger Zinsen

Noch nie hat die Stadtverwaltung so viele neue Bürger zur Veranstaltung eingeladen. Im vergangenen Jahr waren es zum Beispiel 600 Erwachsene, im Jahr davor 550. Die vielen Zuzüge schlagen sich auch in der Einwohnerzahl nieder. Aktuell zählt die Stadt Pfullendorf 13 350 Einwohner, zum Ende des vergangenen Jahres waren es gut 13 200. Ende des Jahres 2012 lag die Einwohnerzahl bei 12 880. Ein wichtiger Aspekt bei dieser Entwicklung sei die verstärkte Nachfrage nach Bauplätzen, sagt Thomas Kugler. Mit den anhaltend niedrigen Zinsen sei diese vor allem in den vergangenen fünf Jahren enorm angestiegen.

Von den Bauherren kommen etwa 60 Prozent aus Pfullendorf und 40 Prozent aus dem Umland – in den meisten Fällen aus einem Umkreis von 30 bis 40 Kilometern. Viele Pfullendorfer nutzen die niedrigen Zinsen, um sich ihren Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Weil die Stadt generell als Wohnort gefragt ist, sind auch die dadurch nötigen Übergänge in den Mietwohnungen kein Problem.

Menschen von außerhalb kommen zum Beispiel nach Pfullendorf, weil sie dort einen Arbeitsplatz finden oder sich ein Eigenheim in der deutlich teureren Bodenseeregion nicht leisten können. „Wir können ihnen familienfreundliche Preise und eine gute Infrastruktur bieten“, sagt Thomas Kugler.

Die Bautätigkeit der vergangenen Jahre macht sich inzwischen bei den Einwohnerzahlen bemerkbar. Und ein Ende des Baubooms ist nicht absehbar. Für das Baugebiet Oberer Bussen, in dem gut 50 Bauplätze zur Verfügung stehen, wurden bereits 20 Verträge unterschrieben. „Jetzt arbeiten wir den zweiten Schwung ab“, sagt Thomas Kugler. „Ich gehe davon aus, dass bis Anfang 2019 alle Bauplätze verkauft sind.“

Baugebiet wird erweitert

Deshalb soll das Baugebiet erweitert werden. Das Ziel sei es, noch in diesem Jahr das Bebauungsplanverfahren abzuschließen, damit die Erschließung im kommenden Jahr oder spätestens 2020 erfolgen kann, sagt Thomas Kugler. Damit stünden rund 30 weitere Bauplätze bereit. Auch in den Ortsteilen stehen Bauplätze zur Verfügung oder sind zumindest in Vorbereitung. „Dort sind die Grundstücke noch etwas günstiger als in der Kernstadt“, sagt Kugler. Und wer zum Beispiel nach Aach-Linz ziehe, weil er in Überlingen arbeite, spare Zeit beim täglichen Pendeln.

Hinzu kommt die Fertigstellung verschiedener privater Wohnprojekte, beispielsweise am Stadtsee, an der Überlinger Straße und am Äußeren Mühlweg. Zuletzt hatte die Gesellschaft für Siedlungs- und Wohnungsbau (GSW) im Juli die 35 von ihr errichteten Wohnungen am Stadtsee an die neuen Eigentümer übergeben. Ein offizieller Festakt findet am 17. September statt. Die Raiffeisenbank Aulendorf wiederum plant 25 neue Wohnungen an der Adolf-Kolping-Straße. Es spricht also vieles dafür, dass Pfullendorf auch in den kommenden Jahren weiter wachsen wird.

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