Stadt entwickelt Quartierskonzept

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 Das Quartierskonzept umfasst 500 Gebäude in der Pfullendorfer Innenstadt, darunter vor allem viele Häuser, die in den 1960er- u
Das Quartierskonzept umfasst 500 Gebäude in der Pfullendorfer Innenstadt, darunter vor allem viele Häuser, die in den 1960er- und 70er-Jahren gebaut wurden. (Foto: Stadt Pfullendorf)
Anthia Schmitt

Im Rahmen des European Energy Awards hat sich die Stadt Pfullendorf Klimaziele auferlegt, die nun in Kooperation mit der Energieagentur Sigmaringen mit einem Quartierskonzept weiter verfolgt werden sollen.

Bei einem Pressegespräch haben Bürgermeister Thomas Kugler, Jörg-Arne Bias, Leiter der Stadtwerke, und Michael Bauer von der Energieagentur vorgestellt, was in den nächsten Jahren in einem Miteinander mit den Bürgern geplant ist: Die Altstadt und die angrenzenden Stadtgebiete mit Bauten aus den 60-er und 70er-Jahren sollen nach und nach in enger Zusammenarbeit mit den Hauseigentümern energetisch saniert werden.

Dabei sollen, wo es wirtschaftlich Sinn macht, Nahwärmenetze entstehen. 500 Gebäude, davon 420 Wohngebäude gibt es, so Michael Bauer, in dem vorgesehenen Gebiet, das in etwa von der Straße Kogenäcker im Osten bis zur Straße „Am Einfang“ im Westen und von der Martin-Schneller-Straße im Norden bis zum Sechslindenöschle im Süden reicht.

Der erste Abschnitt, in dem es mit dem Rathaus, der Stadtbücherei, dem Dominikanerinnenkloster oder der Galerie „Alter Löwen“ etliche städtische Gebäude gibt, soll bereits innerhalb der nächsten zwölf Monate umgesetzt werden. Hier wird, so Jörg-Arne Bias, eine Nahwärmeversorgung installiert, die von einem gasbetriebenen Blockheizkraftwerk mit Wärme- und Stromerzeugung gespeist wird. Betreiber sind die Stadtwerke, die den erzeugten Strom in ihr Netz einspeisen und auf diese Weise wieder an ihre Kunden zurückgeben.

„Ein großer Schritt für die Altstadt“, sagte Bürgermeister Kugler, denn gerade in diesem Bereich gebe es viele Gebäude mit alten Heizanlagen oder teuren Elektrospeicheröfen. Die weiteren Wohngebiete im ausgewiesenen Bereich sollen Schritt für Schritt das Angebot einer Nahwärmeversorgung erhalten. „Wir entwickeln das Netz wabenförmig“, sagte Bias.

Hausbesitzer müssen mitmachen

Allerdings funktioniert das ganze Konzept nur, wenn auch die Hausbesitzer mitmachen. „Es wird ein aktiver Beteiligungsprozess“, sagte Kugler. „Jeder Hauseigentümer ist für uns eine wichtige Person.“ Die Energieagentur als völlig neutrale Beratungsstelle schreibt deshalb in den nächsten Tagen alle Eigentümer der 500 Gebäude an und informiert über das Vorhaben.

Danach erhalten die Eigentümer bis etwa Ende des Jahres Besuch von der Energieagentur, die ihnen mit Rat und Tat und vor allem praktischen Tipps, auch zu Fördermöglichkeiten bei Umbaumaßnahmen, zur Seite steht. Gleichzeitig werden in einer Bestandsanalyse die Energiedaten und die Kohlendioxidemissionen aller Gebäude erfasst. Im Sommer ist dann eine große Informationsveranstaltung geplant und es werden für alle Eigentümer individuelle Beratungsgespräche angeboten.

Ein Service der Energieagentur übrigens, den bereits seit Jahren jeder Eigentümer, Bauherr und Mieter in Anspruch nehmen kann. Nicht nur, um den Klimazielen, die sich die Stadt gemeinsam mit dem Gemeinderat gesetzt hat, näher zu kommen oder um sich zu informieren, wenn es Fragen rund um das Erneuerbare Energiengesetz gibt, sondern auch für das eigene gute Klimagewissen und nicht zuletzt, um den eigenen Geldbeutel zu schonen.

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