So gelingt die entspannte Fahrt in den Urlaub

Lesedauer: 7 Min
Langeweile auf der Fahrt in den Urlaub? Das muss nicht sein, wissen die Erzieherinnen Yvonne Schulte, Sabine Willmann und Silke
Langeweile auf der Fahrt in den Urlaub? Das muss nicht sein, wissen die Erzieherinnen Yvonne Schulte, Sabine Willmann und Silke Mutter (von links). Sie geben Tipps, wie Eltern und Kinder gut gelaunt am Ziel ankommen. (Foto: Sebastian Korinth)

Wer mit Kindern in den Urlaub fährt, sollte nicht nur an deren Unterhaltung denken. So empfiehlt der ADAC grundsätzlich, mit Kindern maximal 500 Kilometer am Tag zu fahren und jede Stunde eine kleine Pause einzulegen – vor allem, wenn die Kinder noch klein sind. An Autobahnraststätten gibt es nicht nur Toiletten, sondern auch Wickelmöglichkeiten für Babys und Kleinkinder. Für die Verpflegung eigenen sich gesunde Lebensmittel, die nicht krümeln, tropfen oder schmieren: Apfelschnitze, Gemüsesticks, Mini-Salamis oder Käsewürfel. Zum Trinken eigenen sich Getränke ohne Kohlensäure, vor allem Wasser, Saft und Tee. Süßigkeiten machen Kinder unruhig und können zu Übelkeit führen. Unter dieser leiden beim Autofahren besonders häufig Kinder im Alter zwischen zwei und zwölf Jahren – meistens, wenn sie mit den Augen ein Medium fixieren und nicht aus dem Fenster sehen. Der ADAC rät zum Packen einer Notfalltasche, die nicht im Kofferraum, sondern im Fahrgastraum verstaut wird. In die Tasche gehören gegebenenfalls Ersatzwindeln, Wechselkleidung, Mülltüten, eine Spucktüte, Taschentücher, Feuchttücher und Wasser. Mit einem Überraschungsspiel lässt sich im Notfall auch ein langer Stau überwinden. Als Begleiter unbedingt ein Muss: das Lieblingskuscheltier der Kinder.

Urlaubszeit ist Reisezeit. Viele Familien nutzen für die Fahrt zum Urlaubsziel das eigene Auto. Das ist zwar praktisch, allerdings kann eine lange Fahrt mit kleinen Kindern auch ganz schön anstrengend werden. Damit alle Beteiligten trotzdem entspannt ankommen, haben die Erzieherinnen Sabine Willmann, Silke Mutter und Yvonne Schulte vom evangelischen Kindertagheim in Pfullendorf zahlreiche Tipps parat.

Zur Unterhaltung des Nachwuchses müssen Väter und Mütter noch nicht einmal etwas einpacken. Denn gerade für viele Klassiker reicht es schon, die Augen aufzuhalten oder den Kopf einzuschalten. Die drei Erzieherinnen sind sich sicher: Spiele wie „Ich sehe was, was du nicht siehst“ oder „Ich packe meinen Koffer“ funktionieren auch heute noch. Eine andere Möglichkeit ist das Zählen bestimmter Autofarben oder -kennzeichen. Dem Gewinner ein großes Eis bei der Ankunft am Urlaubsort zu versprechen, dürfte zusätzlich die Stimmung heben – ebenso wie gemeinsames Singen.

Dose mit Urlaubs-Gegenständen

Eltern und Kinder können auch reihum einen Namen nennen, wobei der nächste immer mit dem Endbuchstaben des letzten beginnt. Das kann ziemlich schnell zu einer Herausforderung werden. „Man glaubt gar nicht, wie viele Frauennamen auf -a enden“, sagt Silke Mutter, selbst Mutter von zwei inzwischen 17 und 20 Jahre alten Töchtern. Gute Erfahrungen hat die Erzieherin auch mit einer Dose gesammelt, in der sich typische Dinge aus dem Urlaub befinden – zum Beispiel ein Tütchen mit Sand, ein Stein, eine Muschel. „Die Dose kann man im Auto herumreichen und dann zum Beispiel Geschichten zu den einzelnen Gegenständen erzählen“, sagt Mutter.

Einen Tipp für Urlauber, die oft die gleiche Strecke fahren, hat Yvonne Schulte parat: Wer sieht zuerst einen markanten Punkt, der an der Strecke liegt? Unterhaltsam könne es aber auch sein, für einen Bauernhof Tiere und weitere Dinge „einzusammeln“, die am Fahrbahnrand zu sehen sind. „Wir haben auch schon mal eine ,Zunge’ in eine Socke geklebt und diese dann als Handpuppe benutzt“, erzählt Sabine Willmann, Mutter einer neunjährigen Tochter

Würfel im Marmeladenglas

Darüber hinaus gibt es natürlich etliche Spiele, die sich auch fürs Auto eigenen. „Es gibt kleine Reise-Versionen, zum Beispiel von ,Schiffe versenken’ oder ,Mensch ärgere dich nicht’, mit magnetischen Spielfiguren“, sagt Yvonne Schulte. Damit Würfel nicht unter dem Sitz verloren gehen, können sie auch in einem leeren, breiten Marmeladenglas benutzt werden – mit dem Deckel nach unten. „Quartett-Spiele gibt es zu den unterschiedlichsten Themen – beispielsweise zu Pferden, Hunden, Rettungsfahrzeugen oder zur Formel 1“, sagt Schulte.

Alleine beschäftigen können sich Kinder zum Beispiel mit „Bandolinos“, Rätselblöcken mit Lösungsschnur. Von den LÜK-Lernspiel-Kästen gibt es verschiedene Varianten für verschiedene Altersklassen. Kleinere Kinder haben auch Spaß an Puzzle-Büchern oder einer Zaubertafel zum Malen. Gerade für Mädchen und Jungen, die noch nicht selbst lesen können, bieten sich Hörspiele an – egal, ob von den Olchis, Conni oder Pumuckl. Bei älteren beliebt sind die fünf Freunde, die drei Ausrufezeichen oder Bibi und Tina. „Es gibt zum Beispiel aber auch tolle Märchen-CDs“, sagt Yvonne Schulte, Mutter einer fünfjährigen Tochter.

Alle drei Erzieherinnen betonen, wie wichtig regelmäßige Pausen sind – vor allem, weil der Nachwuchs in seinen Kindersitzen noch weniger Bewegungsfreiheit hat als die Erwachsenen. „Meine Eltern haben mit mir damals zum Beispiel oft ein gemeinsames Picknick eingelegt“, erzählt Yvonne Schulte. Und das mitgenommene Federballspiel müsse ja auch nicht erst am Urlaubsort zum Einsatz kommen. „Selbst an den Raststätten gibt es ja meistens einen kleinen Spielplatz“, sagt Silke Mutter. Auf diesem sollten sich die Kinder zwischendurch austoben dürfen.

Der Griff zum Tablet ist legitim

Und wenn alle Stricke reißen, gibt es ja auch immer noch Unterhaltungselektronik. „Dass sich die Kinder auch mal mit einem Tablet beschäftigen, ist durchaus legitim“, sagt Sabine Willmann. „Aber was sie damit machen, muss natürlich zum Alter passen.“ Vor der Fahrt können Eltern und Kinder zum Beispiel gemeinsam entscheiden, welche App oder welchen Film sie herunterladen. Für kleinere Kinder eigenen sich kürzere Folgen, größere können sich schon auf einen ganzen Kinofilm konzentrieren. Praktisch: Eltern können auch einstellen, wann sich das Gerät von selbst ausschaltet.

„Eltern können ihre Kinder einfach nicht acht Stunden am Stück bespaßen“, sagt Yvonne Schulte. Deshalb sei es wichtig, dass sich die Mädchen und Jungen auch mal selbst zu beschäftigen wissen. „Aber natürlich auch nicht acht Stunden am Stück mit dem Tablet“, sagt Schulte.

Wer mit Kindern in den Urlaub fährt, sollte nicht nur an deren Unterhaltung denken. So empfiehlt der ADAC grundsätzlich, mit Kindern maximal 500 Kilometer am Tag zu fahren und jede Stunde eine kleine Pause einzulegen – vor allem, wenn die Kinder noch klein sind. An Autobahnraststätten gibt es nicht nur Toiletten, sondern auch Wickelmöglichkeiten für Babys und Kleinkinder. Für die Verpflegung eigenen sich gesunde Lebensmittel, die nicht krümeln, tropfen oder schmieren: Apfelschnitze, Gemüsesticks, Mini-Salamis oder Käsewürfel. Zum Trinken eigenen sich Getränke ohne Kohlensäure, vor allem Wasser, Saft und Tee. Süßigkeiten machen Kinder unruhig und können zu Übelkeit führen. Unter dieser leiden beim Autofahren besonders häufig Kinder im Alter zwischen zwei und zwölf Jahren – meistens, wenn sie mit den Augen ein Medium fixieren und nicht aus dem Fenster sehen. Der ADAC rät zum Packen einer Notfalltasche, die nicht im Kofferraum, sondern im Fahrgastraum verstaut wird. In die Tasche gehören gegebenenfalls Ersatzwindeln, Wechselkleidung, Mülltüten, eine Spucktüte, Taschentücher, Feuchttücher und Wasser. Mit einem Überraschungsspiel lässt sich im Notfall auch ein langer Stau überwinden. Als Begleiter unbedingt ein Muss: das Lieblingskuscheltier der Kinder.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen