Schule gewinnt Spielzimmer-Ausstattung

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Die Initiative "Spielen macht Schule" fördert mit ihrem Wettbewerb die Einrichtung von Spielzimmer in Grundschulen. So soll eine
Die Initiative "Spielen macht Schule" fördert mit ihrem Wettbewerb die Einrichtung von Spielzimmer in Grundschulen. So soll eine (Foto: Mehr Zeit für KInder e. V.)
Schwäbische Zeitung

Wenn für die Buben und Mädchen an der Montessori-Grundschule Linzgau heute der Unterricht wieder beginnt, dann erwartet sie eine komplett neue Spielzimmerausrüstung im Wert von rund 3600 Euro. Dank ihres originellen und durchdachten Konzepts hat sich die Schule bei einem Wettbewerb durchgesetzt und eine der ausgelobten Ausstattungen gewonnen.

Von unserem Redakteur  Volker Knab

Die Initiative „Spielen macht Schule“ fördert so das klassische Spielen an Schulen. Die Montessori-Grundschule Linzgau hat sich an dem Aufruf der Initiative beteiligt und ein Konzept eingereicht, in dem sie ihre Ideen und Vorstellungen rund um ein Spielzimmer in ihrer Schule vorstellt. Insgesamt gibt es in diesem Jahr 205 Gewinner in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen. Die aufgrund der eingereichten Konzeption der Schule jeweils gewonnen Spiele hat das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) vorab auf ihren pädagogischen Wert geprüft und bewertet. Mit der Einrichtung der Spielezimmer soll der natürliche Spieltrieb gefördert werden, denn: Spielen regt wichtige Lernprozesse an, die Kinder auf die Anforderungen in Schule und Alltag vorbereiten. „Spielen macht Schule“ wurde vom Verein Mehr Zeit für Kinder und dem Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL, Ulm) 2007 gemeinsam ins Leben gerufen. Unterstützt wird die Initiative dabei von den jeweiligen Kultusministerien.

„Wir haben an die 205 Gewinner aus dem ganzen Bundesgebiet, Ausstattungen für Spielezimmer im Wert von 750000 Euro vergeben“, erläutert Isabell Altmann vom Verein „Mehr Zeit für Kinder“ gegenüber der Schwäbischen Zeitung. Unterstützt wird die Initiative von den Mitgliedern des Deutschen Verbandes der Spielwaren-Industrie.

Über 400 Schulen aus dem ganzen Bundesgebiet haben eine Bewerbung eingereicht, so Altmann weiter. Die Hälfte ging leer aus. Anfangs war die Initiative auf Hessen begrenzt. In Baden-Württemberg erfolgte der Aufruf für eine Bewerbung bereits im dritten Jahr, in neuen Ländern insgesamt. Bis 2012 soll die Ausdehnung auf das komplette Bundesgebiet abgeschlossen sein. Gestartet Um ein Spielezimmer für ihre Schule zu gewinnen, hatten die Grundschulen bis Juni 2010 Zeit, ihre individuell erarbeitete Bewerbung an den Verein Mehr Zeit für Kinder zu schicken. Die kreativsten Ideen sind nun von einer Fachjury prämiert worden und die Einrichtung der Spielzimmer erfolgte im Anschluss.

In der Pilotphase in 2007 haben bereits zehn Schulen ein solches Spielzimmer gewonnen. Mit den Gewinnern aus diesem Jahr gibt es nun bundesweit über 560 spielende Schulen. Fotos von diesen sowie alle aktuellen Infos, die Wettbewerbsunterlagen, Beispielkonzepte und den Ausstattungskatalog gibt es im Internet unter: Hintergrund des Projektes sind die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung. Sie zeigen, dass aktive Erfahrungen mit haptischen und visuellen Reizen, wie sie das klassisches Spielzeug bietet, förderlicher sind als die passive Erfahrungsvermittlung, wie sie durch das Fernsehen stattfindet. Schon Kinder im Grundschulalter sind dem ständig wachsenden Einfluss von Bildschirmmedien wie Internet, PC Spielen und Konsolen ausgesetzt. Bewegung und Kreativität, wichtige Faktoren für die kindliche Entwicklung, bleiben dabei auf der Strecke.

Dem immer stärker werdenden Einfluss der Bildschirmmedien möchte die Initiative „Spielen macht Schule“ entgegenwirken.

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