Schneller lassen die Karbatschen knallen

Lesedauer: 4 Min

In der Kategorie der Hexen sahnt Claudius Hennig beim Schnellerwettbewerb den ersten Preis ab.
In der Kategorie der Hexen sahnt Claudius Hennig beim Schnellerwettbewerb den ersten Preis ab. (Foto: Anthia Schmitt)
Anthia Schmitt

Mit dem finalen Hemdglonkerumzug und dem Hexenverbrennen ist für die Narrenzunft Stegstrecker gestern Abend die Fasnet 2018 zu Ende gegangen. Zuvor pflegten die Schneller in der Zunft eine uralte Tradition: Sie richteten bei schönstem Sonnenschein das Preisschnellen auf dem Marktplatz aus. 83 Schneller, Mitglieder der Gilde, aber auch viele Hobbyschneller, ließen die Karbatschen um die Wette knallen. Stadtmeister war am Ende Thomas Spähler, der 49 von 50 möglichen Punkten erreichte. Erstmals wurde in diesem Jahr auch eine Stadtmeisterin gekürt. Isabell Hardt durfte den begehrten Pokal entgegen nehmen.

Die fünfköpfige Jury mit Florian Weißhaupt, Peter Axt, Josef Weißhaupt, Klaus Hardt und Jürgen Rauch musste schon sehr genau hinsehen. Die Haltung und die Beinstellung wurden bewertet, aber auch das Führen der Karbatsche und die Knallentwicklung. Zehn Punkte konnte jeder Juror maximal vergeben. Die Moderation übernahm Konrad Grathwohl, der die Peitschenhiebe in närrischer Manier mit Lob und Tadel, aber auch mit spitzen Bemerkungen kommentierte. „Da hat mein Nachbar mehr Kraft“, hämte er beispielsweise über einen eher missglückten Auftritt, oder er sagte anerkennend zur achtjährigen Romy Rusch, die als jüngstes Mädchen die Karbatsche schwang: „Super, so haben wir alle angefangen.“ Von den zahlreichen Zuschauern gab’s dazu für jeden einzelnen Schneller Applaus.

Früh übt sich....

Dass man mit dem Schnellen schon früh anfangen kann, bewies der erst fünfjährige Timo Hissleiter. „Es ist schön, dass wir die Kinderlen, dass wir den Narrensamen haben“, freute sich Konrad Grathwohl sichtlich über die allerkleinsten Schneller. Und auch nach oben gibt es keine Grenzen: Ältester Teilnehmer war in diesem Jahr der 66-jährige Horst Sessler.

Vor allem der Schnellernachwuchs wartete nach knapp zwei Stunden Wettbewerb sehnsüchtig auf die Siegerehrung, die neben der Urkunde jede Menge Überraschungen für die Teilnehmer parat hatte. Vom Balkon des Rathauses ließen die Schneller jeden einzelnen Gewinn herunter, große Tüten, prall gefüllt mit Süßigkeiten oder Spielsachen für die Kleinen und Ess- und Trinkbarem für die Großen.

Kaum war das Preisschnellen vorbei, sammelten sich die Narren schon wieder am Obertor. Mit Trommeln und Pfeifen zogen sie ein letztes Mal in diesem Jahr durch die Stadt, um sich danach am Marktplatz zum Verbrennen der Strohhexe zu treffen und dort mit großem Gejammere zu bedauern, dass die Fasnet schon wieder zu Ende ist.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen