Schauspieler greifen die Lachmuskeln an

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Julia (Andrea Hahn), Ruth (Alex Roth) und Hedwig (Sandra König, von rechts) schmieden bereits Pläne, wie sie das viele Geld ausg
Julia (Andrea Hahn), Ruth (Alex Roth) und Hedwig (Sandra König, von rechts) schmieden bereits Pläne, wie sie das viele Geld ausgeben wollen, doch dann kommt alles ganz anders. (Foto: Anthia Schmitt)
Anthia Schmitt

Ausgewandert ist das Pfullendorfer Linzgau Theater bei seiner zwölften Aufführung. Weil es in Pfullendorf und den Ortsteilen im Aufführungszeitraum keinen geeigneten freien Saal gab, entschied sich Regisseur Erich Koch, der auch Autor des Dreiakters „Nix Geld, nix Liebe“ ist, in diesem Jahr für die Bühne im Hirschsaal in Hausen am Andelsbach. Dem Spaß tat der Umzug keinen Abbruch.

Bei der Premiere am Freitag amüsierten sich rund 120 Zuschauer, darunter auch eine eigens angereiste Theatergruppe aus Geiselberg in der Pfalz, bestens über die Verwicklungen der Erfolgskomödie. „Sechs Minuten Lachen machen so fit wie eine Stunde Jogging, da können Sie in den nächsten drei Stunden einen Marathonlauf machen“, versprach Erich Koch am Anfang. Er behielt recht: Die zehn Akteure sorgten mit unglaublicher Situationskomik, hinreißenden Wortspielereien, frechen Sprüchen, absurden Kostümen und vielen lokalen Seitenhieben schier pausenlos für lautstarke Lachsalven und spontanes Kichern.

Viel spontaner Szenenapplaus und lautstarker, lang anhaltender Beifall am Ende zeigten außerdem, dass Erich Koch und seine Schauspieler wieder einmal den Geschmack des Publikums getroffen haben. Die „alten Hasen“ des Theaters, die sich längst zu professionellen Angreifern auf die Lachmuskulatur gemausert haben – Alex Roth, Andrea Hahn, Jolanta Bosch, Jürgen Ebert, Raimund Lohr-Hofmann und Erich Koch – haben in diesem Jahr Verstärkung bekommen.

Neu im Team stehen Andreas Bücheler als unglaublich witziger Balletteleve, Heike Hofmann als lebenslustige Oma Rosa, Sandra König in der Rolle der vogelscheuchenähnlichen Schwägerin Hedwig und Markus Roth als durchtriebener und vom Pleitegeier verfolgter Bürgermeister auf der Bühne.

Sie meisterten ihre komödiantische Aufgabe mit Bravour, sodass es Kochs anfänglicher Bitte, den Neuen mit Applaus durch ihren ersten Auftritt zu helfen, nicht bedurft hätte. Willi (Erich Koch) und sein Kumpel Georg (Raimund Lohr-Hofmann) haben viele Millionen im Lotto gewonnen. Eine Nachricht, die ausgerechnet eintrifft, als der Rest der beiden Familien für ein Theaterstück probt. Die beiden wollen den Gewinn geheim halten, denn sie fürchten nicht nur die Verschwendungssucht ihrer beiden Gattinnen Ruth (Alex Roth) und Julia (Andrea Hahn), sondern auch die ungezügelten Wünsche von Opa (Jürgen Ebert), der ein Filmstudio eröffnen möchte, Oma Rosa, die sich einen Butler zum Aus- und Anziehen wünscht, Sohn Gerd, der die Ballettschule besuchen möchte, und Schwägerin Hedwig, die von einer Rundumerneuerung träumt.

Auch der Bürgermeister spekuliert auf die Millionen, hofft er doch, dass er mit Unterstützung der russischen Schönheit Tamara (Jolanta Bosch) eine einträgliche, wenn auch zwielichtige Wellness-Oase bauen kann. Willi und Georg überlegen sich einen Trick mit bösen Folgen, bis Willi zurückschlägt und den „Bumerang schwingt“.

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