SC Pfullendorf schafft den Weg aus der Krise

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 Karl Fritz als neuer stellvertretender Vorsitzender, Kassenwart Oliver Briehl, Schriftführerin Corina Sievert und Vorsitzender
Karl Fritz als neuer stellvertretender Vorsitzender, Kassenwart Oliver Briehl, Schriftführerin Corina Sievert und Vorsitzender Jobst-Michael Florus (von links) leiten den SC Pfullendorf in den kommenden Jahren. (Foto: Anthia Schmitt)
Anthia Schmitt

Der Sportclub Pfullendorf (SCP) hat nach der schweren Krise in den Jahren 2015 und 2016, in denen dem Verein bei einem ungedeckten Fehlbetrag von 245 000 Euro eine Insolvenz und die Auflösung drohte, offensichtlich wieder die Kurve gekriegt. Kassenwart Oliver Briehl berichtete in der Hauptversammlung am Freitag über den Kassenstand am Ende des Geschäftsjahrs, das beim SCP traditionell am 30. Juni endet: „Es gibt erstmals in meiner sechsjährigen Amtszeit ein Haben auf dem Konto.“

Riesig ist dieses mit 3190 Euro nicht, aber die Vorstandsmitglieder um den Vorsitzenden Jobst-Michael Florus werteten das Ergebnis als positives Zeichen nach einer harten Zeit der Konsolidierung. Übermütig und arrogant will man beim Verein deshalb nicht werden. „Nicht abheben, sondern Demut und solides Weiterarbeiten“, forderten nicht nur Florus, sondern auch Bürgermeister Thomas Kugler in der Versammlung.

Gesteckte Ziele erreicht

Finanzvorstand Jürgen Schrandt stellte die Details der Bilanzentwicklung dar. Das Eigenkapital, bestehend aus Sachwerten, das „vor zwei Jahren noch im Minus war“, konnte auf knapp 100 000 Euro erhöht werden. Die Verbindlichkeiten gegenüber Banken reduzierten sich in zwei Jahren von 50 000 Euro auf 2300 Euro und es konnten Rückstellungen geschaffen werden. „Wir jonglieren immer noch jeden Monat mit den Zahlen, aber wir haben die gesteckten Ziele vom vergangenen Jahr erreicht“, sagte Schrandt. „Die Kurve geht steil nach oben.“

Zuvor hatten die Abteilungsleiter Robert Hermanutz (Fußball), Rüdiger Rabi (Jugend), Herbert Schmieder (Schach), Harald Renger (Alte Herren) und Taibi El Amrani (Eisstocker) ihre Berichte abgegeben. Bei den aktiven Fußballern feierte der Verein den sofortigen Wiederaufstieg der ersten Mannschaft in die Verbandsliga. In der Jugend spielen 170 Nachwuchstalente in elf gemeldeten Mannschaften. Die Schachspieler kooperieren erfolgreich mit dem Staufer-Gymnasium, und bei den Eisstockern, die traditionell eine Stadtmeisterschaft der Betriebe und Vereine ausrichten, hat die Geselligkeit einen hohen Stellenwert.

Thomas Kuglers mahnende Worte

Froh ist man im Verein, dass die Stadt den Kunstrasenplatz im Tiefental neu anlegen lässt. Die Baumaßnahmen sollen, so Thomas Kugler in seiner Ansprache, in den nächsten Tagen beginnen. Der Platz soll dann vom SC Pfullendorf, vom TSV Aach-Linz und vom SV Denkingen gemeinsam genutzt werden. Kugler richtete deshalb ein mahnendes Wort an den Sportclub, den er als „sportliches Aushängeschild“ bezeichnete: „Man muss schauen, dass man den beiden anderen Mannschaften auf Augenhöhe begegnet. Ich empfehle Ihnen, sich das ständig hinter die Ohren zu schreiben.“

Kai Sautter stellte das Projekt „Zusammenwachsen“ vor, das bei der Konsolidierung des Vereins mithelfen soll und mit dem Austausch der Tribünensitze oder der Reparatur der Heizung im VIP-Zelt in Eigenleistung bereits erste Erfolge bei der Verbesserung der Infrastruktur verzeichnet. Eine eher unwesentliche Satzungsänderung, die unter anderem ein rollierendes System bei den Vorstandswahlen und die Erhöhung der möglichen Beisitzer von sechs auf zehn beinhaltet, genehmigten die Mitglieder einstimmig.

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