Razorbacks bringen Football-Fieber nach Pfullendorf

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Tanja Japs

Pfullendorf - Die Razorbacks aus Ravensburg haben ihren Saisonauftakt am Samstagnachmittag in der Pfullendorfer Geberit-Arena absolviert – und mit ihrem Vorbereitungsspiel gegen die HSU Snipers mehr als 3000 Zuschauer für American Football begeistert. Der deutliche 69:10-Sieg gegen die Universitätsmannschaft der Bundeswehr aus Hamburg geriet dabei auch angesichts des spektakulären Rahmenprogramms eher zur Nebensache.

„Wir haben die Zuschauermarke von 3000 geknackt“, freute sich Andreas Walk, der die Veranstaltung maßgeblich mit organisiert hatte, schon vor Beginn des Spiels. Die Razorbacks spielen erfolgreich in der zweiten Bundesliga, beendeten die letzte Saison als Spitzenreiter. Andreas Walks 19-jähriger Sohn Lucas ist seit sieben Jahren aktives Mitglied bei den Ravensburgern und wurde im vergangenen Jahr vom Verein als bester neuer Spieler in der Bundesligamannschaft ausgezeichnet.

US-Cars drehen eine Runde

„Mit diesem Ereignis wollen wir die Sportart den Zuschauern präsentieren und ihr Interesse wecken“, sagte Andreas Walk. Dieses Ziel hat der Verein auf jeden Fall erreicht: Menschenmengen strömten bereits zum Rahmenprogramm ins Stadion, informierten sich an einem Stand der Bundeswehr über deren Ausbildungsmöglichkeiten oder bewunderten die US-Cars mit den Cheerleadern, die eine Runde durch die Arena drehten.

Zum Vorprogramm gehörte auch ein Auftritt der Brassmusikgruppe „Little Joe And the Facking Horns“, die für Stimmung sorgte. Den Spielball kurz vor Spielbeginn brachten Fallschirmspringer vom Flugzeug aus direkt aufs Spielfeld.

Doch worum geht es beim American Football eigentlich? Die Antwort lautet: Raumgewinn zu erzielen. Einer Mannschaft können bis zu 50 Spieler angehören. Im Verlauf eines Spiels versuchen zwei Mannschaften aus je elf Spielern, den Spielball in die gegnerische Endzone zu bringen oder ein Field Goal zu erzielen, um Punkte zu gewinnen. Die im Ballbesitz befindliche Mannschaft kann das durch Werfen oder Laufen mit dem Ball erreichen. Die verteidigende Mannschaft versucht den Gegner daran zu hindern und selbst in Ballbesitz zu kommen. Dabei steht immer entweder nur die Abwehr oder die Offensive einer Mannschaft auf dem Platz.

Wer mit der Familie einen Nachmittag mit Action, Spannung und Dramatik in Form eines tempogeladenen Sports suchte, war am Samstag in Pfullendorf genau richtig – obwohl sich dem Zuschauer die Regeln beim ersten Spiel nur schwer erschließen. So ging es beispielsweise Familie Mayer aus Pfullendorf, die aus Neugier zum Spiel kam, weil sie American Football noch nicht live gesehen hatte. Auch für Andreas Vollmuth war es der erste Kontakt mit der Sportart. „Ich kenne zwar das Ziel des Spiels“, sagte er. „Aber das war es im Großen und Ganzen auch schon.“ Ganz anders ging es dem 13-jährigen Nico, der mit seiner Mutter aus Krauchenwies kam und schon seit Wochen auf das Spiel hingefiebert hatte: Ein Mitglied der Razorbacks ist gleichzeitig sein Lehrer. Auch Klassenkameradin Olivia hatte von dieser sportlichen Freizeitaktivität ihres Lehrers bis dahin nichts gewusst. Die Razorbacks haben jetzt auf jeden Fall ein paar Fans mehr. Unter anderem eine Gruppe Jugendlicher aus Meßkirch freute sich über die Veranstaltung in Pfullendorf. „Heute ist richtig was los in der Stadt“, sagten sie.

Dass das Ergebnis am Ende zweitrangig war, zeigte auch die After-Show-Party: Dort wurde nach dem Spiel noch reichlich weiter gefeiert.

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