Pfullendorf soll in den nächsten 15 Jahren um 2 000 Einwohner wachsen

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 Mit dem Regionalplan soll Pfullendorf in Zukunft wachsen.
Mit dem Regionalplan soll Pfullendorf in Zukunft wachsen. (Foto: Archiv: Thomas Warnack)
Anthia Schmitt

Mit der Gegenstimme von Thomas Aberle (UL) hat der Technische Ausschuss Pfullendorf in seiner jüngsten Sitzung die Fortschreibung des Regionalplans, wie vom Regionalverband Bodensee-Oberschwaben vorgelegt, beschlossen.

Baurechtsamtsleiterin Nadine Rade stellte das Planwerk vor. Der Regionalplan soll für einen Zeitraum von etwa 15 Jahren gelten. Der Regionalverband sieht Pfullendorf künftig als Vorranggebiet für den Wohnungsbau, weil am Bodensee nicht mehr ausreichend Fläche vorhanden ist. Wichtige Aufnahmen in den vorgelegten Entwurf des Regionalplans sind der dritte Abschnitt der Stadtumfahrung und die Ortsumfahrung von Aach-Linz, die Sicherung der Wasservorkommen im Kehlbachtal, die Biotopvernetzung am Andelsbach sowie die Ausweisung von möglichen Gewerbeflächen und von Flächen für den Wohnungsbau. An Gewerbefläche für mögliche künftige Entwicklungen enthält der Entwurf das Industriegebiet Mengener Straße und eine 39,4 Hektar große Fläche bei Wattenreute. Für den Wohnungsbau sieht der Entwurf 21 Hektar im Bereich Galgenbühl vor. Weitere 14,2 Hektar Fläche weist der Plan beiderseits der Ostracher Straße aus. Eine kleinere Fläche wird unterhalb des Haus Linzgau in den Regionalplan aufgenommen.

Thomas Aberle kritisierte die großen Flächen, die für Wohn und Gewerbebebauung in den Regionalplan aufgenommen werden, und riet, diese Flächen zu verkleinern, um ein rasantes Bevölkerungswachstum in der Stadt einzuschränken und den Landwirten Platz für die Bewirtschaftung ihrer Betriebe zu lassen. Er verwies auf eine Baulückenbebauung und die Nutzung der Häuser in der Altstadt für Wohnzwecke.

Bürgermeister Thomas Kugler erklärte, dass die Aufnahme in den Regionalplan nicht automatisch heiße, dass auch alle Flächen bebaut werden. Vielmehr sei es eine Art Vorratshaltung für künftige Entwicklungen. Ob tatsächlich gebaut wird, entscheide das Gremium, wenn die Zeit dafür reif sei. Kugler zeigte Verständnis für die Bedenken Aberles und sprach sich für ein moderates Bevölkerungswachstum in Pfullendorf bis etwa 15 000 Einwohner in den nächsten 15 Jahren aus. Derzeit hat die Stadt rund 13 000 Einwohner. Aus den Reihen der Räte ergriffen Winfried Potrzeba, Thomas Jacob, Edgar Lang und Michael Zoller das Wort und sprachen sich für den Entwurf des Regionalverbands aus. „Wir sollten das Potential für die Zukunft schaffen und nicht die Bremse ziehen“, sagte Potrzeba. Die Abstimmung fiel anschließend eindeutig aus. Nur Thomas Aberle stimmte gegen den Entwurf.

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