Pfullendorf ernennt Ehrenbürger

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Peter Schramm (links) erhält von Bürgermeister Thomas Kugler die höchste Auszeichnung der Stadt: die Ehrenbürgerschaft.
Peter Schramm (links) erhält von Bürgermeister Thomas Kugler die höchste Auszeichnung der Stadt: die Ehrenbürgerschaft. (Foto: FotoS: Anthia Schmitt)
Anthia Schmitt

Die Stadt Pfullendorf hat gemeinsam mit den Kirchen und der Garnison am vergangenen Sonntag zum Neujahrsempfang eingeladen. Über 750 Gäste und damit so viele wie noch nie, füllten die Stadthalle. Grund für diesen großen Andrang war wohl auch der Festredner: Der Berliner Rechtsanwalt und Bundestagsabgeordnete der Partei „Die Linke“, Gregor Gysi.

Bürgermeister Thomas Kugler ließ zu Beginn in aller Kürze das Jahr Revue passieren und berichtete von den wichtigsten Ereignissen. Darunter die Kommunalwahlen und die „Initiative Innenstadt“. Dazu informierte er über den Neubau des Familienzentrums „Sonnenschein“ mit Platz für 72 Kinder als „Meilenstein in der Kinderbetreuung“ und die bauliche Entwicklung mit 115 Bauanträgen 2019 und Bauinvestitionen in Höhe von 44,4 Millionen Euro. „Der Bauboom war und ist für jeden ersichtlich, an allen Ecken und Enden von Pfullendorf wird gebaut und Neues geschaffen“, sagte Kugler und weiter: „Wir verfallen keinem Wachstumswahn, aber wir müssen unserem Auftrag zur Wohnraumschaffung Rechnung tragen“.

Auch im Pfullendorfer Gewerbe wird investiert

Auch im gewerblichen Bereich wurde in der Stadt investiert. So erstellte Geberit eine neue Produktionshalle, die Kramer Werke erweiterten und die Firma Gummi Stoll bündelt seine Standorte in einem Neubau. Einen Wermutstropfen gab es trotzdem: Die geplante gewerbliche Verwendung des Geländes der ehemaligen Ziegelei kam nicht zustande. 2020 rechnet Kugler mit einem „Jahr der Herausforderungen“. Es ist das Jahr des 800-jährigen Bestehens der Stadt mit vielen Veranstaltungen und ein „kommunalpolitisch interessantes Jahr mit grundlegenden Konzepten und Baubeschlüssen“ wie dem Bau des neuen Pflegeheims, dem Schulkonzept und dem Konzept des neuen evangelischen Tagheims. Außerdem wird der zweite Bauabschnitt der Umgehungsstraße und die Sanierung des Dominikanerinnenklosters abgeschlossen.

Kuglers ausdrücklicher Dank galt den Ehrenamtlichen in der Stadt, die „wertvolle und unbezahlbare Dienste für unsere Gesellschaft leisten“. „Sie prägen Pfullendorf und machen Pfullendorf zu dem, was wir sind“, sagte Kugler. „Wir profitieren von guten Gremien, engagierten Vereinen, von tollen Menschen in unseren Betrieben und von engagierten Mitarbeitern der Stadt und ihrer Einrichtungen.“ Den Bürgern sagte er zum Schluss: „Verlieren Sie nie die Zuversicht und den Mut. Bleiben Sie optimistisch, denn Pessimismus lähmt und irritiert.“

Oberst Albrecht Katz-Kupke ließ in seinem Grußwort das Jahr des 60-jährigen Bestehens der Garnison in Bildern der verschiedenen Jubiläumsveranstaltungen Revue passieren. Für die Kirchen ergriff der katholische Pfarrer Martinho Dias Mértola das Wort. Er sprach über die Vertrauenskrise in der katholischen Kirche und forderte mit deutlichen Worten eine Vielfalt der Kirche. „Der synodale Weg ist eine letzte Chance für unsere Kirche in Deutschland“, sagte er. „Die Leute laufen davon, sie haben die Schnauze voll von Gängelei.“ Spontanen Applaus gab es für seine Forderung nach der Abschaffung des Pflichtzölibats und nach der Gleichwertigkeit von Mann und Frau. „Die katholische Kirche braucht ein neues Kirchenrecht, das sich am Evangelium orientiert“, mahnte er unter dem langanhaltenden Beifall des Publikums.

Nach mehreren Jahren ohne Ehrungen zeichnete Kugler in diesem Jahr wieder verdiente Bürger aus. Die höchste Auszeichnung erhielt Peter Schramm. Dem langjährigen Rektor des Staufer-Gymnasiums, der sich außerdem in mehr als 20 Jahren als Gemeinderat und als anerkannter Historiker um die Stadt verdient gemacht hat, wurde die Ehrenbürgerwürde verliehen. „Sie haben in Pfullendorf deutliche Spuren hinterlassen“, würdigte Kugler das Engagement Schramms und nannte dessen Verdienste um das Staufer-Gymnasium, das er mit seinen Initiativen von einer Schule mit 250 Schülern in vier innerstädtischen Gebäude zu einer modernen leistungsfähigen Schule mit 730 Schülern entwickelte, sowie Schramms Engagement als ehrenamtlicher Leiter des Stadtarchivs und bei der Einrichtung des stadtgeschichtlichen Museums im Alten Haus sowie dessen Tätigkeit im Gemeinderat. „Sie sind ein ganz besonders wertvoller Mensch unserer Gesellschaft, der es verdient hat, mit der höchsten Auszeichnung unserer Stadt ausgezeichnet zu werden“, schloss Kugler seine Laudatio.

Verdienstmedaillen für mehrere Bürger der Stadt

Die Verdienstmedaille der Stadt in Silber erhielten Markus Schenzle, Claudius Hennig und Heinz Brandt, die im Sommer nach zehn Jahren Gemeinderatstätigkeit aus dem Gremium ausschieden. Für Emil Gabele und Siegbert Krall, die in Aach-Linz und Otterswang als langjährige Ortsvorsteher tätig waren, gab es die zweithöchste Auszeichnung, die die Stadt vergibt, den Wappenehrenteller. Ebenfalls mit dem Wappenehrenteller wurden Hans-Jürgen Rupp und Josef Waldschütz ausgezeichnet. Rupp war Ende März nach über 50 Dienstjahren bei der Stadt in den Ruhestand eingetreten. Josef Waldschütz stand bis zu seiner Pensionierung im Herbst 40 Jahre im Dienst der Stadt.

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