Pflegeheim erhält Demenzweg

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 Anica Raith, Leiterin des Pflegeheims St. Bernhard, und die Bewohner Hans Bücheler, Gudrun Hahn, Wilhelmine Bohler und Anna Tam
Anica Raith, Leiterin des Pflegeheims St. Bernhard, und die Bewohner Hans Bücheler, Gudrun Hahn, Wilhelmine Bohler und Anna Tambor (von rechts) sehen der Fertigstellung des neuen Demenzwegs mit Freude entgegen. (Foto: Anthia Schmitt)
stt

Anica Raith, Leiterin des Pflegeheims St. Bernhard, lässt sich nicht so leicht von etwas abbringen, wenn sie eine Idee hat. Im jüngsten Fall ist es ein sogenannter Demenzweg. Ein Spazierweg für die betagten Menschen im Haus und Besucher von außerhalb, der Bewegung und Sinneseindrücke miteinander verbindet.

„Ich habe das in einer Fernsehdokumentation gesehen und sofort beschlossen, dass ich das für unsere Einrichtung auch haben will“, sagt sie. Ermöglicht wurde das Projekt nun durch eine größere private Spende, die Raith mit den Worten erhielt: „Machen Sie was Gutes daraus.“

Außerdem fand sie Firmen und Helfer, die sich finanziell und mit praktischer Arbeit in die Umsetzung einbrachten. Noch ist der Weg, der nach seiner Fertigstellung etwa 400 Meter lang um das gesamte Gebäude führt, eine Baustelle, aber es ist bereits zu erkennen, was bis zur Einweihung, die für Mitte August geplant ist, entsteht.

Da gibt es den gepflasterten Weg, der breit genug für Rollstühle und Rollatoren oder einen Spaziergang in Begleitung ist und mit einem Handlauf versehen wird. Parallel zum Weg entstehen Abschnitte, die mit Rasen eingesät sind, Blumen- und Hochbeete, die die Augen ansprechen sollen, ein Miniaturwäldchen oder ein Sinnespfad zum Barfußgehen, der mit verschiedenen Materialien ausgelegt ist. Sitzbänke, eine gemütliche Gartenschaukel und eine kleine Terrasse mit Tischen und Stühlen laden zum Ausruhen und Verweilen ein.

„Wir freuen uns alle“, berichtet Raith, dass nicht nur die Bewohner des Hauses den Bau mit Interesse verfolgen und auf eine baldige Fertigstellung hoffen, sondern auch die Mitarbeiter, denn ihnen bietet der Weg mit seinen Sitzecken endlich die Möglichkeit, ihre Pausen in einem angenehmen Umfeld draußen zu verbringen.

Natürlich soll der Weg, der bisher, so Raith, der einzige seiner Art im ganzen Kreis Sigmaringen ist, nicht den eher abschreckenden Namen Demenzweg erhalten, sondern eine Bezeichnung, die einladend ist und ein Wohlgefühl vermittelt. Deshalb hat Raith einen Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem ein passender Name gefunden werden soll. Der Name wird beim Einweihungsfest bekannt gegeben.

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