Olivia und Larissa sind den Räubern auf der Spur

Lesedauer: 6 Min
Tanja Japs

Kleine Entdecker können sich ab sofort mit ihren Eltern auf dem Pfullendorfer „Zinkenpfad für Räuberkinder“ auf die Spuren der Räuberbanden aus vergangenen Zeiten begeben. Der Erlebnispfad ist gut zwei Kilometer lang und für jedermann geeignet. Auch die Mitnahme von Kinderwagen oder Fahrrädern ist möglich. Ein Begleitheft ist in der Tourist-Information am Marktplatz und im Café Moccafloor an der Hauptstraße erhältlich. Darüber hinaus gibt es das Heft auch im Internet auf www.noerdlicher-bodensee.de und auf www.pfullendorf.de. Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 07552/25 11 31 und per E-Mail an tourist-information@stadt-pfullendorf.de.

Auf einem neuen „Zinkenpfad für Räuberkinder“ können sich Familien in Pfullendorf auf die Spuren von Räuberbanden aus vergangenen Zeiten begeben. SZ-Mitarbeiterin Tanja Japs hat den Erlebnisweg gemeinsam mit ihren Töchtern Olivia (12) und Larissa (10) getestet.

„Was sind Zinken überhaupt?“, will Olivia wissen, als sie vom „Zinkenpfad für Räuberkinder“ erfährt. Die Antwort kann ich ihr geben: Bei Zinken handelt es sich um Geheimzeichen, mit der sich die Räuberbanden aus vergangenen Zeiten verständigten oder gegenseitig vor etwas warnten. Noch mehr Informationen zum Thema gibt es im Begleitheft zum Zinkenpfad, das uns Linda Jungert von der Tourist-Information in die Hand drückt. Außerdem bekommen wir einen Pfadplan und eine Zinkenübersicht.

Das Begleitheft klingt verheißungsvoll. „Auf dem Zinkenpfad begibst du dich auf die Spuren der Räuber, die vor vielen, vielen Jahren auch in und um Pfullendorf ihr Unwesen trieben“, heißt es darin. Der berühmteste Räuber in unserer Gegend sei Xaver Hohenleiter gewesen, besser bekannt als der „Schwarze Vere“. „Folge einfach dem Zinkenpfad-Plan, dann findest du die Zinken bestimmt.“ Falls wir das Lösungswort entschlüsseln, stellt uns Linda Jungert außerdem noch eine kleine, schmackhafte Räuber-Beute in Aussicht – dann also nichts wie los!

Ein Foto als Räuberhauptmann

Ausgangspunkt und Ziel des Rundwegs ist der Bahnsteig am Stadtgarten, an dem passend zum Zinkenpfad auch die Räuberbahn hält. Dort kann sich jedermann als „Schwarzer Vere“ ausgeben, indem er sich als echter Räuberhauptmann an einer Fotowand fotografieren lässt. Das Begleitheft lädt dazu ein, das Bild anschließend unter dem Hashtag #Räuberbahn auf der Internet-Plattform Instagram zu posten, damit man dort auch alle Räuber finden kann, die den Zinkenpfad in Pfullendorf mitgemacht haben. Für uns ist das keine Option: Keiner von uns dreien hat einen Instagram-Zugang.

Im Stadtgarten entdecken wir auch den ersten Zinken: einen Kreis, durch den parallel zwei nach rechts zeigende Pfeile laufen. Dank unserer Übersicht können wir entschlüsseln, was er bedeutet: Abhauen! Also geht es für uns schnell weiter.

Die Geheimzeichen wurden damals unter Bettlern, Einbrechern, Dieben und Hausierern als Verständigungsmittel und Hinweis auf die Art des Empfangs in den betreffenden Wohnungen und Häusern verwendet. Sprache der finsteren Gestalten war das Rotwelsch. Dabei steht Rot für Gauner beziehungsweise Landstreicher und welsch für unverständliche Sprache – daher auch das von uns oft benutzte Wort „Kauderwelsch“.

Auch die Erwachsenen kommen bei der Erkundung des landschaftlich schönen Weges nicht zu kurz und können noch etwas lernen. Nebenbei müssen Fragen beantwortet werden: Wo versteckt sich ein Räuber, wenn er nicht gefunden werden will? Vor wem versteckt sich ein Räuber? Und was bedeutet schofel?“. Olivia und Larissa müssen kurz nachdenken und sich beratschlagen. Dass sich ein Räuber gut im Wald verstecken kann, ist naheliegend. Aber dass „schofel“ für „schlimm“ oder „schlecht“ steht, ist dann schon ein bisschen schwerer zu erraten.

Zwei Zinken übersehen

Zwischendrin gibt es noch etwas zum Malen, Raten und zum Schmunzeln. Eine willkommene Abwechslung für die Kinder bieten zwei Spielplätze. Insgesamt sollte man für den Weg rund eine Stunde Zeit einplanen. „Die gemeinsame Aktivität hat uns sehr viel Spaß gemacht“, sagt Larissa am Schluss. „Es wäre aber lustiger gewesen, wenn die Fragen etwas schwerer gewesen wären.“ Ich bin der gleichen Meinung: Es war abwechslungsreich und kurzweilig. Obwohl wir dachten, wir laufen den Weg sehr aufmerksam ab, haben wir zwei Zinken übersehen. Viele der Fragen im Begleitheft eignen sich allerdings eher für jüngere Kinder.

Echte Räuber haben wir leider nicht mehr entdeckt. Dafür entschädigt aber die Belohnung, die uns Philipp Schmidt und Benedikt Kohlmaier im Café Moccafloor überreichen. Die zusätzliche Nutzung der Räuberbahn in Verbindung mit dem Zinkenpfad für Kinder stellt eine schöne Kombination für Familien dar.

Kleine Entdecker können sich ab sofort mit ihren Eltern auf dem Pfullendorfer „Zinkenpfad für Räuberkinder“ auf die Spuren der Räuberbanden aus vergangenen Zeiten begeben. Der Erlebnispfad ist gut zwei Kilometer lang und für jedermann geeignet. Auch die Mitnahme von Kinderwagen oder Fahrrädern ist möglich. Ein Begleitheft ist in der Tourist-Information am Marktplatz und im Café Moccafloor an der Hauptstraße erhältlich. Darüber hinaus gibt es das Heft auch im Internet auf www.noerdlicher-bodensee.de und auf www.pfullendorf.de. Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 07552/25 11 31 und per E-Mail an tourist-information@stadt-pfullendorf.de.

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