Obertor wieder für Besucher offen

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Peter Schramm kann zufrieden sein: Nachdem die Treppe im Obertor saniert ist und den Sicherheitsanforderungen genügt, ist das Wa
Peter Schramm kann zufrieden sein: Nachdem die Treppe im Obertor saniert ist und den Sicherheitsanforderungen genügt, ist das Wa (Foto: Anthia Schmitt)
Schwäbische Zeitung
Anthia Schmitt

Peter Schramm vom Heimat- und Museumsverein Pfullendorf ist erleichtert. Die neue Treppe im Obertor ist keine moderne Stahlkonstruktion geworden, sondern eine Treppe aus Fichtenholz. Ganz so, wie das Treppenhaus vorher war, nur eben wieder stabil, sodass der weithin sichtbare Turm wieder bestiegen werden kann. Ein paar morsche Balken im Erdgeschoss zeugen noch vom wenig vertrauenerweckenden Zustand der alten Treppe, der es erforderlich machte, den Turm aus Sicherheitsgründen zu schließen.

„Fünf Jahre war das Obertor nicht besteigbar“, sagt Peter Schramm. Er und seine Kollegen vom Heimat- und Museumsverein haben das Wahrzeichen der Stadt früher regelmäßig beim bundesweiten Tag des offenen Denkmals für Besucher geöffnet. Ein Angebot, das stets gern genutzt wurde, denn der Ausblick vom höchsten Ausguck in 38 Metern Höhe über die Dächer der Stadt und die Umgebung ist sensationell, und wer den Weg über die vielen Zwischenplattformen und Stufen, vorbei an den beiden ehemaligen Gefängniszellen, auf sich nahm, ließ nie den Fotoapparat unten zurück.

Heimat- und Museumsverein will Tor für mehr Besucher öffnen

Bis zur zweiten Plattform ist die Treppe samt Geländer völlig neu, weiter oben wurden die noch gut erhaltenen Tritte neu gefasst, berichtet Schramm. Die Sanierung des Treppenhauses sei schon länger in Planung gewesen. Ausgeführt wurde sie im Frühsommer. Beim diesjährigen Tag des Denkmals Anfang September konnten erstmals wieder Besucher den Ausblick genießen.

„Wir vom Heimat- und Museumsverein stellen Überlegungen an, ob wir in unserem Programm mehr mit dem Obertor machen“, sagt Schramm. Und: „Dieses besondere Denkmal in der Stadt gehört von einem größeren Publikum gewürdigt.“ Der profunde Geschichtskenner erzählt vom Entstehen der in der Region einmaligen Doppeltoranlage, dass der Torturm im Jahr 1280 erstmals erwähnt wurde, aber vermutlich schon früher stand. Das nordwärts vorgelagerte zweite Tor mit den schönen Reliefen, das durch einen künstlich angelegten Wassergraben getrennt vom Turm steht, wurde 1505 gebaut.

Das Obertor ist Teil von historischen Stadtführungen

Schramm weiß, dass eine Besichtigung des Obertors inzwischen Bestandteil der historischen Stadtführungen ist, die von der Tourist-Information regelmäßig am Freitagvormittag angeboten werden. Aber er weiß auch, dass in den 90 Minuten eine ganze Reihe von historischen Sehenswürdigkeiten auf dem Programm stehen und eigentlich gar keine Zeit bleibt, um ausführlich auf die Bedeutung und die Geschichte des Obertors einzugehen.

„Wir könnten uns vorstellen, ein paar Mal im Jahr spezielle Obertorführungen zu machen“, sagt Peter Schramm.

Wann eine erste solche Führung mit dem Heimat- und Museumsverein stattfinden soll, ist noch offen. „Wir wollen das zunächst mit der Tourist-Information und der Stadt abstimmen“, sagt Schramm, während er die Tür zum Obertor mit dem großen mittelalterlichen Schlüssel wieder versperrt.

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