Obertor-Sanierung zum Stadtjubiläum

Lesedauer: 6 Min
 Bürgermeister Thomas Kugler (rechts) bedankt sich mit Wein vom Bodensee bei Festredner Bernd Villhauer für seinen Vortrag zum T
Bürgermeister Thomas Kugler (rechts) bedankt sich mit Wein vom Bodensee bei Festredner Bernd Villhauer für seinen Vortrag zum Thema „Anständiger Wirtschaften“. (Foto: Anthia Schmitt)
Anthia Schmitt

Pfullendorfs Bürgermeister Thomas Kugler hat beim Neujahrsempfang am Samstagabend einen Ausblick auf die wichtigsten städtischen Projekte im Jahr 2019 gegeben. „Die Schaffung von Wohnraum ist eine der zentralen gesellschaftspolitischen Herausforderungen“, sagte er und stellte in Aussicht, dass die Stadt selbst mit einem Mehrfamilienhaus in die Wohnraumbeschaffung einsteigt. Ebenfalls in der Planung: die Sanierung des Obertors als „Geburtstagsgeschenk“ zum 800-jährigen Stadtjubiläum im Jahr 2020.

Darüber hinaus nannte Thomas Kugler die in der Entwicklung befindlichen Konzepte für die Schullandschaft und ein neues Alten- und Pflegeheim. Ein weiterer wichtiger Schritt wird die Einrichtung der Akutgeriatrie am Krankenhaus sein. Außerdem sollen mit dem Umbau des Klaiber-Kreisels am westlichen Stadteingang die Voraussetzungen für die Vermarktung des Ziegelei-Areals geschaffen werden und es werden neue Wohngebiete auf den Weg gebracht.

Im Frühjahr wird das neue Familienzentrum fertiggestellt, die große Sanierungsmaßnahme am Dominikanerinnenkloster wird in etwa einem Jahr abgeschlossen, der neue Kunstrasenplatz für die Fußballvereine ist annähernd fertig und auch der Abwasseranschluss des Weilers Brunnhausen steht bevor. Bei der Umgehungsstraße sollen die Fühler für den dritten Bauabschnitt ausgestreckt werden, damit er in den nächsten Generalverkehrsplan des Landes aufgenommen wird.

Bauprojekte sind abgeschlossen

Rund 500 Zuhörer waren der Einladung der Stadt, der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde sowie der Bundeswehr zum Neujahresempfang in der Stadthalle gefolgt. Für die Gäste fasste Thomas Kugler auch die aus seiner Sicht wichtigsten Ereignisse in Pfullendorf im Jahr 2018 zusammen. Als Beispiele für zahlreiche abgeschlossene öffentliche und private Bauprojekte nannte er das Areal rund um den Stadtsee, das Gesundheitszentrum beim Friedhof, das neue Kolpinghaus, den Umbau des Seepark-Restaurants und die Sanierung und Erweiterung der Härleschule.

Darüber hinaus verwies der Bürgermeister auf die Erschließung mehrerer Baugebiete. „Wir haben im abgelaufenen Jahr 4,2 Hektar Bauland mit einem Wert von 1,8 Millionen Euro verkauft: 2,3 Hektar für den Wohnbau und 1,9 Hektar für den Gewerbebau“, sagte Thomas Kugler. Damit die Entwicklung weitergehen könne, habe die Stadt künftiges Bauland im Wert von zwei Millionen Euro erworben.

Einen unmissverständlichen Appell richtete Thomas Kugler hinsichtlich der Innenstadt an die Bürger. Sie hätten eine Verantwortung gegenüber dem Einzelhandel. Es gehe darum, „keine scheinheiligen Krokodilstränen“ über die fehlenden Angebote in der Innenstadt zu vergießen, sondern aktiv mitzuhelfen, dass der Einzelhandel in der Stadt eine Chance hat.

Der katholische Pfarrer Martinho Dias Mértola warnte in seinem Grußwort davor, egoistischen Ideologien zu folgen und die Demokratie aufs Spiel zu setzen. Es brauche keine Bedenkenträger, sondern Menschen mit Visionen. „Wir leben in der einen Welt. Wir gehören zusammen, müssen uns gegenseitig bereichern und ergänzen“, sagte er. Es komme darauf an, aufeinander zu hören.

Frieden in Gefahr

Auch Oberst Albrecht Katz-Kupke, neuer Kommandeur des Ausbildungszentrums Spezielle Operationen, stellte den Frieden in den Mittelpunkt seiner Rede. Der Frieden fliehe wie ein scheues Reh, ohne das Zutun der Menschen. Er sei zerbrechlich und flüchtig, wenn man nicht an ihm arbeite und ihn mit Engagement bewahre. Derzeit schienen der Frieden und die Stabilität in der Welt mehr als jemals nach dem Zweiten Weltkrieg gefährdet.

Festredner Bernd Villhauer sprach über Wirtschaft und Ethik – zwei Komponenten, die für den Erfolg nicht im Widerspruch, sondern im engen Austausch stehen sollten. Er erinnerte an das Wirtschaftswunder in Deutschland als eine Entwicklung, die durch die soziale Marktwirtschaft möglich wurde. „Die Propheten des Untergangs haben Konjunktur. Sie verbreiten Angst“, sagte er. „Wollen wir uns von denen die Welt erklären lassen?“ Globalisierung, Digitalisierung und Ökologie hätten große Veränderungen zur Folge. Es gelte, Macht und Moral nicht auseinanderzudividieren, sondern die ethischen und moralischen Regeln für die Innovation und Entwicklung in der Zukunft mit zu gestalten.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen