Neues Pflegeheim entsteht beim Pfullendorfer Krankenhaus

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Redakteur Alb/Lauchert und Pfullendorf

Der Neubau für das bestehende Pflegeheim in Pfullendorf soll bis 2023 in unmittelbarer Nähe zum Krankenhaus entstehen. Mit der entsprechenden Planung beauftragte der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstagabend das Büro Löffler Architekten und Ingenieure aus Sigmaringen. Wie Bürgermeister Thomas Kugler berichtete, rechnet die Stadt mit Baukosten in Höhe von elfeinhalb Millionen Euro.

Handlungsbedarf herrscht vor allem wegen neuer Regelungen in der Landesheimbauverordnung, die für die Zukunft nur noch den Betrieb von Einzelzimmern erlaubt – und davon auch nur maximal 15 pro Stockwerk. Diese Vorgaben machen einen wirtschaftlichen Betrieb des bestehenden städtischen Pflegeheims am Obertor nahezu unmöglich. Deshalb muss ein Neubau her. Über den entsprechenden Standort hatte der Gemeinderat bislang stets hinter verschlossenen Türen diskutiert. Dafür sei unter anderem das alternative Angebot eines privaten Trägers ausschlaggebend gewesen, sagte Thomas Kugler am Donnerstag.

Mittlerweile steht für den Gemeinderat fest: Bauherr und Betreiber des Neubaus soll der Spitalfonds Pfullendorf sein. Entstehen soll das Gebäude an der Gartenstraße, unterhalb des Hubschrauberlandeplatzes des Krankenhauses. Das entsprechende Gelände gehört dem Spitalfonds ohnehin.

Kompetenzzentrum fürs Alter

„Das bislang ausgearbeitete Nutzungskonzept ist in unserem Gebäude besser umsetzbar“, sagte Thomas Kugler. Darüber hinaus spreche viel für den Standort beim Krankenhaus. „Bewohner und Besucher können beispielsweise dessen Cafeteria nutzen“, sagte der Bürgermeister. „Aber noch viel wichtiger: Auf dem Gelände könnte eine Art Kompetenzzentrum für Gesundheit und Alter entstehen.“ In diesem Zusammenhang erinnerte Kugler an die geplante Einrichtung einer Abteilung für Altersmedizin im Krankenhaus.

Mit der Vorplanung für das neue Pflegeheim hatte der Gemeinderat bereits im Oktober das Büro Löffler aus Sigmaringen beauftragt. Die wesentlichen Ergebnisse stellte Stadtbaumeister Jörg-Steffen Peter am Donnerstag vor. Demnach planen Manfred Löffler und sein Team die „vierte Generation des Pflegeheims“ mit Fokus auf die Hausgemeinschaft.

Während frühere Pflegeheim-Generationen eher einer Anstalt (1950er-Jahre) oder einem Krankenhaus (1960 bis 1980) ähnelten, verbinden bestehende Einrichtungen die Bereiche Wohnen und Pflege miteinander. Oft wird der Pflege aber noch ein höherer Stellenwert eingeräumt als dem Wohnen. Das soll sich mit der vierten Generation ändern. „Diese folgt eher dem Beispiel einer Familie“, sagte Jörg-Steffen Peter. So rücke das Konzept mit einer Wohnküche und einem Aufenthaltsbereich in den Mittelpunkt. Alle Bewohner leben in Einzelzimmern, ausgestattet jeweils mit einem barrierefreien Bad.

Der erste Entwurf des Architekturbüros Löffler sieht ein Parkdeck, ein Erdgeschoss und darauf aufbauend vier Stockwerke vor. Im Erdgeschoss ist neben dem Empfang und dem Foyer ein großer Aufenthaltsraum vorgesehen, der sich zur Gartenstraße hin öffnet. Hinzu kommen Räume beispielsweise für die Verwaltung und die Technik. In den oberen Geschossen leben die Bewohner: Im jeweiligen Zentrum liegen Gemeinschafts- beziehungsweise Aufenthaltsbereiche, außen die einzelnen Zimmer.

Diskussion über das Parkdeck

Eine kurze Diskussion gab es lediglich über das Parkdeck. Dieses sei teuer und mache das Gebäude noch höher als es ohnehin schon sei, sagte Markus Schenzle (Freie Wähler). „Das Innenstadt-Parkhaus hat außerdem gezeigt, dass eine Sanierung im Hang besonders schwierig ist.“ Ob das Parkdeck nötig sei und wie es aussehen könnte, werde noch geprüft, sagte Thomas Kugler.

Ansonsten schlossen sich die Gemeinderäte dem Bürgermeister an, der von einem „überzeugenden Konzept“ sprach. Deshalb stimmte das Gremium auch geschlossen dafür, das Büro Löffler mit der weiteren Planung zu beauftragen. „In der Region hat das Büro aus unserer Sicht die größte Kompetenz beim Thema Pflege“, sagte Kugler. In Pfullendorf hat Manfred Löffler aber auch schon andere Projekte umgesetzt – unter anderem den Neubau des Kolpinghauses und die neuen barrierefreien Wohnungen am Stadtsee.

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