Neues Nahwärme-Netz soll im Sommer 2019 fertig werden

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Die Stadtwerke Pfullendorf wollen noch in diesem Jahr mit dem Bau des nächsten Nahwärme-Netzes beginnen. Dieses soll die öffentlichen Gebäude zwischen Rathaus und Galerie Alter Löwen mit Wärme versorgen. „Wir gehen davon aus, dass wir dort bis zum Sommer 2019 Wärme liefern können“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Jörg-Arne Bias. In einem zweiten Schritt will er dann vor allem das Wohngebiet Roßlauf in den Fokus rücken. Die Hausverwaltungen sind bereits dazu aufgerufen, bei den Eigentümern der Häuser und Wohnungen das Interesse auszuloten.

Die Pläne für die Nahwärme-Netze hatte der Stadtwerke-Chef bei einer Einwohnerversammlung im November öffentlich vorgestellt. Wie Bias damals berichtete, melden immer mehr Immobilienbesitzer Beratungsbedarf beim Thema Heizung an. Denn viele Heizsysteme in Mehrfamilienhäusern, die in den 90er-Jahren oder zuvor gebaut wurden, kommen allmählich in die Jahre. „Und nach 30 Jahren erlischt die Betriebserlaubnis der ersten Heizung“, sagt Jörg-Arne Bias.

Wird eine Heizung heute ersetzt, müssen anschließend 15 Prozent der Wärme durch erneuerbare Energien erzeugt werden. So gibt es das Erneuerbare-Wärme-Gesetz vor. Beim Anschluss an ein Nahwärme-Netz der Stadtwerke wäre diese Bedingung direkt erfüllt. Und so will die Stadt Pfullendorf mit gutem Beispiel voran gehen, indem sie die öffentlichen Gebäude in der oberen Altstadt ab dem Sommer 2019 mit Wärme aus dem neuen Netz versorgt. Von diesem Nahwärme-Netz können aber auch Immobilienbesitzer in unmittelbarer Nachbarschaft profitieren.

Zwei Heizzentralen als Grundlage

Grundlage des neuen Netzes sind zwei Heizzentralen, die im Stadtbauamt und in der Galerie Alter Löwen installiert werden. Die Heizzentrale im Stadtbauamt würde auch das Rathaus direkt versorgen. Über die Wärmeleitung würde außerdem das ehemalige Franziskanerinnenkloster angeschlossen, in dem der Rats- und Bürgersaal, das Stadtmusikforum, das Jugendhaus und das Notariat untergebracht sind. An die Heizzentrale in der Galerie würde auch der Polizeiposten angeschlossen. Bei entsprechendem Bedarf könnten die Heizzentralen beispielsweise über die Pfarrhofgasse miteinander verbunden werden, um auch Privatgebäude ans Netz anzuschließen.

„Wir werden die Anlieger, für die ein Anschluss in Frage kommt, in den nächsten Tagen informieren, um das Interesse abzufragen“, sagt Jörg-Arne Bias. Damit es sich finanziell rechnet, müssen sich allerdings 70 bis 80 Prozent der Gebäude auch tatsächlich anschließen lassen. Derweil bereiten die Stadtwerke die Ausschreibung für die Bauarbeiten vor. Läuft alles nach Plan, könnten diese Ende des Jahres beginnen.

Darüber hinaus haben Jörg-Arne Bias und seine Mitarbeiter ein Auge auf das Wohngebiet Roßlauf geworfen. Die Hausverwaltungen wurden von den Stadtwerken bereits über die Pläne informiert. „Jetzt müssen die Hausverwaltungen Kontakt zu den einzelnen Eigentümern aufnehmen“, sagt Bias. Das Ziel sei es, noch vor den Sommerferien über ein verlässliches Meinungsbild zu verfügen. Auch für das Wohngebiet Roßlauf gilt: Erst wenn 70 bis 80 Prozent der Immobilienbesitzer ernsthaftes Interesse an einem Anschluss ans Nahwärme-Netz bekunden, ist dessen Umsetzung wirtschaftlich sinnvoll. Als Vorlaufzeit für den Beginn der Bauarbeiten rechnen die Stadtwerke etwa mit einem halben Jahr.

Langfristig könnten die Stadtwerke noch weitere Nahwärme-Netze einrichten, etwa an der Grund- und Werkrealschule Sechslinden. „Dort müssen wir aber zum Beispiel abwarten, wie es mit der Entwicklung der Schullandschaft weitergeht“, sagt Jörg-Arne Bias. Schulamt, Stadtverwaltung und Gemeinderat favorisieren einen Verbund mit der Realschule am Eichberg. Für diesen wiederum wäre ein Neubau in der Nähe der Sechslindenschule sinnvoll. Die entsprechenden Beschlüsse sind allerdings noch längst nicht gefasst. „Deshalb ergibt es aus unserer Sicht keinen Sinn, bei der Einrichtung eines möglichen Nahwärme-Netzes jetzt schon ins Detail zu gehen“, sagt Bias.

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