„Musikprob“: Den Vorgeschmack aufs Festival gibt’s im Internet

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Auftritt
Johannes (vorn) und Sebastian Knott sind hinter den Kameras für die richtige Bildqualität der Übertragung zuständig. (Foto: Anthia Schmitt)

Eigentlich hätte am Wochenende das große Brass-Festival „Musikprob“ das Festgelände im Seepark mit tausenden von Gästen und fetziger Blasmusik füllen sollen. Eigentlich, denn die Corona Pandemie hat auch Veranstalter Ewald Restle und seinem Team einen Strich durch die Rechnung gemacht. Restle hat das Festival allerdings nicht abgesagt – zum einen findet das viertägige Musikevent nun vom 10. bis 13. September statt, sogar mit allen Bands, die für den Juni zugesagt hatten, sind auch im September dabei. Zum anderen ließ er sich am Samstagabend etwas ganz Besonderes einfallen: eine „Musikprob on Air“. Rund drei Stunden lang konnten die Fans ein Miniaturfestival zuhause an ihren Laptops erleben.

In der Halle des Metallbaubetriebs Hennig, in die die Veranstaltung wegen des angekündigten Unwetters kurzerhand verlegt worden war, trafen sich rund 40 geladene Gäste, darunter neben Vertretern der Stadt und des Blasmusikverbands auch Prominenz aus der Blasmusikszene, wie Musikverleger Stefan Rundel, Ernst Hutter von den Egerländer Musikanten und Komponist Norbert Gälle sowie einige Blasmusiker aus der näheren und weiteren Umgebung, die mit ihren Bands beim Festival auftreten. Sie stellten sich in kleinen Interviews den Fragen von Moderator Rainer Vollmer.

Dazu gab es Live-Schaltungen zu weiteren Bands und Bandleadern wie Martin Scharnagl, dem Leiter von „Viera Blech“, der aus Kitzbühel zugeschaltet wurde, Reinhold Bieber von der ebenfalls österreichischen Band „Blechhaufn“ oder Alex Schumann vom oberpfälzischen Trio „Die Fexer“. Sie berichteten, wie sie die Corona Zeit erlebt haben und gaben mit ihren Bandkollegen via Skype gleich eine Kostprobe ihres musikalischen Könnens.

Auch live war in der Halle jede Menge Musikalisches geboten. So heizte die Mädelsband „Almdudler“ von der Ostalb dem Publikum mit brassiger Rockmusik ein und das Allgäuer Trio SBS machte mit Oberkrainersound und Partyhits Lust auf das Festival im September.

Für Ewald Restle und sein Team gab es von allen Seiten Beifall und Zustimmung, für die Idee und Umsetzung der „Musikprob on Air“, aber vor allem auch für die Courage, das Festival überhaupt zu veranstalten und damit auch den teilnehmenden Musikern, die allesamt seit Monaten keine Auftritte mehr haben, eine Perspektive zu geben. Auch Pfullendorfs Bürgermeister Thomas Kugler zollte dem Pfullendorfer IT-Unternehmer und Hobbymusiker seinen Respekt: „So ist es in Pfullendorf, wir lassen uns nicht unterkriegen.“ Er äußerte die Hoffnung, dass es beim Fest im September gelingt, „den Frust der Corona Krise wegzusingen und wegzutanzen“.

Damit auch die Zuschauer draußen an den Bildschirmen ungetrübten Spaß hatten, war ein gewaltiges Team für die Technik am Werk. Die Kameras führten Johannes und Sebastian Knott, in einem speziellen Übertragungswagen hinter der Halle saßen die Regisseure und für den richtigen Sound sorgte ein Team von Tontechnikern. „Alle arbeiten und musizieren heute umsonst“, sagte Ewald Restle im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung. Rund 40 Helfer seien im Einsatz. Und: „Es ist die große Musikprob-Community, auf die einfach Verlass ist.“

Dass sich der Aufwand auch wirklich gelohnt hat, zeigten die Zuschauerzahlen. „Etwa 1500 bis 2000 Leute schauen die ganze Zeit im Internet zu“, erklärte Restle. Damit die „Musikprob“-Fans, die am Samstag keine Zeit zum Zuschauen hatten, nicht verzichten müssen, stellen Restle und sein Team zwei Filme von der Veranstaltung her, die bei Youtube und auf der Facebook-Seite der „Musikprob“ veröffentlicht werden.

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