Musiker lassen Holztür und Schleifklotz erklingen

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Christoph Nufer, Stefan Blocherer, Andreas Schraudolf und Simon Nesensohn (von links) lösen beim Publikum Begeisterungsstürme au
Christoph Nufer, Stefan Blocherer, Andreas Schraudolf und Simon Nesensohn (von links) lösen beim Publikum Begeisterungsstürme aus. Für das Stück „Sandpaper Ballet“ wechseln sie von den Schlaginstrumenten zu Holztür und Schleifklotz. (Foto: Anthia Schmitt)
Anthia Schmitt

Der Musikverein Aach-Linz hat am Samstag sein Publikum in der voll besetzten Schlossgartenhalle mit einem unterhaltsamen und abwechslungsreichen Programm auf hohem Niveau begeistert. Die Zuschauer dankten ihrerseits für den musikalischen Genuss mit kräftigem Beifall und lautstarken Rufen nach Zugaben, die die Musiker gerne gewährten.

Dirigent Michael Härtl hatte ein kurzweiliges Programm mit beschwingten und dramatischen Stücken aus der Schatzkiste der Blasmusik zusammengestellt, das dem Publikum gefiel. Witziger Höhepunkt war das Stück „Sandpaper Ballet“ des amerikanischen Komponisten Leroy Anderson. Dabei handelte es sich um ein Ballett der besonderen Art, denn die Percussions wurden – streng nach Notenvorlage – durch Sandpapier ersetzt. Meister an der Holztür und am Schleifklotz waren Christoph Nufer, Stefan Blocherer, Andreas Schraudolf und Simon Nesensohn, die prompt um eine Wiederholung gebeten wurden. Dazu gab’s von der Kapelle Markus Götz’ Pop-Ouvertüre „Freudensprünge“, bei der Rainer Schraudolf und Daniel Weißhaupt als Solisten am Flügelhorn glänzten, oder die Hommage an die Tiroler Berge „Terra die Montagne“ des Zillertaler Zeitgenossen Michael Geisler mit Tobias Peter als Solist an der Trompete.

Dass Geisler nicht nur Berge in Tönen nachzeichnen kann, zeigte sich im nächsten Stück: Dramatik und wechselnde Stimmungen machten die musikalische Erzählung über die letzte Reise des Flugschiffs Hindenburg zu einer besonderen Herausforderung für die Musiker. Heiterer ging es danach mit dem frisch-fröhlichen Konzertmarsch „Kaiserin Sissi“ von Timo Dellweg weiter, bevor ein Medley aus den Welthits der schwedischen Gruppe Abba sowie als Zugaben „Omens of Love“ des Japaners Hirotaka Izumi und der schwungvolle Marsch „Allgäuland“ von Kurt Gäble die musikalische Vielseitigkeit und den hohen Unterhaltungswert des Orchesters unter Beweis stellten.

Nachwuchs eröffnet das Konzert

Der Konzertbeginn hatte allerdings der Jugend aus Aach-Linz, Großschönach und Herdwangen gehört, die seit einigen Jahren gemeinsam in der Kapelle Alhegro musiziert – eine gute Entscheidung der drei Vereine, wie nicht nur Tobias Peter vom Vorstand des Aach-Linzer Musikvereins in seiner Begrüßung feststellte. Denn mehr als 50 Jugendliche füllten die Bühne bis an den Rand. Sie erfreuten die Zuhörer unter der Leitung der abwechselnd zum Taktstock greifenden Dirigenten Barbara Petersen und Dominik Hönig mit einem ansprechenden Programm.

Publikum spendet Applaus

Der Soundtrack zum Film „Legende der Highlands“, der melodische Dreivierteltakt des „Second Waltz“ von Dimitri Schostakowitsch und die vorwitzig-temperamentvolle Hommage an die Animateurdetektivin Miss Marple, komponiert von Ron Goodwin, ließen die Zuhörer lang und kräftig applaudieren, sodass Dominik Hönig noch einmal den Taktstock zu „Swinging Safari“, einem Bigband-Ohrwurm aus dem Jahr 1962 von Bert Kaempfert, hob.

Mit Charme und vielen Informationen zu den Stücken führten Doris Hatt und Christoph Nufer durchs Programm des Nachwuchses, der, so war am Rand zu erfahren, demnächst zu einer Konzertreise in Pfullendorfs französische Partnerstadt St. Jean de Braye aufbricht. Nadine Gessler und Larissa Benkler, die durch das Programm der Musikkapelle führten, hatten eine etwas andere Form der Ansage gewählt. Sie weckten die Neugier des Publikum mit kleinen Sketchen zur Vielseitigkeit der Blasmusik. Einige Frauen um Ilona Lang hatten hübsche Dekorationen gebastelt, die nach dem Konzert zum Verkauf zugunsten der Jugendarbeit angeboten wurden und reißenden Absatz fanden.

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