Musikalische Reise führt die Zuhörer durch die Stadt der Liebe

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Jenny Schäuffelen (links) und Marie Giroux lassen bei ihrer musikalischen Stadtführung durch Paris kaum eine Seite aus.
Jenny Schäuffelen (links) und Marie Giroux lassen bei ihrer musikalischen Stadtführung durch Paris kaum eine Seite aus. (Foto: Tanja Japs)
Tanja Japs

Pfullendorf - Marie Giroux und Jenny Schäuffelen haben ihre Zuhörer am Samstagabend im Pfullendorfer Café Moccafloor mit auf eine musikalische Stadtführung durch Paris genommen. Zwischendurch hatten die Besucher den Eindruck, sich direkt in der französischen Hauptstadt zu befinden. Giroux ist französische Opernsängerin und jahrelange Wahlpariserin. Jenny Schäuffelen spielt Piano und Akkordeon und wird als norddeutsche Perle der Ostsee bezeichnet. Zusammen bilden die Frauen das Duo Pariser Flair – und ergänzen sich erstklassig.

Beiden Musikerinnen gemeinsam ist ihr Sinn für Humor, der auch im Café Moccafloor nicht zu kurz kam. Marie Giroux führte durchs Programm und wurde von Jenny Schäuffelen auf trockene norddeutsche Art unterstützt. Fachmännisch und charmant gaben sie Tipps über Paris und sparten dabei keinen Bereich aus.

Die musikalische Reise startete natürlich am Eiffelturm. Bei „Sous le ciel de Paris“ (Unter dem Himmel von Paris), begleitet mit dem Akkordeon, glaubte man sich tatsächlich im Arrondissement 7 zu befinden. Dieses Gefühl zog sich durch den gesamten Abend. Es folgen Chansons wie „I love Paris“ oder „J’ai deux amants“ (Ich habe zwei Liebhaber) und natürlich durfte auch „La vie en rose“ nicht fehlen. Die Zuschauer waren begeistert und sparten nicht mit Applaus. Einzelne Besucher summten oder sangen sogar die Lieder mit.

Marie Giroux freute sich: „Ich sehe schon, ich habe hier in Pfullendorf ein kleines, aber feines Publikum vor mir.“ Den beiden Frauen gelang es sogar, die Zuschauer zu einem spontanen Tango zu animieren. Schnell fanden sich Tanzpaare beim „Pariser Tango“ zusammen – das Moccafloor wurde zur Tanzfläche. Ganz nebenbei lernten die Zuschauer bei einem Quiz die großen Klassiker von Aznavour bis Piaf über Brel und Becaud kennen und Dagmar Leiß gewann durch ihr Wissen einen delikaten französischen Käse.

Nicht nur die Liebe wurde thematisiert, es folgten einige Überraschungen und Unwägbarkeiten. Man lernte Paris von allen Seiten kennen und dabei auch etwas über die neuesten Sexspielzeuge und die Eintrittspreise in den Etablissements des Rotlichtviertels Pigalle. „Betrachten Sie unsere Tipps als Ratschläge für eine gute Beziehung – falls der Alltag in Ihrer Beziehung eingekehrt ist“, sagten die Frauen.

Neben der Couture waren auch die exquisiten Tipps für den Gaumen Bestandteil des Programms. „Die besten Himbeermakronen sind von Ladurée“, sagte Jenny Schäuffelen. „Und verpassen Sie nicht einen Besuch auf der Dachterrasse von 'Les Galeries Lafayette’. Dort oben gibt es eine Champagnerbar mit einem kostenlosen, aber sensationellem Blick über Paris“, ergänzte Marie Giroux.

Nach „La Bohème“ erlebte das Publikum mit „Nouveau Western“ einen Rap gepaart mit Operngesang. „Das hätten Sie wohl nicht erwartet“, meinte Giroux nach diesem Lied. Sie lässt sich mit ihrer Mezzosopran-Stimme kaum in eine Schublade stecken. Beim Abschlusslied „Champs-Élysées“, das wohl nahezu jedem bekannt sein dürfte, sangen alle Zuschauer mit. Einige von ihnen standen vor Begeisterung auf ihren Stühlen – und ließen die beiden Künstlerinnen nicht ohne Zugaben gehen. Mit „Non, je ne regrette rien“ von Edith Piaf und „Natalie“ von Mister-100 000-Volt Gilbert Bécaud ging die musikalische Stadtführung zu Ende. Marie Giroux bedankte sich beim Publikum fürs Kommen und die herzliche Atmosphäre.

Man bekam Lust, sofort nach Paris zu reisen. „Es war ein tolles Konzert. Schade, dass heute Abend nicht so viele Zuschauer gekommen sind. Sie haben wirklich einen außergewöhnlichen Abend verpasst“, sagte Zuhörer Michael Zoller.

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