Schwäbische Zeitung

Da hat das weiße Kaninchen aber eine ganze Menge Menschen in seinen Bau gelockt: Im Stadtgarten fallen am Freitagnachmittag gleich Hunderte mit Alice hinab ins Wunderland. 200 Kinder aus fünf Pfullendorfer Schulen spielen dort mit Kunst und Kostümen Lewis Carolls berühmte Geschichte nach. Eine Woche lang hatten sie sich für die Kinderkunst kreativ betätigt. Heraus kam eine Präsentation mit 17 Stationen voller verrückter Überraschungen, die nicht nur die Grinsekatze zum Grinsen brachten.

Über die vielen Mitglieder ihrer Teegesellschaft freuen sich auch Hutmacher und Hase, die alle Gäste am Eingang des Stadtgartens auf ihre liebevoll-verrückte Art willkommen heißen – mit reimenden Sprüchen direkt neben einem brodelnden Vulkan. „Hier ist eine wahre Wunderwelt geschaffen worden“, sagt Eva Riede-Leibbrand, Rektorin der Kasimir-Walchner-Schule, und dankt allen Beteiligten für ihren Einsatz.

Viele bunte Projekte

Die Teilnehmer kommen außerdem von der Realschule, der Sechslindenschule, der Grundschule Aach-Linz sowie dem Staufer-Gymnasium. Sie haben die vielen bunten Projekte zusammen mit Dozenten der Kinder- und Jugendkunstschule Pfullendorf umgesetzt. „Ihr Kinder seid einfach die Besten“, sagt deren Leiterin Sybille Becker-Goeschel.

Im Stadtgarten zeigt sich Kunst in all ihren Ausformungen: Gesang, Trommel- und Gitarrenmusik sind zu hören. Teils bespielbare Kunstwerke füllen die Szenerie neben Blumen und Bäumen. „Wir haben die Figuren erst aus Ton geformt und anschließend Mehl und Wasser gemischt, um sie mit Papierstreifen zu bekleben“, erzählt Realschüler Thorben, der mit Gleichaltrigen in der Werkstatt von Asghar Khoshnavaz mitwirkte und stolz seine selbst gestalteten Stücke zeigt.

Eine Station weiter spielen Julius und Mohammed eine Partie Schach mit riesigen Figuren aus Holz. Elf Kinder haben dafür zuerst Holzklötze von der Rinde befreit, diese dann in Stücke geschnitten, geschnitzt und angestrichen. Gleich um die Ecke zeigt Dozent Markus Häusler, wie aus Gurken, Kohlrabi, Auberginen und Karotten kleine Kunstwerke entstehen. Andere haben eine große Kugelbahn, ein Labyrinth aus bemalten Stoffbahnen oder Skulpturen aus Zweigen gebaut.

„Das gelungene Projekt sollte unbedingt wiederholt werden. Der Stadtgarten ist viel zu oft unbelebt“, sagt Pfullendorfs Kulturbeauftragter André Heygster begeistert.

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