Kreuzung ist den Bürgern ein wichtiges Anliegen

Lesedauer: 6 Min
Die Hauptsorge von Olaf-Peter Krom, dem Ortsvorsteher des Ortsteils Gaisweiler/Tautenbronn, gilt der Gaisweiler Kreuzung. Sie is (Foto: Anthia Schmitt)
Schwäbische Zeitung
Anthia Schmitt

130 Einwohner, 70 in Gaisweiler und 60 in Tautenbronn, zählt der kleinste Ortsteil der Stadt, der mit der Kreisreform Anfang der 70er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts eingemeindet wurde. Seit den Kommunalwahlen 2009 hat Olaf-Peter Krom das Amt des Ortsvorstehers in Gaisweiler/Tautenbronn, so die offizielle Bezeichnung, inne. Er ist gebürtiger Pfullendorfer, hat eine waschechte Gaisweilerin geheiratet und lebt seit 2005 in Gaisweiler. Und er ist einer der fünf Bauherren, die in Gaisweiler in den vergangenen Jahren einen Neubau erstellten. Möglich wurde der Bauboom durch den Abwasseranschluss, der im Jahr 2000 anlässlich der Seepark-Gestaltung verwirklicht wurde.

Einen ähnlichen Effekt erhofft sich Krom für Tautenbronn, wenn die Abwasserbeseitigung auch dort angelangt ist. 2014 soll es soweit sein. „Ein paar Baulücken gibt es in beiden Ortsteilen noch“, sagt er beim Rundgang durch das Straßendorf Gaisweiler und die Gehöfte von Tautenbronn, zwei Weiler, die schon lange zusammengehören, trotz ihrer völlig unterschiedlichen Geschichte. „In den alten Büchern wird das Doppeldorf manchmal Gaisweiler und manchmal Tautenbronn genannt“, sagt Krom, je nachdem, aus welchem Ortsteil der Dorfschreiber gestammt habe.

Allerdings: Auf paritätische Besetzung habe man schon immer geachtet. War der Bürgermeister aus dem einen Ort, war der Amtsleiter aus dem anderen, und heute sind beide Dörfer mit je drei Räten im Ortschaftsrat vertreten. Eine bisschen Individualität gibt es noch immer: Tautenbronn ist badisch, Gaisweiler hohenzollerisch, oder beim Kirchspiel. Wer in Gaisweiler stirbt, wird in Wald beerdigt, die Toten aus Tautenbronn finden in Aftholderberg ihre letzte Ruhe. Bei den Schulen war es bis vor ein paar Jahren ähnlich: Tautenbronner Kinder gingen nach Großschönach, Gaisweiler Kinder nach Aach-Linz.

„Wir leben hier ländlich und trotzdem nur zwei Kilometer entfernt von der Stadt“, nennt Krom einen Vorzug der beiden Dörfer. Man könne am Sonntagmorgen schnell am Bergwald entlang oder durch den Seepark nach Pfullendorf radeln und frische Brötchen beim Bäcker holen. Die Gaisweiler schätzen den Seepark, auch wenn er ihnen zusätzlichen Verkehr beschert. „Ein Freizeitangebot direkt vor der Haustür, und von den Autos, die dort parken, merken wir nicht viel“, sagt Krom. Anders ist es mit dem täglichen Durchgangsverkehr. Während sich nach Tautenbronn kaum Autos verirren, liegt Gaisweiler an der viel frequentierten Strecke von Tuttlingen in Richtung See.

„Die Geschwindigkeitsüberschreitungen halten sich in Grenzen, weil viel kontrolliert wird“, sagt Krom. Ein Verkehrsproblem haben beide Teilorte gemeinsam: Die Gaisweiler Kreuzung, an der sich aus beiden Richtungen regelmäßig lange Staus bilden. „Sie ist unser Hauptanliegen“, hofft Krom, dass sich das Land schnellstmöglich zum Bau eines Kreisels entschließt.

Das zweite Problem betrifft die Radfahrer in Gaisweiler. Sie haben zwar aus Richtung Wald einen Fahrradweg bis zur Ortstafel, doch dann müssen sie auf die viel befahrene Straße. Besonders schwierig wird es im Bereich der Kreuzung. „Dort sieht man viel zu oft radelnde Familien mit Kindern, die versuchen, zwischen den schnell fahrenden Autos die Straße zu überqueren“, berichtet Krom.

Vier Gewerbebetriebe haben sich im Ortsteil angesiedelt. In Gaisweiler ist es das Autohaus Waizmann, der Wertstoffhof Nufer und die Zimmerei Laicher, in Tautenbronn der Pferdehof Sieg. Bald gibt es einen fünften, wenn das Kieswerk auf Tautenbronner Gemarkung verlegt wird. Landwirtschaftliche Betriebe sind rar, die beiden ursprünglich bäuerlich geprägten Teilorte wurden zu reinen Wohngemeinden. Immerhin gibt es 30 Kinder, für die sich Krom eine bessere Schulbusanbindung wünscht. Ein weiterer Dorn im Auge ist die Verschmutzung der Geberitstraße auf Tautenbronner Gemarkung.

Die beiden Gaststätten gibt es schon seit Jahrzehnten nicht mehr, dafür hat die Stadt vor einigen Jahren das ehemalige Rathaus umgebaut. Neben Sitzungssaal und Wahlraum wurde im Dachgeschoss ein Bürgersaal mit 50 Sitzplätzen und Küche gebaut, der gern für Feiern genutzt wird. Dort haben auch die „Kehlbachfrösche“, nach der Eingliederung der Feuerwehr in die Abteilung Aach-Linz der einzige Verein im Dorf, ihren Versammlungsraum. „Es gibt zwar den Jägerhof, aber der hat nicht immer offen“, sagt Krom, „deshalb gehen die Gaisweiler und Tautenbronner, wenn sie mal gemütlich am Stammtisch sitzen wollen, nach Aftholderberg in den Frieden.“

Und er verweist auf die beiden Weltmeister, in jedem Dorf einer: In Gaisweiler lebt Uwe Setzer, Weltmeister der Kleinkanoniere, und in Tautenbronn die Drachenflugweltmeisterin Monique Werner.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen