Kreisel soll auch Gewerbegebiet erschließen

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 Im Sommer soll der Bau des Kreisverkehrs am Walder Ortseingang aus Richtung Meßkirch beginnen.
Im Sommer soll der Bau des Kreisverkehrs am Walder Ortseingang aus Richtung Meßkirch beginnen. (Foto: Patrick Seeger/dpa)
Anthia Schmitt

Bei zwei Enthaltungen hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag den Bau eines Kreisverkehrs am Ortseingang aus Richtung Meßkirch beschlossen. Bereits seit 2017 wird im Gremium über den Kreisel an der Landesstraße 195 gesprochen, der Zuleitungen zum Wohnbaugebiet Annenesch IV und zum neuen Gewerbegebiet Geißwiesen II erhält.

Gerhard Lutz vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Gammertingen stellte die Planung des Kreisels mit einem Durchmesser von 35 Metern und einem gefestigten Streifen für den Schwerlastverkehr sowie des 4,5 Hektar großen Gewerbegebiets, das in einem zweiten Bauabschnitt in Richtung Norden erweitert werden kann, vor. 706 573 Euro kostet der Kreisel nach Schätzung des Planers. Für 250 000 Euro gibt es eine Zuschusszusage vom Land, die Restsumme hatte der Kämmerer bereits in den letztjährigen Haushalt eingestellt.

Für die Erschließung des Gewerbegebiets rechnet Gerhard Lutz mit Kosten in Höhe von 1,95 Millionen Euro. Eine Gesamtsumme von 2,6 Millionen Euro, die, so Bürgermeister Werner Müller, die „Gemeinde Wald nicht auf dem Konto hat“. Müller schlug deshalb vor, zunächst den Kreisverkehr zu bauen, auch um die zugesagten Fördergelder nicht zu riskieren, und mit der Erschließung des Gewerbegebiets erst im nächsten Jahr zu beginnen. „Ich schlage vor, wir beschließen den Kreisel und stellen dann den Finanzierungsplan für die Erschließung auf“, sagte Müller, der nach eigenen Angaben mit „vier bis fünf Interessenten für das Gewerbegebiet im Gespräch ist“.

Dem widersprach Gemeinderat Gerhard Lohr: „Es muss unverzüglich weitergehen, wir sollten wenigstens einige Grundstücke erschließen, weil sich die Wirtschaftslage ändern könnte und im nächsten Jahr vielleicht kein Interesse mehr besteht.“ Bedenken meldete Gemeinderätin Jutta Krall an, nachdem Müller einen Quadratmeterpreis nach der Erschließung, aber ohne Grunderwerb und Planung von knapp 43 Euro errechnet hatte: „Können wir mit diesem Preis überhaupt mit anderen Gewerbegebieten konkurrieren?“

Und: „Wir wissen jetzt schon, dass wir die Bauplätze nicht kostendeckend verkaufen, also kostet uns das Gewerbegebiet eine riesige Menge Geld. Wie kommen wir da überhaupt finanziell zurecht.“

Mit dem Bau des Kreisverkehrs soll im Sommer begonnen werden. Während der dreimonatigen Bauzeit wird der Verkehr einspurig mit einer Ampelregelung an der Baustelle vorbeigeleitet.

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