Kapelle in Reute erhält ein neues Aussehen

Lesedauer: 3 Min

Anton Utz (rechts) und sein Cousin Wolfgang sind den beiden Auszubildenden Keven Neumann (links) und Timm Hirrlinger für die Ve
Anton Utz (rechts) und sein Cousin Wolfgang sind den beiden Auszubildenden Keven Neumann (links) und Timm Hirrlinger für die Ve (Foto: Anthia Schmitt)
Schwäbische Zeitung
Anthia Schmitt

Dass die kleine Kapelle im zwischen Aach-Linz und Sohl gelegenen Weiler Reute, die dem Heiligen Rochus geweiht ist, im nächsten Jahr ihren 400. Geburtstag feiern kann, ist vor allem das Verdienst der Familie Utz. Das religiöse Kleinod, das Vorfahr Kaspar Utz zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts gemeinsam mit einem der Höfe erwarb, ist in bestem Zustand. „Wir sehen es als unsere Pflicht an, diese Kapelle, die schon im Dorf war, als Reute ein großes Hofgut im Besitz des Klosters Salem war, zu erhalten und zu pflegen“, sind sich Alfons Utz, der heute den Hof bewirtschaftet und damit Eigentümer der Kapelle ist, und sein Cousin Wolfgang, der ein Stuckateurgeschäft in Aach-Linz betreibt, einig.

Weil wieder einmal eine Verschönerung und Restauration anstand, hatte Wolfgang Utz eine Idee. Seine beiden Auszubildenden Timm Hirrlinger und Keven Neumann sollten das in der Ausbildung Erlernte praktisch umsetzen, denn, so der Stuckateurmeister: „Es ist doch sinnvoller und für die Jugendlichen befriedigender, wenn sie etwas schaffen, das dann, anders als in der Berufsschule, nicht wieder zerschlagen wird.“ Fast ein Vierteljahr lang waren die beiden Nachwuchsstuckateure aus Pfullendorf mit der Planung und Ausführung beschäftigt. Das Ergebnis sollte, so die Vorgabe, „stimmig zum historischen Gebäude“ sein.

Für den neuen Anstrich in Spachteltechnik wählten Timm Hirrlinger und Keven Neumann die Farbe Weiß und ein Rot, das die Malerei des Altars aufgreift. Die Fenster wurden mit handwerklich gezogenen Stuckleisten umrahmt und vergoldet und drei selbst gegossene Engelsköpfe im Barockstil verschönern das Innere der Kapelle zusätzlich.

„Timm und Keven können stolz sein, denn sie haben etwas Bleibendes geschaffen“, lobt Wolfgang Utz seine Lehrlinge. Er hofft, mit dem Projekt auch andere Jugendliche für das Handwerk des Stuckateurs zu interessieren, denn es sei schwierig, Nachwuchs zu finden.

Eigentümer Alfons Utz ist vor allem vom Engagement der beiden Jugendlichen, denen er im Namen des ganzen Dorfs dankt, beeindruckt. „Die Menschen waren bei der Maiandacht überrascht, wie schön die Kapelle geworden ist“, sagt er.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen