Julia Gitschier schafft eine glatte Eins

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Schwäbische Zeitung
Cäcilia Krönert

36 Jugendliche haben sich mit der mittleren Reife von der Realschule am Eichberg verabschiedet. Bei einer Abschlussfeier überreichten die Klassenlehrer Angelika von Hochmeister und Holger Voggel den Schülern ihre Zeugnisse. Mit einem Notendurchschnitt von 1,0 wurde Julia Gitschier als Jahrgangsbester ein Preis übergeben. 24 Jugendliche werden nun eine weiterführende Schule besuchen, zehn beginnen eine Ausbildung und zwei haben sich für ein freiwilliges soziales Jahr entschieden.

Mit wunderschönen, eleganten Kleidern und schicken Anzügen präsentierten sich die Zehntklässler bei ihrer Entlassfeier. „Jetzt haben wir uns nach sechs Jahren und zum Teil nur wenigen persönlichen Gesprächen gerade einmal aneinander gewöhnt“, sagte Rektorin Gabriele Fischer, die sich ungern und traurig von ihren Schülern verabschiedete.

Aus Fremden werden Freunde

Eher habe man sich getroffen, wenn jemand etwas ausgefressen hatte, gab Fischer rückblickend zu bedenken. Als wissbegierige Grundschüler und als unruhige Energiebündel mit starken Charakteren seien die Schüler vor sechs Jahren zur Realschule gekommen. Inzwischen seien aus Fremden Freunde geworden.

„Planen kann man nur vorwärts“, sagte Pfullendorfs Bürgermeister Thomas Kugler. „Um planen zu können braucht man eine Basis, ein Etappenziel, das ihr mit eurem Realschulabschluss geschaffen habt.“ Der mittlere Bildungsabschluss sei ein zentrales Anforderungsprofil unserer Gesellschaft und ermögliche Wege in alle Richtungen. Der Chor mit Musiklehrerin Sabine Rosenkranz sang, vom Schulorchester unter der Leitung von Franz Stopper musikalisch begleitet, Mark Forsters Song „Wir sind groß“.

„Anders als bei unseren Großeltern, wo nicht geschimpft genug gelobt war, wollen wir euch loben, weil ihr euch die ganzen Jahre über angestrengt habt, euren Abschluss vernünftig hinzukriegen“, sagten Tanja Lernbecher und Karin Veh als Elternvertreter. „Ihr seid junge, individuelle Erwachsene geworden, die eigenverantwortlich und in einer Gemeinschaft gehandelt haben. Wir sind wirklich stolz auf euch.“ Ein Dank ging an die Lehrer, die einen großen Beitrag zur Entwicklung der Kinder geleistet hätten.

Sophia Frick und Valentina Öhler bedankten sich, stellvertretend für beide Abschlussklassen, für ihre schöne Schulzeit. Zuvor hatten sie alle Gäste auf Deutsch, Französisch, Russisch, Polnisch, Türkisch, Rumänisch, Albanisch, Ungarisch und Bayrisch begrüßt, wobei vor allem die letzte Variante für einige Lacher im Publikum sorgte.

Viele Schüler hätten Wurzeln im Ausland, sagte Sophia Frick. Bei der Vorbereitung sei aufgefallen, wie viele verschiedene Nationalitäten in ihrer Klasse zu finden sind. „Wir alle haben absolut kein Verständnis für die vielen Unruhen auf der Welt, weshalb sich Menschen wegen ihrer Kultur und ihres Glaubens bekriegen.“ Unterschiedlicher Glauben und unterschiedliche Kulturen hätten bei den Schülern in den vergangenen sechs Jahren nie zu Konflikten geführt.

Jahre mit Höhen und Tiefen

„Es ist kein Zufall, dass wir an einem 14. Juli einen Berg erklommen haben – den Berg der mittleren Reife“, sagte Valentina Öhler, die den schulischen Bergaufstieg mit der Erstbesteigung des Matterhorns im Jahr 1865 verglich. So wie dieser Bergaufstieg ein langer Weg und eine große Herausforderung mit Höhen und Tiefen gewesen sei, so seien auch die vergangenen sechs Jahre an manchen Tagen ein harter Kampf gewesen.

Die Schulband mit Jan Belling (Gitarre), Niklas Gitschier (Gesang), Tamara Lernbecher (Gesang) sowie Alexander (Gitarre) und Julian Schwägler (Schlagzeug) spielte Andreas Bouranis Song „Ein Hoch auf uns“, bevor die mittlere Reife der Schüler mit zwei Kanonenschüssen voller goldenem Konfetti besiegelt wurde.

Zahlreiche besondere Auszeichnungen

Für einen Notendurchschnitt von 1,8 und besser erhielten Leonhard Löffler, Ruben Grill, Lena Römischer, Sabine Bezikofer, Johannes Hirt, Julia Gitschier, Katja Hensler, Louisa Knoll und Sophia Frick einen Preis. Leonhard Löffler wurde zudem für seine Leistungen in Englisch, Naturwissenschaften, Mathematik, Erdkunde-Wirtschaftskunde-Gemeinschaftskunde (EWG) und Geschichte ausgezeichnet. Im Bereich Technik wurde Ruben Grill geehrt. Jasmina Veh schnitt als Beste in bildender Kunst ab, Sabine Bezikofer in den Fächern Musik und Mensch und Umwelt. Den Sprachenpreis in Deutsch nahm Louisa Knoll entgegen und für ihre Leistung im Fach Französisch wurde Julia Gitschier ausgezeichnet, die zusätzlich mit dem Preis als Abschlussbeste gekürt wurde.

Einen Preis für soziales Engagement bekamen Sophia Frick und Robin Schmieder. Den Preis für einen besonderen Einsatz in der Musik erhielten Alexander Kantschak, Jan Belling, Tamara Lernbecher, Sabine Bezikofer, Louisa Knoll, Julia Gitschier, Sophia Frick, Ann-Kathrin Haug, Milena Tomann, Valentina Öhler, Katja Hensler, Michelle Kwenzer, Jasmina Veh, Jessica Hotzembiller, Elhane Ramadani und Miriam Class. Für die Aufgaben rund um die Mediathek ging eine Urkunde an Sophia Frick und Katja Hensler. Sonderpreise verliehen mehrere Unternehmen, der Stadtverwaltung und die Realschule selbst. Für die tolle Moderation der Abschlussfeier zeichnete Realschul-Konrektor Holger Voggel die Schüler Sinem Sarioglu und Robin Schmieder aus.

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