Jörg Fiebig wird Nachfolger von Gabriele Fischer

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Schwäbische Zeitung
Anthia Schmitt

Keineswegs rührselig oder wehmütig, sondern „lustig“ – ganz so, wie sie es sich gewünscht hatte – ist an der Realschule am Eichberg in Pfullendorf am Mittwoch die Ära von Schulleiterin Gabriele Fischer zu Ende gegangen. Am Rand ihrer Verabschiedung verriet Schulamtsleiter Gernot Schultheiß der „Schwäbischen Zeitung“, dass die Nachfolge bereits geregelt ist: Neuer Rektor der Realschule wird Jörg Fiebig. Dieser wird allerdings noch bis zum Ende des laufenden Schuljahres an seiner derzeitigen Schule, der Reischach-Realschule mit Werkrealschule in Immendingen, als Lehrer und Konrektor gebraucht.

Viele Wegbegleiter aus neun Jahren an der Pfullendorfer Schule waren am Mittwochnachmittag in die Mensa gekommen, um sich zu verabschieden und Gabriele Fischer, die aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand geht, eine gute und glückliche Zukunft zu wünschen.

Alle Festredner unterstrichen die „vorbildliche Arbeit“ und den „großen Einsatz“ der Rektorin für ihre Schule. „Sie, liebe Frau Fischer, haben viel geleistet“, sagte Gernot Schultheiß, der das staatliche Schulamt in Albstadt leitet. „Die Erfolge Ihrer Arbeit sind hier sichtbar. Sie können stolz auf Ihre Lebensleistung sein.“ Anschließend händigte Schultheiß Gabriele Fischer nach 38 Dienstjahren als Lehrerin und Schulleiterin die Entlassungsurkunde aus. Er bescheinigte der scheidenden Rektorin, die am 1. September 2009 von einer Realschule in Biberach nach Pfullendorf wechselte, Loyalität und Engagement.

Gabriele Fischer habe stets eine Antwort auf pädagogische Herausforderungen gesucht, Organisationstalent bewiesen und hohe Kompetenz bei der Lösung von Konflikten gezeigt, sagte Schultheiß. In ihre Pfullendorfer Zeit seien viele Veränderungen gefallen wie die Neuausrichtung der Unterrichtsmethoden, das neue Realschulkonzept oder die Einführung der Ganztagsschule.

Viel Lob gab es auch von Pfullendorfs Bürgermeister Thomas Kugler. „Sie haben sich positiv in unsere Schullandschaft eingebracht“, sagte er und vergab für Kompetenz, Menschlichkeit, Kreativität, Hartnäckigkeit, Ehrlichkeit, Managerqualitäten und Leidenschaft für die Realschule eine „glatte Eins“. „Sie haben den Spagat zwischen Autorität und Fürsorge geschafft und gelebt“, sagte Kugler. „Sie haben um Ihre Realschule und um ihren Erhalt gekämpft. Es hat Freude gemacht, mit Ihnen zusammenzuarbeiten.“

Für die Eltern sprach Michael Rothweiler. Er dankte in seiner Reflexion zum Begriff Versetzung „für das, was Sie für die Realschule am Eichberg geleistet haben“. „Geduld, Verständnis und immer noch eine zweite und dritte Chance“ attestierten Gabriele Fischer die Schülersprecher Sophia Neuburger und Benjamin Hoffmann, die als Erinnerung ein Bild aller Schüler und ein Buch mit allen Unterschriften überreichten.

Eva Riede-Leibbrand, Rektorin der Kasimir-Walchner-Schule, hob namens der Schulleiter die gemeinsamen Projekte und die Weiterentwicklung der Pfullendorfer Schullandschaft hervor. „Du warst stets pflichtbewusst und offen, aber auch kritisch. Es war dir immer wichtig, für das, was dir wichtig erschien, einzustehen“, sagte sie.

Ein Rätselheft zum Abschied

Das Kollegium bedankte sich mit einem witzigen Sketch, gespielt von Angelika von Hochmeister, Andrea Kriebel, David Gronau und Christof Sawilla: Eine Verkleinerungs- und Komprimierungskiste machte aus dem ganzen überflüssig gewordenen Bücherballast einen E-Book-Reader, den es als Abschiedsgeschenk gab, und ein Rätselheft mit 98 Seiten Rätseln für die neu gewonnene Freizeit.

Das Schlusswort gehörte Gabriele Fischer selbst. Sie ließ unter dem Motto „Was ich noch zu sagen hätte“ in perfekten Reimen und durchaus kritisch-ironisch Revue passieren, was die vergangenen Jahre und Jahrzehnte so an mehr oder minder sinnvollen Schul- und anderen Reformen mit sich gebracht haben. „Es gibt ein Leben nach dem Gong“, sagte sie und ließ damit am Ende keinen Zweifel, dass sie froh ist, alles das hinter sich zu lassen und künftig nur noch nach eigener Lust und Laune neuen Beschäftigungen nachzugehen.

Ein aufrichtiges Dankeschön von den Rednern gab es auch für Konrektor Holger Voggel, der für ein ganzes Jahr einsprang, als Gabriele Fischer erkrankte, und nun auch für den Rest des Schuljahrs die Schulleitung übernimmt. „Ich habe gespürt, wie gut du in meinen Schuhen gehen kannst“, sagte Gabriele Fischer. Für den festlichen Rahmen sorgten der Schulchor und das Schulorchester mit schwungvollen Popsongs, die Mädchen der Hula-Gruppe mit ihren Tänzen, die Fischer am Ende ihrer Vorführung eine kunterbunte Hawaii-Blumenkette aus Rosenknospen umhängten, und ein Chor des Kollegiums, der „passend zu Gabi“ das Lied „Mitten im Leben“ von Udo Jürgens vortrug.

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