Internet-Anschlüsse sollen von Glasfaser-Leitungen profitieren

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Mit moderner Technik soll das Surfen im Internet zukunftssicher funktionieren.
Mit moderner Technik soll das Surfen im Internet zukunftssicher funktionieren. (Foto: Christin Klose/dpa)
Redakteur Alb/Lauchert und Pfullendorf

Trotz erheblicher Bauchschmerzen wegen der Kosten hat der Walder Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag dafür gestimmt, sich grundsätzlich an einem Konzept für schnellere Internet-Technik der Breitbandversorgungsgesellschaft im Landkreis Sigmaringen (BLS) zu beteiligen. Dieses Konzept sieht vor, innerhalb der nächsten zehn Jahre sämtliche Haushalte im Gebiet der BLS-Gesellschafter direkt an schnelle Glasfaser-Leitungen anzuschließen. Die Gemeinde Wald wird dafür zwei Millionen Euro bereit stellen müssen – also jedes Jahr 200 000 Euro.

Bürgermeister Werner Müller betonte, dass der Gemeinderat zum jetzigen Zeitpunkt weder über konkrete Maßnahmen noch über die Geschwindigkeit der Umsetzung entscheide. „Es geht grundsätzlich darum, ob wir in diesem Spiel mitspielen oder ob wir sagen, dass wir uns das nicht leisten können oder wollen“, sagte er. „Das Problem ist: Es kostet viel Geld.“

Bislang werden Glasfaser-Leitungen meistens nur bis zu den Verteilerkästen verlegt. Die Leitungen von dort bis zu den einzelnen Haushalten bestehen dann aus Kupferkabeln. Vor allem bei längeren Distanzen verringern diese allerdings die Geschwindigkeit der Internet-Anschlüsse. „Die Variante, die die BLS verfolgt, brächte einen Riesen-Sprung“, sagte Werner Müller. Jeder wisse, dass der Hunger nach Breitband-Technologie enorm wachse. In der Fachwelt sei unumstritten, dass in Zukunft mehr Leistung nötig sein wird, um aktuelle Internet-Angebote in Anspruch nehmen zu können.

„Sich abhängen zu lassen in der Phase, in der wir uns gerade befinden, wäre vermutlich tödlich“, sagte Werner Müller. Doch das waren nicht die einzigen Bedenken, die der Bürgermeister äußerte. „Ich bin auch nicht der Meinung, dass wir das schaffen werden“, sagte er mit Blick auf das Ziel, in den kommenden zehn Jahren sämtliche interessierte Haushalte mit Glasfaser-Anschlüssen zu versorgen. „Ich bezweifle schon, dass wir diese viele Millionen Euro überhaupt verbaut kriegen“, sagte Müller und verwies auf die vollen Auftragsbücher der Bauunternehmen.

Hoheit beim Gemeinderat

Dennoch ließ Werner Müller keinen Zweifel daran, dass sich die Gemeinde aus seiner Sicht am BLS-Konzept beteiligen solle. Die Entscheidung darüber, welche Gebiete als erste berücksichtigt werden, müsse allerdings beim Gemeinderat bleiben. „Ich kann dem grundsätzlich zustimmen – auch, wenn die Beiträge hoch sind“, sagte Gerhard Hahn (Unabhängige Liste) und sprach damit auch den anderen Mitgliedern des Gremiums aus der Seele.

„Mich stören die zehn Jahre“, merkte Clemes Veeser (Unabhängige Liste) an. „Ich glaube, dass dieser Zeitraum zu knapp bemessen und die Umsetzung für eine kleine Gemeinde wie Wald nicht zu stemmen sein wird.“ Dennoch fiel die Entscheidung des Gemeinderats am Ende einstimmig aus. „Es ist frustrierend, dass wir das tun müssen, aber es bleibt uns fast nichts anders übrig“, sagte Werner Müller abschließend.

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