„In der Kommunalpolitik gibt es die reizvollsten Mandate“

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Pfullendorfs Bürgermeister Thomas Kugler findet, dass im vergangenen Jahr in seiner Stadt viele Projekte angestoßen wurden.
Pfullendorfs Bürgermeister Thomas Kugler findet, dass im vergangenen Jahr in seiner Stadt viele Projekte angestoßen wurden. (Foto: Sebastian Korinth)
Schwäbische Zeitung

Was hat Thomas Kugler, dem Bürgermeister von Pfullendorf, im vergangenen Jahr am meisten zu schaffen gemacht und warum? Und auf welches Ereignis im Jahr 2019 freut er sich schon total? Hat er gar einen guten Vorsatz gefasst, den er gnadenlos verfolgen wird? Die Schwäbische Zeitung hat Thomas Kugler genau diese Fragen gestellt.

Welche Schulnote würden Sie als Bürgermeister dem Jahr 2018 geben und warum?

Eine verdiente 1-, es war ein Superjahr für Pfullendorf, wir konnten unzählige Projekte abschließen und neue anstoßen, die der Stadt und ihrer Bevölkerung gut tun. Der kleine Abschlag kommt zustande, weil wir nicht alle Projekte bis zum Ende im abgelaufenen Jahr umsetzen konnten.

Woran erinnern Sie sich am liebsten?

Der Abschluss der Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten an der Härle-Grundschule, die Reaktivierung des alten Bahnhofes mit einem exzellenten Gastronomie-Konzept, die Inbetriebnahme der GSW-Wohnanlage am Stadtsee, der Baubeginn für den Kindergarten Sonnenschein und weitere rund ein Dutzend toller Vorhaben.

Was würden Sie kommunalpolitisch aus Ihrem Gedächtnis streichen?

Den medialen Rummel und das unterirdische Niveau mancher Diskussionsbeiträge in puncto Absage des Keep it real Jams 2019. Was hier an scheinheiligen Diskussionen und Vorwürfen artikuliert wurde und wie einseitig die sogenannte „Spaßgesellschaft“ alle Regeln nur zur Befriedigung des eigenen Spaßfaktors außer Kraft setzt, hat mir persönlich sehr zu schaffen gemacht.

Welchem Politiker würden Sie gerne mal die Meinung sagen?

Kann man so nicht sagen und auf jemanden konzentrieren. Wenn die Politik Sachen macht, die unserer Stadt, unserem Kreis oder Region nicht guttun, bekommen alle ohne Parteipräferenz ihr Fett ab.

Worauf im Jahr 2019 freuen Sie sich denn schon?

Auf das 60-jährige Jubiläum der Kaserne, verbunden mit dem Tag der Bundeswehr, und auf viele weitere Maßnahmen und Planungen, die wir umsetzen können. Zum Beispiel, dass wir mit der Konzeption Alten- und Pflegeheim und der Schulkonzeption ein Ergebnis hinbekommen, welches umsetzungsfähig ist.

Mit welchen guten Vorsätzen gehen Sie ins neue Jahr?

Mit keinen besonderen, ich versuche nach wie vor nah am Bürger zu sein und für die Positionen, für die ich Verantwortung trage, ein ehrlicher und fähiger Mitstreiter zu sein. Das mit dem Rauchen und Abnehmen und so, hat eh keinen Wert, da bin ich einfach zu labil und genieße das Leben mit all seinen schönen Facetten.

Wie wichtig sind die Kommunalwahlen Ende Mai?

Unheimlich wichtig, Kommunalpolitik macht einfach Spaß, da man hier am nächsten dran ist und die Erfolge am direktesten ablesen kann. Mit dem neuen Ortschaftsrat, Gemeinderat und Kreisrat werden die Themen behandelt, die nah am Bürger sind, deshalb ist es nicht nur wichtig, aktiv mitzumachen, sondern dies ist in meinen Augen eines der reizvollsten politischen Mandate, das man erlangen kann. Und was ganz besonders ist: Wir haben keine Berufspolitikerinnen und -politiker in den Gremien sitzen, sondern Männer und Frauen wie du und ich – das ist die Stärke unserer Gremien.

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