Wegen des Handels mit Betäubungsmitteln müssen sich zwei Männer aus Pfullendorf vor dem Landgericht verantworten.
Wegen des Handels mit Betäubungsmitteln müssen sich zwei Männer aus Pfullendorf vor dem Landgericht verantworten. (Foto: Sebastian Korinth)
Redakteur Alb/Lauchert und Pfullendorf

Am zweiten Verhandlungstag um zwei mutmaßliche Drogendealer aus Pfullendorf hat der Haupt-Angeklagte vor dem Landgericht Hechingen ein Teilgeständnis abgelegt. Der 38-Jährige gab am Donnerstag aber auch an, von verdeckten Ermittlern mehr oder weniger zu den Drogengeschäften verleitet worden zu sein. Zum Prozessauftakt am Montag hatten bereits zwei weitere Angeklagte die ihnen vorgeworfenen Taten in großen Teilen eingeräumt.

Angeklagt sind der 38-jährige und ein weiterer, 25-jähriger Pfullendorfer. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Männern den Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in acht beziehungsweise sechs Fällen vor. Im Prozess muss sich außerdem ein 49-jähriger Mann aus Engen verantworten, der bereits am Montag gestand, als Drogenkurier tätig gewesen zu sein. Allerdings will er erst bei seiner Festnahme erfahren haben, was er transportierte.

Der 38-jährige Angeklagte äußerte sich erst jetzt zu den Vorwürfen, weil seinem Verteidiger Peter Rusch zum Prozessauftakt noch Teile der Akten gefehlt hatten. Am Donnerstag verlas Rusch eine Erklärung seines Mandanten. Darin räumt dieser einen Teil der Drogengeschäfte ein, einen anderen Teil bestreitet er. So gibt der 38-Jährige zu, verdeckten Ermittlern im Oktober 2017 zunächst 500 und im November dann 300 Gramm Marihuana verkauft zu haben. Unbestritten ist auch, dass er ihnen am 29. November 30 Kilogramm verkaufte. Direkt im Anschluss wurden die Angeklagten festgenommen.

In seiner Erklärung weist der 38-Jährige darauf hin, dass er lediglich bei den Scheingeschäften mit den verdeckten Ermittlern konkrete Angaben zu den Mengen geben kann. In welcher Größenordnung die anderen Taten stattfanden, könne er nicht mehr genau rekonstruieren.

Vom Käufer zum Verkäufer

Wichtig war dem Haupt-Angeklagten aber vor allem ein Punkt: dass er den Kontakt zu den verdeckten Ermittlern vor allem deshalb aufrecht erhielt, um sich Kokain für den Eigenkonsum zu besorgen. Die Konstellation der Beteiligten habe sich erst verschoben, als die Ermittler ihn fragten, ob er ihnen Marihuana besorgen kann. „Andernfalls wäre ich niemals in den Handel in einer solchen Größenordnung eingestiegen.“

Auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters Hannes Breucker erklärte der 38-Jährige außerdem, dass er den Deal am 29. November am liebsten hätte platzen lassen. Das habe er einem der verdeckten Ermittler am Abend zuvor bei einem Treffen am Stuttgarter Flughafen klarmachen wollen. „Ich hatte Angst vor dieser ganzen Geschichte“, sagte der Angeklagte. Doch der Ermittler habe ihn dazu gedrängt, das Geschäft durchzuziehen. Es sei alles vorbereitet, außerdem bekomme der 38-Jährige den kompletten Gewinn. Schließlich habe er sich dann breitschlagen lassen.

Die Frage von Staatsanwalt Kalmbach, wo er die Drogen besorgte, wollte der Angeklagte ebenso wenig beantworten wie dessen weitere Fragen. Kalmbach machte deutlich, dass er die Einlassungen des 38-Jährigen für nur wenig glaubhaft hält. Dieser habe mehrfach damit geprahlt, kurzfristig auch 20 Kilogramm Marihuana liefern zu können.

Der Prozess wird am Donnerstag, 24. Mai, um 9 Uhr fortgesetzt.

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