Geschafft: 57 junge Frauen haben das Abitur in der Tasche

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Geschafft: 57 junge Frauen haben das Abitur in der Tasche
Geschafft: 57 junge Frauen haben das Abitur in der Tasche

„Achtung voreinander haben, Sorge füreinander tragen und das Leben miteinander gestalten.“ Diesen Rat gab Anita Haas, Direktorin der Heimschule Kloster Wald, den 57 Abiturientinnen mit auf ihren weiteren Lebensweg. Nach den Prüfungen und dem, wie immer, legendären Abistreich wurde am Samstag erstmals statt in der Schulturnhalle im Überlinger Kursaal gefeiert.

In ihrer Festansprache ging Haas auf das Konzept der Schule ein. Man wolle gern Altes erhalten und sei dabei offen für Neues. Schwester Sophia Kotschoubey-Beauharnais, die Gründerin der Schule, sei von Anfang an der Auffassung gewesen, dass Mädchen ihren geistigen Bedürfnissen ungestört nachgehen dürften. Zum Erfolgsmodell sei die 1946 gegründete Schule geworden, weil sie neben dem Abitur als Abschluss der Schulausbildung eine handwerkliche Ausbildung anbiete. Die überwiegende Mehrheit der Abiturientinnen werde deshalb die Schule jetzt nicht verlassen, sondern noch einige Monate bleiben, um in den Werkstätten die handwerkliche Ausbildung mit der Gesellenprüfung abzuschließen. „Jede von Euch ist angesprochen, das Leben in der Gesellschaft mitzutragen“, sagte Haas ihren ehemaligen Schülerinnen bei der Ausgabe der Reifezeugnisse.

Für die Eltern sprach Alexandra von Hohenzollern, deren Großvater einst den Lioba-Schwestern zum Start sein Landhaus in Krauchenwies zur Verfügung stellte. Sie dankte der Schule für die Unterstützung und individuelle Förderung der Mädchen.

„Wir haben gelernt, trotz gelegentlicher Konflikte zusammenzuhalten und eigenverantwortlich zu lernen“, erinnerten sich Teresa Hoffmann und Clarissa Groß von Trockau mit viel Humor an ihre Schulzeit in Wald. Dass in der Schule auch die musikalischen Talente der Mädchen gefördert wurden, stellten Maria Theresia Meyer und Maria-Sophie Bertrams eindrucksvoll am Klavier unter Beweis.

Besonders festlich war auch der Gottesdienst am nächsten Morgen, in dessen Rahmen die Schülerinnen das begehrte „Walder Abzeichen“ bekamen, eine kleine Anstecknadel, die sie in den Kreis der „Urwälderinnen“ hebt.

An der Heimschule Kloster Wald haben Theresa Hoffmann, Anja Jäger, Maria Theresia Meyer, Christine Spieß (alle Pfullendorf), Ines Arnold, Kim-Anna Bucher, Maria Ermagan, Li Yuanyuan, Lu Liu, Katrin Merz, Clara Mühlherr, Katja Schaub, Katja Stadler, Jieqiong Xia (alle Wald), Sina Braun (Herdwangen-Schönach), Katia Eisele, Andrea Kaut, Claudia Scholz (alle Sigmaringen), Carolina Fiederer (Inzigkofen), Flaminia von Hohenzollern (Krauchenwies), Julia Martschini (Sauldorf), Lena Maurer (Sigmaringendorf), Melanie Schechter (Ostrach), Heike Barthel (Rümmingen), Léonie Bertheau (Hofheim), Maria-Sophie Bertrams (Waldshut), Elena Bittner, Giulia Bruns, Julia Buntzel, Carolin Gelhart, Carolin Knauer, Hannah Schneider, Schirin Schwarz, Lisa Würden, Annalisa Zaiß (alle Überlingen), Anne-Sophie Böhm (Gaienhofen), Lara Bücher (Lüdenscheid), Therese Dichgans (Sipplingen), Julia Erhart, Carolina von Lerchenfeld (beide München), Lydia Feis, Stephanie Mehleit (beide Stockach), Gabriela Goetz, Caroline Jebens, Jasmin Rothmund, Vera Strobel, Franziska Willibald (alle Uhldingen-Mühlhofen), Clarissa Groß von Trockau (Pegnitz), Rebecca Hauser (Dürmentingen), Anke Heinzelmann (Mengen), Georgina von Herzogenberg (Otting), Lisa-Marie Jeuthe, Bianca Reutebuch (beide Hohenfels), Sophia von Pezold (Niederfüllbach), Sophia Rapp (Gräfelfing) und Carina Schwingen (Salem).

Das beste Abitur legten Teresa Hoffmann und Clara Mühlherr mit einem Schnitt von 1,1 ab. Sie erhielten einen Preis für sehr gute schulische Leistungen, ebenso wie Hannah Schneider, Katja Stadler, Bianca Reutebuch, Rebecca Hauser, Gabriela Goetz, Maria Meyer, Claudia Scholz, Stephanie Mehleit, Carolina Fiederer, Franziska Willibald, Anne-Sophie Böhm, Kim-Anna Bucher, Sophia Rapp, Maria Ermagan, Annalisa Zaiß und Lydia Feis. Der Scheffelpreis für hervorragende Leistungen im Fach Deutsch ging an Hannah Schneider, den Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft erhielt Clara Mühlherr, die auch den Ferry-Porsche-Preis für besondere Leistungen in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern, den Preis der Deutschen Mathematikervereinigung und den Latein-Preis „Humanismus heute“ im Empfang nehmen durfte. Den Geschichte-Preis „In memoriam Sr. Maria Lioba“ erhielt Teresa Hoffmann. Katja Stadler, Theresia Meyer und Teresa Hoffmann wurden für herausragende Leistungen im Fach Latein mit dem Preis Humanismus heute ausgezeichnet.

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