Für Tyrewolf beginnt Hochsaison

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Tyrewolf-Inhaber Julius Blien (rechts) zeigt seinen Besuchern, wie sich das Gummigranulat anfühlt.
Tyrewolf-Inhaber Julius Blien (rechts) zeigt seinen Besuchern, wie sich das Gummigranulat anfühlt. (Foto: Anthia Schmitt)
Schwäbische Zeitung
Anthia Schmitt

Vor sechs Monaten hat die Firma Tyrewolf im Gewerbegebiet Mengener Straße ihren Betrieb aufgenommen. Das Unternehmen zerlegt mit Hilfe einer speziellen Recyclingmaschine ausrangierte Reifen in ihre Bestandteile. Am Dienstag erhielten die Freien Wähler die Gelegenheit, den Betrieb zu besichtigen. Sie erhielten eine spannende zweistündige Führung.

„Wir verarbeiten 4000 bis 5000 Reifen täglich“, sagte Inhaber Julius Blien. Sein Unternehmen ist das einzige dieser Art in der weiteren Region, sodass die Reifen aus dem ganzen süddeutschen Raum sowie aus Österreich, Frankreich, Italien und der Schweiz angeliefert werden. „Fünf bis sieben Lastwagen am Tag mit steigender Tendenz“, sagte Blien, für den jetzt mit der Zeit des Reifenwechsels vor dem Winter die Hochsaison beginnt.

Alles über Förderbänder

Die Reifen werden zunächst nach Materialzusammensetzung sortiert und dann über Förderbänder der Produktionsstraße zugeführt. Dort zerlegen riesige Maschine die Reifen in ihre Bestandteile: Gummi, Nylontextilien und hochwertige Stähle. Für alle drei Materialien gibt es Bedarf. Die Textilien haben einen hohen Brennwert und gehen in die thermische Verwertung. Abnehmer sind vor allem die Zementwerke.

Die Stähle nimmt die Stahlindustrie zur Wiederverwendung ab und das Gummigranulat – etwa 1,5 Tonnen in der Stunde - ist bei der Kunststoff verarbeitenden Industrie gefragt. Rechnungen schreibt Blien, der seinen Betrieb als „Zwischenglied“ versteht, an beide Seiten, an die Reifenlieferanten und an die Rohstoffabnehmer.

Acht Mitarbeiter beschäftigt Blien im Zweischichtbetrieb. Mittelfristig ist eine Kapazitätserweiterung um eine weitere Produktionsstraße geplant. „Wir verarbeiten die Reifen so, wie sie hier ankommen“, sagte Blien. Das Reifenlager, für das hohe bauliche Brandschutzanforderungen gelten, sei deshalb normalerweise nicht sehr groß.

Interessant war auch der Bildervortrag von José Pallas. Pallas ist Inhaber des Kunststoff verarbeitenden schweizerischen Unternehmens Formtech und ein Hauptkunde von Blien. Sein Betrieb stellt aus dem Granulat im Kaltpressverfahren Gummimatten her.

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