Drei Zugaben als Dank für die stehenden Ovationen

Lesedauer: 5 Min
Michael Muhry und Reinhard Gunz unterstützen die Sängerinnen und Sänger mit Musik vom Bass und vom Piano. Hier nicht zu sehen is
Michael Muhry und Reinhard Gunz unterstützen die Sängerinnen und Sänger mit Musik vom Bass und vom Piano. Hier nicht zu sehen ist Florian Zwiessler, der der Musik am Schlagzeug zusätzlichen Schwung verleiht. (Foto: Cäcilia Krönert)
Cäcilia Krönert

Zu einem beschwingten, spirituellen Gospelkonzert hat der Gospelchor Markdorf am Sonntag in die katholische Stadtkirche St. Jakobus in Pfullendorf eingeladen. Im bis auf den letzten Platz besetzten Gotteshaus erklangen Lieder, die zumeist aus Amerika, dem Ursprungsland dieser aus religiöser Innigkeit und afrikanischem Rhythmus entstandenen Sklavengesänge, stammten. Die musikalische Leitung hatte Hans-Jörg Walter inne. Der Erlös ging zur Hälfte an den Chor selbst und zur Hälfte an die Seelsorgeeinheit Oberer Linzgau, die das Kolpinghaus durch ein neues Gemeindezentrum ersetzt.

Viele Gospelbegeisterte hatten sich trotz klirrender Kälte auf den Weg zur Stadtkirche gemacht. Pünktlich zum Konzertbeginn zogen acht Männer singend durch das Mittelschiff der Kirche in Richtung Altarraum. Es folgten 17 Sopran-Sängerinnen von der linken und elf Alt-Sängerinnen von der rechten Seite. Vorne wartete bereits die dreiköpfige Band, bestehend aus E-Bassist Michael Muhry, Pianist Reinhard Gunz und Schlagzeuger Florian Zwiessler, auf den Chor.

Chor besteht seit 17 Jahren

„Gospelicous – Gott hat uns die Musik gegeben, um ihn zu preisen“, sangen die 36 Sänger aus Markdorf und Umgebung. „Seit 17 Jahren besteht dieser Chor bereits und unter der Leitung von Hans-Jörg Walter haben wir mehr als 120 Lieder gelernt“, sagte Elisabeth Eckert von Landenberg. „Die 20 schönsten Songs haben wir ausgesucht, um sie hier zu singen.“

Zu hören waren Gospels und Spirituals wie „Don’t fear“, „Somebody’s knocking at your door“ und „Soon I will be done“. „Wir haben ein Gospel ausgewählt, bei dem Sie gerne mitsingen und sich auch rhythmisch bewegen können“, sagte Moderator Michael Dörmann zur Ankündigung des Songs „Heaven is a wonderful place“. Den Text zum Lied hatte der Chor im Programmheft mit Noten abgedruckt. Damit es auch mit der Melodie klappte, übte der Dirigent noch vor dem Einsatz mit dem Publikum. Natürlich wurden singenden Gäste dann vom Chor kräftig unterstützt. Bei so viel Einsatzfreude seitens des Publikums zollte auch der Chor mit Beifall dem Publikum seine Hochachtung.

Viele Songs folgten mit Solisten-Einlagen von Chormitgliedern. „Wir haben uns seit drei Uhr warm gesungen und singen erwartungsgemäß, bis die Kirche leer ist“, sagte Michael Dörmann „Doch aufgrund der Kälte in Pfullendorf haben wir unser Programm zusammengeschnitten.“ Nach den vielen rhythmischen und mitreißenden Liedern wird wohl jedem Sänger am und vor dem Altar recht warm geworden sein: Einige Lieder gingen direkt ins Herz. „Prayer of the Children“ sangen die Sänger, denen der Spaß dabei anzusehen war, ohne instrumentale Begleitung.

Ergreifend wurde es beim Vortrag „Jésus tu es ma wie“, der auch auf französisch gesungen wurde. Eine Stunde lang Rhythmik, aber auch Melodie und Harmonie vieler Spirituals und Gospel begeisterten die Zuhörer. Mit „Thank you“ bedankte sich der Chor schließlich bei seinen Gästen und beendete das Konzert.

Mit stehenden Ovationen besorgte sich das hellauf begeisterte Publikum jedoch noch drei Zugaben. Bei der letzten Zugabe – dem afrikanischen „Siyahamba“ – zogen die Chormitglieder mit einem Gospel auf den Lippen aus der Kirche.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen