Die Zukunft des Pfullendorfer Tafelladens ist gerettet

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Gerettet: Der Verkauf von Lebensmitteln im Pfullendorfer Tafelladen kann weitergehen.
Gerettet: Der Verkauf von Lebensmitteln im Pfullendorfer Tafelladen kann weitergehen. (Foto: Roland Weihrauch/dpa)
Schwäbische Zeitung

Die Zukunft des Tafelladens an der Uttengasse in Pfullendorf ist vorerst gesichert: Wie das Team aus ehrenamtlichen Helfern mitteilt, teilt sich eine Gruppe von interessierten Frauen und Männern bis auf Weiteres die Leitungsaufgaben. Damit übernehmen sie die Aufgaben, die der ehrenamtliche Leiter Heinz Bosch bislang erledigt hatte. Dieser zieht sich nun altersbedingt zurück.

Die vorübergehende Lösung ist das Ergebnis einer Informationsveranstaltung am Freitag. An dieser hatten sowohl bereits aktive Helfer als auch einige neue Interessierte teilgenommen. Mit dem neuen Leitungsteam ist es auch möglich, die bisherigen Öffnungszeiten beizubehalten. Bei einem weiteren Treffen am Donnerstag, 11. Juli, um 19 Uhr im Schulungsraum des Deutschen Roten Kreuzes soll das neue Konzept vorgestellt werden. Alle ehrenamtlichen Mitarbeiter sind dazu eingeladen.

Seit Gründung des Tafelladens vor elf Jahren hatte Heinz Bosch die vielfältigen organisatorischen Aufgaben weitgehend allein übernommen. Dazu zählten beispielsweise die Fahrzeugbetreuung, die Warenbeschaffung, der Kontakt zu den Großmärkten, die Abrechnung und die Personaleinteilung. Bereits im Frühjahr kündigte Bosch allerdings an, dass er sich mit nunmehr 79 Jahren zurückziehen will.

DRK organisiert Info-Treffen

Die Ortsgruppe Pfullendorf im Deutschen Roten Kreuz als Träger des Tafelladens gab sich alle Mühe, einen Nachfolger für die ehrenamtliche Leitung zu finden – ohne Erfolg, sodass es zuletzt so aussah, als stünde der Tafelladen vor dem Aus. Andreas Kees, Vorsitzender des Roten Kreuzes, lud deshalb zu einem Informationstreffen ein, bei dem konstruktiv überlegt werden sollte, wie es mit dem Tafelladen weitergehen kann.

Einige der bisherigen Mitarbeiter hatten sich im Vorfeld Gedanken gemacht und zusammengestellt, welche verschiedenen Qualifikationen nötig sind, um den Tafelladen zu erhalten. Nach etwa einer Stunde war das Problem gelöst: Für alle Aufgaben hatten sich Frauen und Männer gefunden, die bereit waren, sich zumindest vorübergehend noch mehr ehrenamtlich und unentgeltlich zu engagieren und zusätzlich zu ihrem regulären Dienst Verwaltungsaufgaben zu übernehmen – bei der Warenaufbereitung, im Verkauf oder als Fahrer.

Mittelfristig soll aber wieder ein Leiter gefunden werden. Deshalb appellierte Andreas Kees an alle Teilnehmer, „Augen und Ohren nach einem geeigneten Kandidaten offen zu halten“. Auch ein Leitungsteam aus zwei oder drei Helfern, die sich die Aufgaben teilen, ist denkbar. Ideal wären Frauen oder Männer in Rente, die Zeit haben, sich sozial engagieren wollen und idealerweise Erfahrung im Lebensmittel-, Verwaltungs- oder Dienstleistungsbereich mitbringen.

Ein Problem konnte aber bei aller Euphorie, die bei den Mitarbeitern über die wenigstens vorübergehende Lösung zum Erhalt des Tafelladens herrschte, noch nicht zur Zufriedenheit gelöst werden: Es werden dringend weitere Helfer gesucht. Insbesondere Männer und Frauen mit Führerschein, die die Ware mit dem tafeleigenen Kühlfahrzeug in den Supermärkten abholen, fehlen nach dem krankheitsbedingten Ausscheiden zweier langjähriger Fahrer. Dazu werden Beifahrer gebraucht, die nicht selbst am Lenkrad sitzen müssen, aber beim Be- und Entladen helfen.

„Drei zusätzliche Fahrer und mindestens genauso viele Beifahrer wären die Idealbesetzung, damit kein Engpass entsteht, wenn mal einer verhindert ist“, sagte Andreas Kees. Auch bei der Warenaufbereitung am Dienstag- oder Freitagvormittag sind weitere Helfer willkommen. Das Gleiche gilt für den Verkauf der Lebensmittel am Dienstag- oder Freitagnachmittag.

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