Der SCP will in der Zukunft wieder eine Familie werden

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 Martin Moßbrucker (links) vom Hauptsponsor „Admiral“ erhält besonders viel Applaus vom Publikum. Er überreicht dem SCP-Vorsitze
Martin Moßbrucker (links) vom Hauptsponsor „Admiral“ erhält besonders viel Applaus vom Publikum. Er überreicht dem SCP-Vorsitzenden Jobst Michael Florus als Geschenk zum 100-jährigen Jubiläum eine elektronische Torstandsanzeige. (Foto: Anthia Schmitt)
Anthia Schmitt

Nach einer Reihe von sportlichen Veranstaltungen hat der Pfullendorfer Sportclub (SCP) am Samstag zum Höhepunkt der Feierlichkeiten anlässlich seines 100-jährigen Bestehens eingeladen. Rund 300 Mitglieder und Ehrengäste erlebten einen Festakt, in dem es nicht nur um Rückblick, sondern vor allem auch um die Zukunft des Vereins ging.

„Zusammen wachsen“ lautete deshalb das Motto des Abends, den der erste Vorsitzende Jobst Michael Florus eröffnete. „Wir blicken froh in die Zukunft“, sagte er und stellte eine Festschrift im nächsten Jahr in Aussicht, denn auch die Veranstaltungen des Jubiläumsjahrs sollen dort Platz finden.

Die Festrede hielt Thomas Schmidt vom Südbadischen Fußballverband, der auch eine Plakette des Deutschen Fußballbunds und eine Ehrenurkunde des Südbadischen Fußballverbands überbrachte. Er hob besonders den Idealismus von vielen Generationen hervor, der erforderlich sei, um einen Verein über 100 Jahre am Leben zu halten, und dankte den Ehrenamtlichen, die das Rückgrat des Fußballs seien. „In schwierigen Zeiten erkennt man, auf wen man sich im Verein verlassen kann“, sagte er und wünschte „viele weitere Jahre Leidenschaft für den Fußball“. Rainer Koch vom Deutschen Fußballverband übermittelte seine Glückwünsche via Videobotschaft. Er sagte, dass der Verein mit seinen 550 Mitgliedern in der Stadt und in der Region eng verwurzelt sei und sportlich Geschichte geschrieben habe. Sein Appell galt der Jugend, die stärker eingebunden werden müsse. Für die Stadt sprach Bürgermeisterstellvertreter Claus Bixler. Der SCP habe viel geleistet und Pfullendorf überregional bekannt gemacht, erinnerte er an sportliche Höhepunkte wie die Spielzeit in der Regionalliga oder das Pokalspiel gegen den Bundesligisten aus Bielefeld. „Auf Ihre Jugendarbeit dürfen Sie mit Fug und Recht stolz sein“, sagte Bixler außerdem. Und: „Die Stadt hat den Sportclub im Rahmen ihrer Möglichkeiten immer unterstützt.“

Für die Sponsoren sprach Arthur Nothdurft, Gründer des Küchenherstellers Alno und langjähriger Hauptsponsor. Er, der Tennisspieler, erinnerte sich an die oft verschlagenen Bälle, wenn nebenan im Stadion der Torjubel ausbrach. „Ich war ein Sponsor, der nie den Ehrgeiz hatte, ein Amt im Verein auszuüben“, sagte Nothdurft.

Retter des Vereins

Nach einem gemeinsamen Essen folgte ein Unterhaltungsprogramm, durch das Kai Sautter führte. Marko Barlecaj, Marco Konrad und Ralf Hermanutz, ehemalige Erfolgsspieler des SCP und Retter des Vereins, als der vor einigen Jahren in einer schweren Krise steckte, ließen die Vereinsgeschichte Revue passieren. Sie berichteten von Höhepunkten, aber auch von schweren Zeiten, wie die Jahre des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs, in denen der Verein ruhte. „Alle waren stolz, alle haben zusammengehalten, es war ein Miteinander“, erinnerte Marco Konrad an die besten Zeiten, die der Verein unter der Leitung des Dreigestirns Hans-Hermann Krane, Manfred Walk und Manfred Vobiller erlebt habe. „Dieses Miteinander wieder zu finden, das ist unser Ziel. Wir werden wieder eine Familie, darauf schaffen wir hin.“

Für den aktuellen Hauptsponsor „Admiral“ bat Martin Moßbrucker die Betriebe in Pfullendorf und der Region um weiteres Sponsoring. Er erhielt besonders kräftigen Applaus, denn als Gastgeschenk hatte Moßbrucker eine elektronische Spielstandsanzeige mitgebracht. Ein Geburtstagsständchen gab es vom Chor „Chips & Flips“, bevor die Jugendlichen der Fußballakademie modernes elektronikgestütztes Training vorführten und eine Fußballjonglage für Staunen sorgte. Zwei Gewinnspiele und die musikalische Unterhaltung der Band „Longlines“ sorgten für gute Laune bis spät in die Nacht.

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