Chirurg kommt bei Autounfall ums Leben

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 Neun Monate nach dem Bezug seiner Praxis in Pfullendorf stirbt Dr. Andreas Krepsz bei einem Verkehrsunfall.
Neun Monate nach dem Bezug seiner Praxis in Pfullendorf stirbt Dr. Andreas Krepsz bei einem Verkehrsunfall. (Foto: Sebastian Korinth/Archiv)
Redakteur Alb/Lauchert und Pfullendorf

Der Chirurg Andreas Krepsz, der im vergangenen Jahr eine Praxis im Gesundheitszentrum am Obertor in Pfullendorf bezogen hatte, ist am Samstagmittag bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Bevorstehende Sprechstunden- und OP-Termine wurden abgesagt, die Zukunft der Praxis ist ungewiss.

Wie das Polizeipräsidium Aalen mitteilt, war der 53-jährige Arzt am Samstag gegen 13.10 Uhr auf der Benzstraße in Essingen (Ostalbkreis) unterwegs. Dort bog er nach links auf die Daimlerstraße ab und beschleunigte seinen Porsche stark. Als ein Lastwagen vor ihm auftauchte, wollte er demnach den 40-Tonner innerhalb der Ortschaft mit hoher Geschwindigkeit überholen. Er scherte auf die Gegenfahrbahn aus, als der 59-jährige Lastwagenfahrer nach links abbiegen wollte. Der 53-Jährige versuchte noch, wieder nach rechts einzuscheren, konnte wegen seiner hohen Geschwindigkeit aber nicht mehr hinter dem Lastwagen abbremsen. Nach der Kollision mit dem Auflieger des Lastwagens kam der Porsche im Grünstreifen zum Stillstand.

Bei der Kollision wurde der 53-Jährige in seinem Sportwagen eingeklemmt und musste von der Feuerwehr schwer verletzt befreit werden. Im Krankenhaus erlag er seinen schweren Verletzungen. Zur Klärung der Unfallursache wurde nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft ein Unfallgutachter hinzugezogen. Der Sachschaden beträgt rund 75 000 Euro.

Große Betroffenheit

Tief getroffen von dieser Nachricht ist Karl Hiestand, einer der vier Bauherren des Gesundheitszentrums. „Sowohl menschlich als auch fachlich ist Andreas Krepsz’ Tod ein großer Verlust“, sagt er. Nur neun Monate nach Eröffnung der Praxis habe der Chirurg bereits rund 1000 Patienten behandelt. „Die Resonanz war phänomenal“, sagt Hiestand. Zuletzt hätten Patienten mit einem Terminvorlauf von rund zweieinhalb Monaten rechnen müssen. Krepsz’ Praxismanagerin ist zurzeit damit beschäftigt, bevorstehende Termine abzusagen. Anrufer werden in die Apotheke im Gesundheitszentrum weitergeleitet.

Was jetzt mit den Praxisräumen passiert, ist noch vollkommen offen. Während die Räume Karl Hiestand gehören, waren beispielsweise Möbel, ärztliche Ausrüstung und Diagnosegeräte im Besitz des Chirurgen. Dieser wohnte zuletzt noch in der Gemeinde Lonsee im Alb-Donau-Kreis, wollte mittelfristig aber nach Pfullendorf umziehen. Sein Medizinstudium hatte Andreas Krepsz an den Universitäten in Freiburg und Ulm absolviert. In Krankenhäusern in Krumbach (Schwaben), Ottobeuren, Mindelheim und Augsburg ließ er sich zum Facharzt für Chirurgie ausbilden. In München legte er seine Facharztprüfung ab. Im Oktober 2003 kam Krepsz ans Stauferklinikum in Schwäbisch Gmünd. Im Mai 2018 eröffnete er seine Praxis in Pfullendorf. Seine Patienten operierte er im Sigmaringer Krankenhaus.

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