Brandschutz im Kloster ist eine Herausforderung

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Christoph Klawitter

Das ehemalige Dominikanerinnenkloster in Pfullendorf wird derzeit im Innern ausgebaut. Stadtbaumeister Jörg-Steffen Peter hat die Mitglieder des technischen Ausschusses des Gemeinderats Pfullendorf über die Baustelle geführt und informierte über den Baufortschritt. Gerade die Umsetzung der Brandschutz-Vorgaben bereitet momentan Schwierigkeiten. Die Bauarbeiten sollen im ersten Quartal des nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Die Sanierung des ehemaligen Dominikanerinnenklosters beschäftigt die Stadt schon seit längerem. In den vergangenen Jahren musste die ursprüngliche Kostenschätzung nach oben korrigiert werden, weil sich zeigte, dass der Sanierungsbedarf doch größer war als zunächst erwartet. Beispielsweise stellte sich heraus, dass in mehr Decken als angenommen die Holzbalken erneuert werden mussten – Feuchtigkeit sorgte für einen maroden Zustand. Auch feuchte Wände bereiteten Probleme.

Der sogenannte Rohbauzustand sei jetzt hergestellt, sagte Stadtbaumeister Jörg-Steffen Peter. Eine Herausforderung während der Bauarbeiten ist immer wieder der Brandschutz. „Wir haben ein Brandschutzkonzept über das gesamte Gebäude gezogen“, informierte Peter. Er nannte ein Beispiel: Eine Holzwand sei brandschutztechnisch anders einzuschätzen als eine Massivwand. „Wir können nicht einfach sagen: Wir reißen die Holzwand raus“, bemerkte er jedoch.

Dann müsse man aber wiederum an anderer Stelle des Gebäudes für einen Brandschutz-Ausgleich sorgen: „Wenn wir in einem Glied schwächer werden, müssen wir irgendwo anders aufrüsten.“ Besonders das Dachgeschoss ist nicht einfach zu handhaben. „Im Dachgeschoss haben wir eine sehr große Schwierigkeit“, so Peter.

Würde das große Dach brennen, hätte man einen Vollbrand. Zusammen mit Kreisbrandmeister, Baurechtsbehörde, Brandschutzgutachter und dem örtlichen Bauleiter müsse man sich hier abstimmen. Vor allem seien diese Bauarbeiten dann mit einem wirtschaftlichen Aufwand verbunden, ergänzte Peter.

„Die Ausschreibungen sind alle auf den Weg gebracht worden sodass wir jetzt das Paket ziemlich fertig haben“, sagte Jörg-Steffen Peter mit Blick auf die weiteren Sanierungsarbeiten. „In den letzten Monaten haben wir ein großes Stück Arbeit vollbracht“, stellte er fest. „Jetzt warten wir natürlich noch auf gute Angebote, dass die Firmen alle Zeit haben für uns.“

In dem ehemaligen Kloster sollen vor allem Räume der Stadtverwaltung untergebracht werden, aber auch Räumlichkeiten für die Volkshochschule. Geplant ist auch der Anbau eines Aufzugs. Wie Bürgermeister Thomas Kugler sagte, sollen die Bauarbeiten im ersten Quartal des nächsten Jahres abgeschlossen sein.

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