Bischof Emil Stehle stellt einen Leuchtturm dar

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Die Statue von Emil Stehle. (Foto: Privat)
Schwäbische Zeitung

Wahrlich ein großer Sohn einer ganz kleinen Gemeinde: Bischof Emil Stehle oder Emilio Lorenzo Stehle aus Mühlhausen. Der kleine Weiler zwischen Aach-Linz und Herdwangen gelegen gehört zur Gemeinde Herdwangen-Schönach. Inzwischen 86-jährig und schwerkrank lebt der Bischof im Altenheim in Konstanz. Im September wurde in Santo Domingo de los Tsáchilas (Equador) feierlich eine überlebensgroße Bronzestatue von Bischof Emil Stehle eingeweiht – die künftigen Generationen Zeugnis gibt von Stehles tief nachhaltigem sozialpolitischen Engagement in dem lateinamerikanischen Staat. In der Pfarrgemeinde ist Bischof Emil Stehle weiterhin präsent. Auch wenn das Wissen um ihn altersbedingt natürlich schwindet. Andererseits: „Die Herdwanger sind sehr stolz auf ihn“, sagt Pfarrer Meinrad Huber. Die Frage nach nachhaltigem Engagement ist schnell beantwortet: Denn immer wieder gehen junge Menschen aus Herdwangen-Schönach nach Lateinamerika.

Er ist einfach eine Persönlichkeit: Emil Lorenz Stehle gehörte Anfang der 90er-Jahre zu den ganz heißen Kandidaten für den Friedensnobelpreis. Er hatte in El Salvador geholfen, einen extrem blutigen Bürgerkrieg seinerzeit zumindest zum Stillstand zu bringen. Im Jahr der Entscheidung fiel dann die Wahl des Komitees auf Schimon Peres und Jassir Arafat für den Friedensprozess in Palästina. Das freilich stellt nur eine Episode im langen Wirken Stehles dar. 1957 als Seelsorger der deutschsprachigen Katholiken in Kolumbien berufen gehörte sein Wirken fortan dem lateinamerikanischen Kontinent. Von 1977 bis 1988 war der 1983 zum Weihbischof der Diözese Quito berufene Stehle Hauptgeschäftsführer der Bischöflichen Aktion Adveniat.

„Bei der älteren Generation ist er noch sehr präsent“, sagt Pfarrer Meinrad Huber. Jüngere kennen ihn noch von der Firmung. Schließlich war Stehle nach seinem Ausscheiden aus seinem Amt 2002 in Herdwangen wieder präsent – sei es beim Eulogiusritt 2003 als Festprediger oder wenige Jahre später – als er gerade 80 Jahre alt geworden war und beim Seniorennachmittag den älteren Mitbürgern eine eindrucksvolle Begegnung bescherte.

Sein „herzliches Lachen“ ist so eindrucksvoll, bringt Pfarrer Meinrad Huber die Begegnung mit Emil Stehle auf den Punkt. Zuletzt vor drei Wochen hat er ihn besucht. Gemeinsam mit einer Schwester von Bischof Emil Stehle und Bürgermeister Ralph Gerster. „Der Bischof nimmt nach wie vor Anteil“ , sagt Huber. Per Direktschaltung habe der tief bewegte die Enthüllung seiner Statue erlebt. Telekommunikativ zugeschaltet hat Stehle das verfolgt. Und auch den Menschen durch Bewegungen gut vermitteln können, sagt Huber.

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