Bürgermeisterwahl in Wald: Drei Kandidaten präsentieren sich

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Catharina Droßel, Joachim Grüner und Anna Gulde (von links) bewerben sich in Wald um das Amt des Bürgermeisters. Sie informieren
Catharina Droßel, Joachim Grüner und Anna Gulde (von links) bewerben sich in Wald um das Amt des Bürgermeisters. Sie informieren die Bürger bei der öffentlichen Kandidatenvorstellung über ihre Ziele. (Foto: Anthia Schmitt)

Allen Warnungen vor dem Corona-Virus und größeren Menschenansammlungen zum Trotz haben am Donnerstagabend rund 430 Walder Bürger die Zehn-Dörfer-Halle bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Grund: Sie wollten die Chance nutzen und die drei Bewerber um das Amt des Bürgermeisters kennenzulernen. 

Konkurrenten müssen den Saal verlassen

Der Wahlausschuss, so Bürgermeister Werner Müller als dessen Vorsitzender, hatte festgelegt, dass allen drei Bewerbern eine Redezeit von 15 Minuten und weitere 15 Minuten für Fragen aus dem Publikum zugestanden werden. Während der jeweiligen Vorstellung eines Kandidaten mussten die beiden anderen Bewerber den Saal verlassen. 

Vor Beginn der Präsentationen erläuterte Müller, der Ende Mai aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig sein Amt beendet, die wichtigsten Aufgaben eines Bürgermeisters: Repräsentation der Gemeinde nach außen, Leitung der Verwaltung und Vorsitz des Gemeinderats. Er dankte den drei Bewerbern, denn damit hätten die Bürger bei der Wahl am 15. März auch tatsächlich eine Wahl.

Beruflich stehe ich für Verwaltungskompetenz. 

Joachim Grüner

Den Anfang machte Joachim Grüner, der seine Bewerbung als erster abgegeben hatte. „Ich habe die Entscheidung für die Kandidatur aus voller Überzeugung getroffen“, sagte er. Denn er lebe mit seiner Familie in Wald und wolle die Gemeinde voran bringen. „Beruflich stehe ich für Verwaltungskompetenz“, sagte er und verwies auf 25 Jahre beim Landratsamt Sigmaringen und fünf Jahre im Amt des Kämmerers in der Gemeinde Wald.

Grüner will Jugend weiter einbinden

Er stehe für Kompetenz, Menschennähe und Augenmaß, erklärte er weiter und nannte seine Schwerpunkte: Ortsentwicklung, Bürgerbeteiligung, Familienfreundlichkeit und Klimaschutz. Wichtig sei ihm die Beteiligung und aktive Einbindung der Bürger und besonders der Jugend. Grüner stellte deshalb im Falle seiner Wahl Bürgersprechstunden, Bürgerversammlungen und die Fortführung der Jugendbeteiligung in Aussicht.

Ich will eine Bürgermeisterin sein, die keine leeren Worte macht. 

Anna Gulde

Die 29-jährige Anna Gulde, die in Wald aufwuchs, derzeit in Villingen-Schwenningen lebt und im Sommer in die Gemeinde zurückkehrt, um, nach eigenen Worten, ihrem Kind ein Aufwachsen in der Natur zu ermöglichen, beeindruckte das Publikum mit einer Rede, die „ich selbst gemacht habe, ebenso wie meine Flyer“. Sie wolle eine Bürgermeisterin sein, die „keine leeren Worte macht“, sagte sie.

Gulde will Verwaltung transparenter machen

Anna Gulde räumte von Anfang an ein, dass sie nicht wisse, welche Themen derzeit in Wald im Vordergrund stünden und wo die Bürger der Schuh drücke. Sie hatte aber, beispielsweise bei der Suche nach Informationen zu den Kindergartengebühren, festgestellt, dass „die Bürger nicht ausreichend informiert sind“. „Die Kommunikation und der Informationsfluss müssen gesichert sein“, sagte sie.

Als Bürgermeisterin sei ihr gelebte Demokratie wichtig und der Austausch mit den Bürgern, um zu erfahren, was sie bewegt. „Ich möchte nicht meine Themen durchsetzen, sondern Ihre Interessen vertreten“, sagte sie.

Durch mich können Konflikte reduziert oder vermieden werden. 

Catharina Droßel

Dritte Bewerberin war Catharina Droßel. Sie wohnt seit zehn Jahren im Ortsteil Walbertsweiler und legt als ausgebildete Mediatorin besonderen Wert auf Konfliktlösungen. Ein Betätigungsfeld, für das sie auch im Miteinander in der Gemeinde und in der Verwaltung Bedarf sieht. „Durch mich können Konflikte reduziert oder vermieden werden“, sagte sie. Droßel will als Bürgermeisterin „ein offenes Ohr für die Anliegen der Bürger haben und die Lebensqualität in der Gemeinde verbessern.

Droßel will Bürgerbus einführen

Konkret nannte sie die Einführung eines Abendmarkts unter Einbindung der Landwirte und einen Abenteuerspielplatz für Jung und Alt als Ort der Begegnung. Handlungsbedarf sieht sie außerdem bei der Ansiedlung von Einkaufsmöglichkeiten, bei der Schaffung von Wohnraum für Menschen jeden Alters und bei der Verbesserung der Verkehrsstruktur. „Mir schwebt ein Bürgerbus vor“, sagte Droßel, die sich fehlendes Verwaltungswissen in speziellen Seminaren für Bürgermeister aneignen will.

Die Fragen der Bürger galten dem Bestand der Grundschule, dem Natur- und Umweltschutz oder dem Mietwohnungsbau. Ein Bürger meinte, dass es „mit Seminaren für Bürgermeister nicht klappt“. Ein anderer fand die Antworten der Kandidaten zu konkreten Maßnahmen im Umweltschutz unbefriedigend und ein Dritter regte an, die Hundesteuer für „erzogene Hunde“ zu senken.

„Gehen Sie zur Wahl“, appellierte der amtierende Bürgermeister am Ende, um demjenigen Bewerber, der am Ende das Rennen macht, einen starken Rückhalt für sein Amt zu geben.

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