Auszubildende zeigen Schülern Wege ins Berufsleben auf

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Cäcilia Krönert

Unter dem Titel „Azubi meets Schule“ findet an der Sechslindenschule in Pfullendorf einmal im Jahr eine Aktion zur Berufswegeplanung für Mädchen und Jungen der achten Klasse statt. Am Donnerstag und am Freitag stellten Auszubildende lokaler Unternehmen wieder ihre Berufe vor.

Jonas Krall aus Meßkirch absolviert zurzeit sein drittes Lehrjahr bei der Firma Hennig in Pfullendorf, die Stahl- und Metallerzeugnisse produziert. „Wenn man eine Ausbildung zum Industriemechaniker wählt, sollte man gut in Mathematik und Physik sein, denn die schulische Ausbildung ist sehr anspruchsvoll“, erklärte der ehemalige Realschüler den Jungen der Klasse 8b. Habe man sich erst einmal für eine Ausbildung zum Industriemechaniker entschieden, müsse man voll und ganz dahinter stehen, um nach dreieinhalb Jahren einen erfolgreichen Abschluss in der Tasche zu haben.

Die Gesellenprüfung im Visier

Julian Atzenhofer absolviert seine Ausbildung ebenfalls bei der Firma Hennig. Auch er befindet sich inzwischen im dritten Lehrjahr. Ende dieses Jahres will er die Abschlussprüfung zum Gesellen ablegen. „Ich war auch mal Schüler an der Sechslindenschule“, erzählte Atzenhofer. „Nach dem Hauptschulabschluss habe ich an der zweijährigen Berufsfachschule in Überlingen den Realschulabschluss gemacht.“

Über Freunde war Julian Atzenhofer auf den Ausbildungsbetrieb Hennig aufmerksam geworden. Während seiner Schulzeit, allerdings in den Ferien, absolvierte er dort ein zweiwöchiges Praktikum. Anschließend stellte ihm die Geschäftsführung einen Ausbildungsplatz in Aussicht. Er gehe gern mit dem Werkstoff Metall um und habe den Anspruch an sich selbst, Dinge in hoher Präzision herzustellen. Klassenlehrerin Sylvia Gross wollte von Julian Atzenhofer wissen, was sich für ihn seit seiner Hauptschulzeit verändert hat. Er habe nun einen freundlicheren Umgang mit Menschen, sei reifer, offener und ruhiger geworden, berichtete der Auszubildende.

Jonas Krall zeigte Fertigungsstücke und ließ diese durch die Reihen gehen. Später wollten die Schüler Nick Doppert, Kevin Weber und Artem Mironcik von ihm und Julian Atzenhofer wissen, ob es eine Berufskleidung gibt, wo sich die Berufsschule befindet und wie viel man als Industriemechaniker verdienen kann – und bekamen auf alle ihre Fragen selbstverständlich eine Antwort aus erster Hand.

Celine Schlechter absolviert ihre Ausbildung in Rainer Schmauders Friseursalon in Pfullendorf. Im Juli will sie nach drei Jahren Lehrzeit ihre Gesellenprüfung ablegen. „Ich liebe es besonders, Hochsteckfrisuren zu machen“, sagte die junge Friseurin, die von der Handwerkskammer Reutlingen im vergangenen Jahr zur „Auszubildenden des Monats“ ausgezeichnet worden war. „Mein Ziel ist es, den Meister in diesem Beruf zu machen.“ Man brauche gute Noten in den Fächern Deutsch, Mathematik und Chemie, sagte Rainer Schmauder. Er berichtete, dass er den Beruf von der Pike auf gelernt habe, und stellte den Jungen und Mädchen die Vielseitigkeit seiner Tätigkeit vor.

Um ihnen verschiedene Wege ins Berufsleben aufzuzeigen, bekamen die Werkrealschüler viele Informationen an die Hand. „Ich habe ein Praktikum in einer Tierarztpraxis absolviert und möchte auch später im Beruf gerne etwas mit Tieren machen“, sagte Schülerin Anna Fiesel der „Schwäbischen Zeitung“. Für welchen konkreten Beruf sie sich entscheiden wolle, das wisse sie aber noch nicht. Tatjana Banushi hat ihr Praktikum bei einem Friseur absolviert. „Ich möchte aber lieber in den Einzelhandel, um Mode oder Drogerie-Artikel zu verkaufen“, sagte sie.

Lehrerin Nadine Royer berichtete, dass die Aktion „Azubi meets Schule“ inzwischen nach den Praktika der Schüler auf dem Programm steht. Diese Reihenfolge erhöhe das Interesse bei den Schülern, sagte sie. Die Mädchen und Jungen seien zwar noch sehr jung und nur etwa eine Handvoll starte bereits nach dem Hauptschulabschluss in eine Ausbildung – doch die Aktion sei ein wichtiger Baustein in der Berufswegeplanung.

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