Ausstellung in der Sparkasse informiert über Baugebiete

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 Josef Waldschütz (von links), Ralph Gerster, Saskia Meier, Bernd Ruther und Hubert Rist eröffnen die Ausstellung.
Josef Waldschütz (von links), Ralph Gerster, Saskia Meier, Bernd Ruther und Hubert Rist eröffnen die Ausstellung. (Foto: Christoph Klawitter)
Christoph Klawitter

Die Nachfrage nach Bauplätzen ist nach wie vor ungebrochen. Aufgrund der hohen Preise am Bodensee rückt auch der Raum Pfullendorf zunehmend in den Fokus der Bodensee-Anlieger. Eine Ausstellung in der Sparkasse Pfullendorf informiert über bestehende und geplante Baugebiete in Pfullendorf und Herdwangen-Schönach. Am Dienstag wurde die Ausstellung eröffnet.

Ralph Gerster, Bürgermeister von Herdwangen-Schönach, und Josef Waldschütz, Leiter der Bauverwaltung Pfullendorf, stellten die Baugebiete in ihren Kommunen vor. Zählt man die bestehenden Gebiete und die geplanten Gebiete zusammen, ergeben sich laut Waldschütz in der Pfullendorfer Gesamtstadt, also inklusive Stadtteile, etwa 190 Wohn-Bauplätze – Interessenten sind es derzeit etwa 130. „Aber täglich wird es mehr“, sagte Josef Waldschütz.

Wie er erläuterte, kommen etwa 20 bis 25 Prozent der Interessenten außerhalb von Pfullendorf – ein Teil davon sind Bodensee-Anlieger. „Wir merken auch, dass vom See-Bereich mehr hochkommt“, so Waldschütz. Ralph Gerster bestätigte diesen Eindruck mit Blick auf seine Gemeinde, auch vom Bodenseeraum kommen Interessenten und schauen sich in Herdwangen-Schönach um. Als er sein Bürgermeisteramt 2010 antrat, habe er froh sein können, wenn er im Jahr zwei Bauplätze verkauft habe.

Zusätzliche Konkurrenz

Heute könne man in Kürze ein ganzes neues Baugebiet verkaufen. „So ändern sich die Zeiten“, sagte Gerster. Für Einheimische bedeuten die Interessenten aus dem Bodenseeraum eine zusätzliche „Konkurrenz“. Dabei ist es laut Saskia Meier von der Landesbausparkasse (LBS) nicht unwichtig, sich als Interessent rasch für den Bau des Hauses oder den Kauf der gebrauchten Immobilie zu entscheiden, auch wenn das die wahrscheinlich größte Investition im Leben sei und man sich da gerne mehr Zeit nehmen würde, bedauerte sie.

„Es gibt halt viele Kurzentschlossene“, erklärte sie. Gerade Bodensee-Anlieger seien ein noch höheres Preisniveau gewohnt. Bauen ist teuer geworden. Ein Einfamilienhaus koste inzwischen inklusive aller Kosten etwa 450 000 Euro, sagte Bernd Ruther, Regionaldirektor der Sparkasse Pfullendorf-Meßkirch. Er warnte auch davor, dass man als Bauherr nicht in die „Zinsfalle“ tappen dürfe: Laufe beispielsweise eine zehnjährige Zinsbindung ab und in zehn Jahren würde der Zins bei fünf anstatt einem Prozent liegen, müsse man das bereits jetzt in der Finanzierung berücksichtigen – weil sonst womöglich in zehn Jahren das Eigenheim nicht mehr gehalten werden kann.

Gefragt sind auch gebrauchte Häuser. „450 000 Euro kann halt nicht jeder finanzieren“, stellte Saskia Meier mit Blick auf die Kosten für ein neues Einfamilienhaus klar.

Nach wie vor gebe es auch Bedarf nach Mietraum, ergänzte sie und berichtete, dass sich viele Kapitalanleger für den Kauf einer Wohnung interessieren, um sie zu vermieten. Hubert Rist, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pfullendorf-Meßkirch, betonte, wie wichtig Eigentum bezüglich der Altersvorsorge sei. Dann müsse man im Alter nicht mehr über das Thema Miete nachdenken.

In diesem Zusammenhang sah er es als kritisch an, dass in Deutschland die Eigentumsquote – also Haushalte, die in Eigentum anstatt in Miete leben – im Vergleich zu anderen Staaten der Europäischen Union niedrig sei. In Berlin, wo derzeit das Thema Enteignung diskutiert wird, betrage die Quote sogar nur 16 Prozent. Von Enteignungen, um die Probleme in Großstädten zu lösen, hält Rist jedoch nichts.

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