Ausstellung erinnert an Robert Steward

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 Die Bildhauerin Claudia Schlürmann, Stewards Witwe Katharina Lebede und Hansjörg Straub, ein langjähriger Wegbegleiter des Vers
Die Bildhauerin Claudia Schlürmann, Stewards Witwe Katharina Lebede und Hansjörg Straub, ein langjähriger Wegbegleiter des Verstorbenen (von links) sichten den Nachlass und bereiten die Ausstellung vor. (Foto: Anthia Schmitt)
Anthia Schmitt

Mit einer großen Ausstellung nimmt die Künstlergemeinschaft in der Kunsthalle Kleinschönach Abschied von Robert LaVerne Steward. Der überregional anerkannte Künstler, der seit 1981 in der Gemeinde lebte und im Jahr 2000 zu den Gründern und ersten Bewohnern der Kunsthalle gehörte, ist im März diesen Jahres an den Folgen einer schweren Krankheit gestorben. Er wäre Ende November 75 Jahre alt geworden. Zu seinem Nachlass gehören zahlreiche Bilder, Radierungen und Skulpturen. Sie alle werden in der Ausstellung „Wooden Ships“, die am Freitag, 29. November, um 20 Uhr mit einer Vernissage eröffnet wird, gezeigt und auch zum Kauf angeboten.

Robert Steward, der von seinen Freunden Tewie genannt wurde und auch oft selbst so signierte, wurde in San Francisco geboren. Die Heimat am pazifische Ozean und seine Jahre bei der amerikanischen Marine während des Vietnamkriegs schlugen sich Zeit seines Lebens in seinen Arbeiten nieder. Häufig gehörten Schiffe und Boote zu seinen Motiven und gerade in seiner letzten Schaffensphase beschäftigte er sich holzbildhauerisch besonders intensiv mit Booten, die er aus unterschiedlichsten Hölzern fertigte.

In Amerika nahm Robert Steward ein Kunst- und Architekturstudium auf. Seinen Lebensunterhalt verdiente er als Gitarrist und Sänger. Mit einigem Erfolg, wie alte Plattenaufnahmen zeigen. Nach Reisen durch Europa als Straßenmusiker, entschloss sich Robert Steward im Jahr 1976, ganz nach Europa umzusiedeln. „Es war die Liebe, die ihn nach Deutschland führte“, erklärte sein Weggefährte Hansjörg Straub bei einem Pressegespräch am Freitag. Straub lebte in dieser ersten Zeit mit Steward in einer Wohngemeinschaft in Freiburg und stand bis zu seinem Tod in enger Verbindung mit dem Freund. „Er hat sich sehr mit seiner Vietnamgeschichte beschäftigt und er war auch stark von der Hippie- und Friedensbewegung geprägt“, erinnert sich Straub. Mit Claudia Schlürmann, die als Bildhauerin in der Kunsthalle lebt und arbeitet und mit Straub und der Nürnberger Kunsthistorikerin Claudia Marquardt gemeinsam in die Ausstellung einführt, ist er sich einig: „Tewie hatte bis zuletzt eine unbändige Neugier auf das Leben und die Menschen.“ Und: „Er hatte eine charismatische Ausstrahlung, die ihn zu einem Sympathieträger machte und Menschen anzog.“

Videoprojektion ergänzt die Ausstellung

Stewards Nachlass wird von seiner Frau, der Schmuckdesignerin Katharina Lebede verwaltet. Auch sie lebt und arbeitet in der Kunsthalle Kleinschönach und ist derzeit damit beschäftigt, die vielen Bilder und Skulpturen zu ordnen und zu katalogisieren. Gleichzeitig baut sie mit Freunden und Kollegen die Ausstellung auf. Zum Ausstellungsort wird nicht nur das Atelier von Robert Steward, in dem die Besucher noch nachspüren können, wie er gearbeitet hat, sondern auch der große Flur der Halle und das Gastatelier, sodass ganz unterschiedliche Stimmungen wirken. Dazu gibt es eine Videoprojektion. „Wir rechnen mit vielen Besuchern“, sagte Claudia Schlürmann und erinnert sich an die Beerdigung von Tewie, zu der über 300 Menschen kamen. Sie wird nach der Ausstellung gemeinsam mit Katharina Lebede das Atelier räumen, denn es soll Anfang des Jahres 2020 neu belegt werden.

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