Alex Simm aus Konstanz gewinnt den Poetry Slam

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Moderator Marvin Suckut (rechts) gratuliert Selina Merli zum zweiten und Alex Simm zum ersten Platz.
Moderator Marvin Suckut (rechts) gratuliert Selina Merli zum zweiten und Alex Simm zum ersten Platz. (Foto: Tanja Japs)
Schwäbische Zeitung
Tanja Japs

Alex Simm aus Konstanz hat beim ausverkauften Poetry Slam am Samstagabend im Felsenkeller des Hotels Adler stimmgewaltig das Publikum überzeugt und den ersten Platz gemacht. Im Finale setzte er sich gegen Selina Merli aus Uhldingen mit ihrem Textvortrag Marionettenkind durch.

Simm präsentierte den Zuhörern seine kreative Lyrik mit einer traurigen Ballade von der Schnapsdrossel Olga und Schluckspecht Siegesmund mit dem Untertitel Hackedicht ist Pflicht. Bereits zu Beginn amüsierte Simm die Zuhörer und Zuschauer mit seinem Textvortrag „Der beste Freund des Menschen ist der Mensch – gewidmet meinem Hund“. Jeder, der einen Hund hat, bog sich vor Lachen und stimmte ihm zu.

Marvin Suckut aus Konstanz, Mitorganisator dieser Veranstaltung und selbst Meister der Szene, moderierte unterhaltsam den Abend. Zu Beginn stellte er die sechs Teilnehmer vor, die sich diesem Wettstreit stellten: Jan Cönig aus Frankfurt, Volker Surmann aus Berlin, Marcel Siedersberger aus Sigmaringen, Olivia Mettang aus Konstanz, Selina Merli aus Uhldingen und Alex Simm aus Konstanz.

Ein Poetry Slam – sinngemäß Dichterwettstreit – ist ein literarischer Vortragswettbewerb, bei dem selbstgeschriebene Texte innerhalb einer bestimmten Zeit einem Publikum vorgestellt werden. Die Zuschauer küren den Sieger. Ausschlaggebend ist dabei, dass der Textvortrag durch performative Elemente und die bewusste Selbstinszenierung des Vortragenden ergänzt wird. Die Veranstaltungsform entstand 1986 in Chicago und verbreitete sich in den 1990er-Jahren weltweit. Erfinder des Poetry Slam ist der amerikanische Performance-Poet Marc Kelly Smith aus Chicago.

Jeder hat sieben Minuten Zeit

Die Teilnehmer bei Poetry Slam müssen Regeln einhalten: „Die Texte müssen selbstgeschrieben sein, der Dichter darf keine Requisite, Kostüme oder Musikinstrumente verwenden, und wenn der Poet das Zeitlimit von maximal sieben Minuten überschreitet, werden Punkte von seinem Stand abgezogen“, so Suckut. Die Jury wurde aus dem Publikum ausgewählt und durfte sich auch selbst dazu ernennen. „Ich schaue einfach mal, was sich heute Abend so ergibt“, meinte Mandy, die sich bereit erklärte, in der Jury zu sein. Irina wollte Jurymitglied werden aus dem Beweggrund heraus, „sie liebe Literatur“. „Ich habe Spaß zu richten“, mit diesen Worten versuchte Natanoel zu überzeugen. Dem Publikum wurde eine reiche Auswahl an kreativer Lyrik geboten. Die Texte handelten zum Beispiel von „Die Friedenstaube – Mein Leben in der Wohngemeinschaft“ (Jan Cönig), „Ich war ein schlechter Bauer“ - Erfahrungen eines Bauernsohns mit Pollenallergie in der Fahrschule (Volker Surmann), „Liebesbrief“ (Marcel Siedersberger), „Fleischlos glücklich“ (Olivia Mettang), „Lass mich Geschichte schreiben, lass uns Geschichte schreiben“ (Selina Merli) oder „Das einsame Emu Einhorn Erna“ (Alex Simm). Das Publikum fühlte sich bestens unterhalten. „Ich wusste gar nicht so genau, was mich heute Abend erwartet, aber ich bin positiv überrascht“, sagte etwa Marcell Klaiber gegenüber der Schwäbischen Zeitung.

Der nächste Poetry Slam findet am 7. Oktober wieder im Hotel Adler statt.

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