20 Künstler tauchen in Alices Wunderland ein

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Die Geschichte von „Alice im Wunderland“ – hier eine Theateraufführung in der Biberacher Stadthalle – lässt viel Spielraum für k
Die Geschichte von „Alice im Wunderland“ – hier eine Theateraufführung in der Biberacher Stadthalle – lässt viel Spielraum für k (Foto: Georg Kliebhan)
Schwäbische Zeitung
Redakteur Alb/Lauchert und Pfullendorf

Bis sie mit der Unterstützung von 20 befreundeten Künstlern und zahlreichen Schülern den Stadtgarten in Alices Wunderland verwandeln kann, ist es noch mehr ein Jahr hin. Trotzdem ist Sibylle Becker-Goeschel, Leiterin der Kinder- und Jugendkunstschule, schon voll bei der Sache. Bei jedem Satz über die Projektwoche ist ihr die Begeisterung anzuhören. „Ich möchte, dass die Menschen, die kommen, mal richtig durchgepustet werden – so, dass sie sich komplett anders fühlen“, sagt Becker-Goeschel. Sie und ihre Helfer denken über Marionetten und riesige Masken ebenso nach wie über eine Licht-Installation und ein Labyrinth.

In den vergangenen drei Monaten hatte sich Sibylle Becker-Goeschel bei Freunden und Bekannten nach Helfern für die vom 18. bis zum 23. Juli kommenden Jahres geplante Projektwoche umgesehen. Ende Juni trafen sich alle gemeinsam im Stadtgarten. „Wir haben die Umgebung erst einmal auf uns wirken lassen und dann überlegt, welche Projekte an welche Stelle passen“, sagt Becker-Goeschel. Noch bevor steht ihr die Suche nach Sponsoren. Doch sogar darauf freut sie sich.

Die bereits gesammelten Ideen gehen in alle nur erdenklichen Richtungen. So möchte eine Dozentin aus Pfullendorf einen russischen Märchenmarkt anbieten. „Die hat mir vom russischen Märchen ,Der Zauberer der Smaragdenstadt’ erzählt“, sagt Sibylle Becker-Goeschel. „Die Geschichte ähnelt der von Alice im Wunderland. Es ist toll, dass es ähnliche Geschichten in unterschiedlichen Kulturen gibt.“ Beim russischen Märchenmarkt während der Projektwoche sollen beispielsweise kyrillische Buchstaben in eine greifbare Form gebracht werden. Denkbar sei es auch, russisches Gebäck zuzubereiten und am Präsentationstag zu verkaufen. „Das Ziel ist es, unterschiedliche Kulturen zusammenzubringen“, sagt Becker-Goeschel.

Blumen spielen eine große Rolle

Die Namen ihrer Helfer dürften den Pfullendorfern nicht neu sein. So hat sich beispielsweise Floristin Regina Kirchmann bereit erklärt, dabei zu sein. Blumen werden also auf jeden Fall eine große Rolle spielen. Susanne Hackenbracht, Künstlerin aus Wald, möchte gemeinsam mit den Schülern ein Labyrinth errichten – gegebenenfalls aus Lkw-Planen, die sich besonders gut bemalen lassen.

Musikerin Dorle Ferber hat sich in den Kopf gesetzt, für die Projektwoche ein eigenes Lied zu schreiben, das die Schüler jeden Morgen gemeinsam singen. Und Horst Kirschner – einst Beleuchter am Theater Ravensburg und heute Lehrer an der Sechslindenschule – möchte mit den Kindern und Jugendlichen eine Lichtinstallation errichten. Bei schönem Wetter soll sie im Stadtgarten Platz finden, bei schlechtem im Innenstadt-Parkhaus. Allerdings ist es Sibylle Becker-Goeschel nicht nur gelungen, Künstler aus Pfullendorf und der näheren Region zu gewinnen. Auch aus München und dem Raum Konstanz haben sich Unterstützer angemeldet. Für die Betreuung der Kinder in den Arbeitsgruppen rechnet Becker-Goeschel außerdem mit der Hilfe von Lehrern und Eltern.

Obwohl ihr noch ein Haufen Arbeit bevorsteht und die Projektwoche für alle Pfullendorfer Schulen offen sein soll: Angst davor, dass ihr das Projekt über den Kopf wachsen könnte, hat die Leiterin der Kunstschule nicht. „Bei der Planung von Messen und Kongressen habe ich Erfahrung gesammelt“, sagt sie. „Und die nötigen Leute und Ideen sind schon da. Das alles ist nicht einfach, aber ich freue mich drauf.“ Außerdem kann Sibylle Becker-Goeschel schon im Vorfeld auf ihre Freunde zählen: Christine Göpfert von der Kunstschule und Künstlerin Susanne Hackenbracht wollen ihr bereits bei der Organisation zur Hand gehen.

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