Özgen Özgül visualisiert ihre Geheimnisse in der Kunsthalle

Lesedauer: 3 Min
In der Kunsthalle Kleinschönach machen sich Bürgermeister Ralph Gerster, Gastgeberin Annemarie Rudolph und Kurator Ingo Nitzsche (von links) für die türkische Gastkünstlerin Özgen Özgül und ihre „Geheimnisse“ stark. (Foto: Ingo Selle)
Schwäbische Zeitung
Ingo Selle

In der vergangenen Woche hatte die Schwäbische Zeitung bei einem Schulterblick auf die Arbeit der türkischen Gastkünstlerin Özgen Özgül im Atelier von Annemarie Rudolph in der Kunsthalle Kleinschönach viel Versprechendes erspähen können. Bei der Vernissage am Montagabend erfüllten sich die hohen Erwartungen: Eindrucksvolle Werke der Künstlerin aus der Osttürkei lassen erahnen, wie viel Potenzial in Özgül schlummert.

Darüber, dass alle Werke im Verlauf von nur sechs Wochen in der Kunsthalle Kleinschönach entstanden, freuten sich Gastgeberin Annemarie Rudolph und Kurator Ingo Nitzsche. „Gizem“, das Motto des gastkünstlerischen Schaffens, steht in der Übersetzung für „Geheimnis“ in jedweder Bedeutung. Die Interpretation und Sinngebung der monochrom bis farbig-sinnfroh angelegten Werke bleibt den Betrachtern weitgehend überlassen. Dass jede Menge an echter Tiefe und nicht vordergründiger Geheimnistümelei in den Bildern verborgen ist, macht den besonderen Reiz von Özgen Özgüls Arbeiten aus.

Die Interpretationsmöglichkeiten, das Verborgene zu entdecken, hatte Ingo Nitzsche in seiner Laudatio mit einem Gedicht aus dem Band „Westwärts“ von Rolf Dieter Brinkmann, „dem Barden des Rock ’n’ Roll und der Beat-Generation“, anklingen lassen. Annemarie Rudolph, die der Künstlerin nicht nur ihr Atelier in Kleinschönach, sondern auch ein Zuhause in Aach-Linz zur Verfügung gestellt hatte, zeigte sich über die „doch etwas schmerzhafte Trennung nach sechs Wochen Zusammenarbeit“ berührt.

Bürgermeister Ralph Gerster gab bescheiden den Dank der Anwesenden für seinen Einsatz bei der Beschaffung des Visums für die Künstlerin über die Deutsche Botschaft in Ankara an Robert La Verne Steward weiter. Gerster betonte die „wunderbare Zusammenarbeit zwischen der Kunsthalle Kleinschönach und der Gemeindeverwaltung“. Mit Blick auf die türkische Künstlerin verlieh er seiner Bewunderung „für Menschen, die solch eine Schaffenskraft haben“, Ausdruck.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen