Vipingo: Bau des Volontärshauses soll bald starten

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Der Verein Vipingo ist für sein neues Volontärshaus in Kenia auf der Zielgeraden. Unter anderem auch Dank Spenden der SZ-Leser im Rahmen der Aktion „Helfen bringt Freude“. Mit dem Bau soll schnellstmöglich begonnen werden. Der Verein Vipingo legt einen Schwerpunkt seines Engagements auf die Unterstützung der Future Hope Montessori School im Ort Vipingo an der kenianischen Ostküste.

Bei „Helfen bringt Freude“ – einer Kooperation von SZ und Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart – haben Leser in der vergangenen Weihnachtszeit rund 640 000 Euro gespendet. 310 000 Euro stehen für die Projekte in den Flüchtlingscamps Mam Rashan, Sheikhan und Bardarash zur Verfügung. An die knapp 90 von der SZ ausgewählten Vereine aus ihrem Verbreitungsgebiet gehen jeweils 3600 Euro.

Haus kostet rund 35.000 Euro

So konnten sich auch Dietmar Rusch, Vorsitzender von Vipingo, und seine Vorstandskollegen Karl Eberhardt und Günter Hermann über 3600 Euro für das Projekt freuen. Rund 35 000 Euro wird das neue Haus für die freiwilligen Helfer kosten und den Wohnstandard für sie deutlich erhöhen. In der derzeitigen Unterkunft gibt es weder Sanitäranlagen noch fließend Wasser oder Strom.

 So soll das Volontärshaus in Vipingo aussehen.
So soll das Volontärshaus in Vipingo aussehen. (Foto: privat)

Die neue soll getrennte Schlaf- und Badezimmer für männliche und weibliche Helfer haben sowie einen gemeinsamen Koch- und Wohnbereich. „Damit können wir auch aktiv auf die Suche nach Freiwilligen gehen und hoffentlich auch mal jemanden aus der Region hier finden“, sagt Rusch.

Etwa 12 000 Euro waren für das Projekt bereits an Spenden zusammengekommen, 10 000 Euro hatte die Vorstandschaft schon beschlossen, dafür zu verwenden. Ein weiterer Geldsegen ist von der Juniorfirma bei Geberit gekommen: 5000 Euro. Dort wickeln die Auszubildenden Geschäfte und Aufträge ab. Der Gewinn wird an gemeinnützige Projekte gespendet. 

Viele Verantwortliche halten die Hand auf und versprechen dann sich zu kümmern. Aber darauf lassen wir uns gar nicht erst ein.

Dietmar Rusch, Vereinsvorsitzender von Vipingo

„Alles in allem sind wir nun baufähig“, sagt Rusch. Er rechnet mit einem zügigen Bauverlauf von nicht länger als einem Jahr. Es fehlt allerdings noch die Baugenehmigung. „Das läuft in Kenia alles etwas anders. Viele Verantwortliche halten die Hand auf und versprechen dann sich zu kümmern. Aber darauf lassen wir uns gar nicht erst ein.“

Bevölkerungswachstum fordert Gesellschaft heraus

In der Future Hope Montessori School in Vipingo werden derzeit rund 150 Kinder betreut. „Der Schulbesuch ist für sie kostenlos. Das ist in Kenia nicht selbstverständlich, daher gibt es auch viele Anfragen“, sagt Rusch. Vipingo habe sich von einem Dorf in eine kleine Stadt entwickelt, erlebe einen enormen Bevölkerungszuwachs. 

 Dietmar Rusch (von links), Karl Eberhardt und Günter Hermann vom Vipingo-Vorstandsteam freuen sich über die Spende.
Dietmar Rusch (von links), Karl Eberhardt und Günter Hermann vom Vipingo-Vorstandsteam freuen sich über die Spende. (Foto: Julia Freyda)

„Das ist eine enorme Herausforderung für die Gesellschaft. Viele haben die Hoffnung, in einer größeren Stadt ein besseres Leben zu finden, aber müssen dann als Tagelöhner ums Überleben kämpfen“, berichtet Rusch. Oft sei es besser, wenn die Menschen auf dem Land blieben und sich als Selbstversorger um die Familie kümmern.

Erwachsene lernen lesen und schreiben

Da viele Erwachsene nicht lesen und schreiben können, bietet die Future Hope Montessori School auch für diese Kurse an. „Die werden sehr gut besucht und auch die Workshops zu Themen wie Sexualität und Hygiene nutzen viele“, sagt Rusch. Das seien zwar alles nur Tropfen auf den heißen Stein, aber wenn niemand etwas mache, passiere gar nichts.

Am Fasnetsfreitag hat Karl Eberhardt in seinem Rewe-Markt in Pfullendorf wieder eine Aktion mit Guggenmusik-Gruppen veranstaltet. Dabei sind rund 2100 Euro zusammengekommen. Mit dem Geld soll wieder ein Brunnen-Projekt umgesetzt werden.

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