Silphie-Blüte hat es Brodmann angetan

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Die Durchwachsene Silphie ist nicht nur Energiepflanze, sondern auch wertvoll für die Imkerei und für ein vielfältiges Landschaf
Die Durchwachsene Silphie ist nicht nur Energiepflanze, sondern auch wertvoll für die Imkerei und für ein vielfältiges Landschaftsbild. (Foto: Fotos: Lehleiter)
Schwäbische Zeitung
Janine Lehleiter

Viele Gäste haben am Sonntag, 14. August den Energiepark Hahnennest (EPH) besucht. Ein Fest zu Ehren der Durchwachsenen Silphie galt als Anlass, den Energiepark näher kennenzulernen. Neben Vorträgen und Infoständen gab es ein umfangreiches Unterhaltungsangebot sowie reichlich Verpflegung.

Schon um 10 Uhr eröffnete der Energiepark Hahnennest das erste Silphieblütenfest und lud zum Frühschoppen mit musikalischer Untermalung ein. Die Musikvereine Burgweiler und Ostrach sowie die Band „Cock-Rock“ sorgten mit Live-Musik für Stimmung. Auch ein Handwerker- und Bauernmarkt mit Händlern aus der Region lockte die Gäste an.

An den einzelnen Ständen rund um die Themen Energie und Umwelt sowie Imkerei informierten sich die zahlreichen Besucher. So erklärte der Imker Wendelin Kaister vom Bienenzuchtverein Pfullendorf beispielsweise: „Jede Biene durchlebt den Zyklus von der Putz- zur Flugbiene.“

Während die Erwachsenen sich interessiert austauschten, vergnügten sich die Kinder beim Glücksrad, im Karussell oder auf der Hüpfburg. Für noch mehr Abwechslung sorgte am Nachmittag die Ostracher Line Dance Gruppe „Wild Country“.

Pflanze ist die Hauptattraktion

Die Hauptattraktion war jedoch die goldgelb blühende Durchwachsene Silphie (Silphium perfoliatum). „Im Jahr 2007 hat es mir die Silphie angetan. Ich habe mich im Internet erkundigt und meine Frau baute sie dann versuchsweise an. 2012 gab es dann das erste Feld“, sagte Ralf Brodmann in seinem Vortrag. Mehrere Expertenvorträge stellten den Besuchern die „Donau-Silphie“ vor; ein Projekt, das Ralf Brodmann zusammen mit Thomas Metzler entwickelte.

Durchbruch vor zwei Jahren

Der eigentliche Durchbruch im Silphie-Anbau war, laut Brodmann, die Pflanze 2014 unter Mais anzubauen. So konnte sie ihr erstes, ertragloses Jahr verbringen und erwies sich als sehr tragfähig und unempfindlich. Im Anschluss gab es Vorträge über den aktiven Humusaufbau durch die Pflanze, das Konzept des Energieparks Hahnennest und auch zur Entstehung des zugehörigen Steingartens.

Als Ausgleich zur Theorie konnten sich die Besucher bei einer „Silphie-Tour“ durch die Felder rund um den Weiler oder durch einen Blick vom Silphie-Hochsitz selbst ein Bild des Pflanzenanbaus machen. Wer dann wollte, hatte sogar die Möglichkeit, einen Setzling zu erwerben. „Wir ziehen, pflegen, verkaufen die Pflanze. Und im Notfall säen oder ernten wir auch“, sagte Andreas Pfänder stellvertretend für die Firma Bienenpflanzen.de aus Hochdorf.

Besonders war außerdem die Anfahrt per Bahn. Anlässlich der Veranstaltung wurde die Haltestelle „Hahnennest“ eingerichtet. Der Radexpress 754 brachte so bequem die Gäste aus den Richtungen Pfullendorf, Ostrach und Aulendorf und Altshausen zum Silphieblütenfest nach Hahnennest und wieder zurück.

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